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| 02:47 Uhr

Guben lässt die Sonne rein

Am Netz: Fred Mahro, Matthias Plass, Thomas Kühnert und Harald Altekrüger (v.l.).
Am Netz: Fred Mahro, Matthias Plass, Thomas Kühnert und Harald Altekrüger (v.l.). FOTO: dsf
Guben. Werner Fuchs hatte Recht. Nach einem Besuch im neuen Gubener Solarpark in Bresinchen brauchen die Schuhe erst einmal eine Komplettreinigung. Daniel Schauff

Gut nur, dass am Donnerstagvormittag so viel Schnee lag, dass die Besucher der Inbetriebnahme des Parks nicht so tief in der Asche standen wie bei der Grundsteinlegung. Das, sagt der amtierende Bürgermeister Fred Mahro, sei für die Schuhe noch schlechter gewesen.

Der Stadtverordnete Fuchs hatte den fünf Hektar großen Solarpark mit dem Rad bezwungen, die übrigen Gäste hatten sich in Autos zwischen den insgesamt 12 800 Photovoltaik-Modulen bis zum Rand des Solarparks geschlängelt, darunter Landrat Harald Altekrüger (CDU), Envia-Therm-Chef Thomas Kühnert, der Leiter der Netzregion Brandenburg Matthias Plass und Frank End, technischer Bauleiter im brandneuen Park.

Dass der Solarpark ausgerechnet auf der Aschedeponie einstigen Industriekraftwerk des Chemiefaserwerkes Guben steht, zeige, wie in der Neißestadt die Energiewende funktioniere, sagte Fred Mahro. Einen idealen Platz bescheinigt Envia Therm der Anlage - eine leichte Steigung, sodass kaum Schatten auf die Anlagen fallen kann, und kaum Anwohner in direkter Umgebung, die sich von der reflektierenden Sonne gestört fühlen könnten.

3,4 Megawatt Peak Leistung erreicht die Anlage - rund 3,5 Millionen Kilowattstunden pro Jahr, so die Erwartung der Bauherren an die rund 2,5 Hektar Modulfläche. Rein rechnerisch heißt das nach Angaben von Envia Therm: 1700 Haushalte können durch den Solarpark in Bresinchen versorgt werden, 2200 Tonnen Kohlenstoffmonoxid werden pro Jahr eingespart. Gut 3,1 Millionen Euro stecken in dem Projekt, das künftig durch eine eigenständige Gesellschaft betrieben werden soll, so Eniva Therm-Chef Kühnert. In den nächsten Monaten könnten sich Bürger sowie Stadtwerke an dem Park beteiligen, erklärt er. Es sei dem Unternehmen ein Anliegen, die Energiewende partnerschaftlich umzusetzen.

Die Energie, die künftig auf der Aschedeponie entsteht, geht ins Netz der Energieversorgung Guben (EVG). Die Nutzung erneuerbarer Energien sei Teil der Energiestrategie der EVG, so Mahro. Technologien wie Biogas und Photovoltaik sollten dafür zu Einsatz kommen. Der neue Solarpark trage zum zukunftsfähigen Energiemix in Guben bei.

Dass der Standort des Solarparks nicht nur wegen seiner Höhe und der fehlenden Anrainer ein guter ist, machte Landrat Altekrüger deutlich - die Sonne liebe die Region, so Altekrüger. Mehr als 16 000 Sonnenstunden habe es im vergangenen Jahr in Teilen von Spree-Neiße gegeben - gute Voraussetzungen also für die Photovoltaik. Guben durfte am Donnerstagmorgen schon Sonnenstunden für die Wetterstatistik 2017 sammeln. Ein ideales Wetter also für die Einweihung eines Solarparks, urteilte Thomas Kühnert. Der eigentliche Termin zur Einweihung wäre der vergangene Dienstag gewesen. Gut, dass der amtierende Bürgermeister da nicht konnte - am Dienstag war von Sonne in Guben keine Spur.

Zum Thema:
Das Unternehmen Envia Therm aus Bitterfeld-Wolfen (Sachsen-Anhalt) ist eine 100-prozentige Tochter der Envia Mitteldeutsche Energie AG. Envia Therm entwickelt und betreibt eigenen Angaben zufolge regenerative Energieerzeugungsanlagen wie Bioenergie-, Photovoltaik-, Wasser- und Windkraftanlagen. Außerdem versorgt das Unternehmen Kunden in Ostdeutschland mit Fernwärme, Kälte und Prozessdampf aus Gas- und Dampfturbinenanlagen, Heizwerken, Blockheizkraftwerken und Heizzentralen. Die gesamte Envia M-Gruppe versorgt den Angaben nach rund 1,4 Millionen Kunden mit Strom, Gas, Wärme und Energiedienstleistungen und zählt etwa 3500 Beschäftigte.