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| 12:21 Uhr

Spendengelder für einen Funktionsstuhl
Spender schenken Przemek ein Stück Lebensqualität

 Przemek Maziec sitzt im neuen Stuhl Probe. Anna Dyba,Jadwiga Polewska und Kerstin Leutert-Glasche vom Haus der Familie haben das Geschenk in Gubin übergeben, sehr zur Freude von Przemeks Vater Jarek.
Przemek Maziec sitzt im neuen Stuhl Probe. Anna Dyba,Jadwiga Polewska und Kerstin Leutert-Glasche vom Haus der Familie haben das Geschenk in Gubin übergeben, sehr zur Freude von Przemeks Vater Jarek. FOTO: LR / Daniel Schauff
Das Haus der Familie hat für den jungen Gubiner für einen neuen Funktionsstuhl gesammelt. Es folgte eine kurze Zitterpartie. Von Daniel Schauff

Przemek Maziec ist ein fröhlicher junger Mann. Trotz schwerer Behinderung. Seit Dienstagabend ist der junge Gubiner noch ein wenig fröhlicher. Grund ist ein neuer Stuhl – der war bitter nötig.

Eine zu spät erkannte Krankheit hat Przemek vor langer Zeit die Fähigkeiten zu stehen, gehen und zu sprechen gekostet. Trotzdem sei er regelmäßig zu den deutsch-polnischen Familientagen im Haus der Familie (HdF) nach Guben gekommen, sagt Jadwiga Polewska, die im HdF im Familienzentrum arbeitet und früher Przemek in Gubin unterrichtet hat. Das HdF startete eine Spendenaktion für einen neuen Stuhl für den jungen Mann von der anderen Seite der Neiße.  

Bisher musste Przemek auf einem speziell umgebauten Holzstuhl sitzen. Eine seiner Lieblingsbeschäftigungen ist es, am Fenster das Leben auf der Straße zu beobachten, sagt Jadwiga Polewska. Gleich gegenüber ist eine Baufirma, Przemek kenne jeden Mitarbeiter. Wer den jungen Mann im Fenster sieht, winkt, sagt auch sein Vater Jarek. Der arbeitet als Bäcker, fährt auch Brötchen aus. Jeden Morgen um 1 Uhr beginnt sein Arbeitstag, wenn er nach Hause kommt, kümmert er sich um seinen Sohn.

Der konnte es kaum erwarten, den neuen Funktionsstuhl auszuprobieren. Zuerst war das weiche Polster ungewohnt, das konnte Jadwiga Polewska an Przemeks Blick erkennen. Später aber habe er gar nicht mehr aufstehen wollen, habe Przemeks Mutter ihr erzählt. Bereits am Nachmittag war das Urteil des jungen Gubiners deutlich. Mit den Armen verständigt er sich, wenn er Ja- oder Nein-Fragen beantworten muss. „Ist der Stuhl gut?“, fragte Jadwiga Polewska ihn. Mit Nachdruck deutete Przemek ein Ja an.

Rund 600 Euro hat Jadwiga Polewska für den Stuhl bezahlt. Ein guter Preis – in Deutschland hätte er locker das Doppelte gekostet, sagt sie. Auch wenn sich der Lieferant aus Polen einige Zeit mit der Lieferung gelassen habe. „Wir haben uns kurz Sorgen gemacht“, gibt  die Mitarbeiterin im HdF zu. Die Sorgen waren unberechtigt – seit Dientagabend ist Przemeks Leben durch das Geschenk der Spender ein großes Stück komfortabler.