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| 16:51 Uhr

Erste Sitzung nach der Wahl
Die Eurostadt setzt auf die Jugend

 Blick auf Guben, die Neiße und Gubin. Um die Zusammenarbeit beider Städte geht es in der Eurostadt-Kommission. Das Gremium tagte am Montag im Gubener Rathaus.
Blick auf Guben, die Neiße und Gubin. Um die Zusammenarbeit beider Städte geht es in der Eurostadt-Kommission. Das Gremium tagte am Montag im Gubener Rathaus. FOTO: Sparkasse
Guben/Gubin. Deutscher Teil der Guben-Gubiner Kommission wählt Thomas Laugks zum Vorsitzenden.

Wenn es um die Zusammenarbeit zwischen Guben und Gubin geht, dann setzen beide Seite auf die Jugend. Nachdem der polnische Vorsitzende der gemeinsamen Kommission „Eurostadt Guben-Gubin“ bereits seit längerem mit Krzysztof Zdobylak der jüngste Stadtverordnete aus Gubin ist, hat die Gubener Seite am Montag nachgezogen. Sie wählte mit Thomas Laugks (CDU/FDP) den jüngsten Gubener Abgeordneten zum deutschen Vorsitzenden des Gremiums.

Für den 20-Jährigen ist diese Wahl „zum einen eine besondere Ehre, zum anderen auch ein Vertrauensvorschuss für die junge Generation“, sagte Laugks der RUNDSCHAU. Für den jungen Gubener schließt sich damit schon jetzt ein Kreis. Bereits früh hatte er viele Berührungspunkte mit dem Nachbarland. Polnisch war an der Grundschule seine Begegnungssprache und am Gymnasium seine zweite Fremdsprache. Und auch sein künftiger Werdegang ist mit dem Nachbarland eng verknüpft: Laugks studiert Lehramt für die Fächer Polnisch und Geschichte. „All dies war für mich auch Motivation, diese Funktion zu übernehmen.“ Laugks wurde einstimmig in sein Amt gewählt. Seine Rede hielt er nicht nur auf Deutsch, sondern auch fließend auf Polnisch.

Die Neubesetzung des deutschen Teils der Kommission war nach der Wahl der neuen Stadtverordnetenversammlung im Mai notwendig geworden. Dem Gremium gehören neben Thomas Laugks die Abgeordneten Konstantin Bernardos, Daniel Münsche, Sirko Wolf (alle AfD), Monika Birkholz (CDU/FDP), Steffen Buckel-Ehrlichmann (Die Linke), Gottfried Hain (WGB), Yves Kötteritzsch (GUB-SPN), Stefan Labahn und Nancy Renz (beide SPD/Grüne) an. Zum Stellvertreter der deutschen Seite wurde Gottfried Hain gewählt.

Neben diesen Personalentscheidungen gab es während der Sitzung im Gubener Rathaus noch einen Unternehmensbericht der Abwasserbehandlung Gubin-Guben GmbH. Dariusz Bochenski, der polnische Geschäftsführer, ließ die Entwicklung in dem Unternehmen, das die Guben-Gubiner Kläranlage betreibt, Revue passieren. Er erinnerte daran, dass bereits 1990 die ersten Planungen begannen. Zunächst war als Standort der gemeinsamen Kläranlage Guben vorgesehen. Um alle Fördermöglichkeiten auszunutzen, wurde die Anlage aber schließlich in Gubin errichtet. 1994 startete die Umsetzung mit den konkreten Konzeptionen, den Projektierungen und den Auschreibungen. 1995 begannen die Bauarbeiten, am 2. Mai 1998 wurde die Kläranlage schließlich in Betrieb genommen. Sie gilt heutzutage als ein Modellprojekt deutsch-polnischer Zusammenarbeit.

Bei der nächsten Sitzung der Kommission soll es dann um die Themen Grünanlagen und Straßenreinigung gehen – ein Bereich, der in beiden Städten sehr unterschiedlich angegangen wird. „Es geht darum, sich über die Arbeitsweisen und die Probleme in beiden Städten auszutauschen. Ziel ist es, mögliche Handlungsempfehlungen zu erarbeiten“, erklärt Laugks. Dabei ist ihm klar, dass es keine kurzfristigen Entscheidungen geben wird: „Wir reden hier über mehrjährige Arbeit. Das große Ziel könnte ein gemeinsames Stadtentwicklungskonzept sein.“

Was das Miteinander von Guben und Gubin betrifft, sieht Thomas Laugks beide Seiten schon auf einem guten Weg. „Wir haben bereits ein hohes Maß an Verflechtung erreicht, speziell im zwischenmenschlichen und kulturellen Bereich. Was jetzt angegangen werden müsste, wären die Themen Verwaltung und Organisation. Wenn es da noch Probleme gibt, liegt das aber weniger an Guben und Gubin, sondern an den bestehenden rechtlichen Hürden.“

Positiv sieht Laugks die Tatsache, dass beide Städte in etwa gleich groß sind – und nicht wie bei anderen Grenzkommunen eine Stadt deutlich größer und stärker als der andere Teil ist. Damit würden Guben und Guben auf Augenhöhe miteinander kommunizieren.

Die nächste Sitzung der Kommission „Eurostadt Guben-Gubin“ ist für den 16. Dezember geplant. Die Mitglieder treffen sich dann auf dem Gelände der Abwasserbehandlung Gubin-Guben GmbH.

 Thomas Laugks.
Thomas Laugks. FOTO: Ute Richter
(ten)