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| 14:41 Uhr

Neues Orientierungssystem
Guben fährt auf rote Punkte ab

 Zwischenstopp am Knotenpunkt 23. Er befindet sich an der Birkenallee, die Deulowitz zur Gubener Altsprucke führt. Rechts geht es in Richtung Kaltenborn.
Zwischenstopp am Knotenpunkt 23. Er befindet sich an der Birkenallee, die Deulowitz zur Gubener Altsprucke führt. Rechts geht es in Richtung Kaltenborn. FOTO: lr / Engelhardt
Guben. Landkreis hat neues Knotenpunktsystem entlang der Radwanderwege in der Region installiert.

„Nun mach doch mal ’nen Punkt!“ Dieser Aufforderung ist der Landkreis Spree-Neiße in den vergangenen Wochen mehr als nur einmal nachgekommen. Insgesamt sind es nämlich mehr als 70 rote Knotenpunkte, die entlang von Radwanderwegen in Guben und Umgebung angebracht wurden. Und viele weitere sollen in den kommenden Monaten in Kreisgebiet noch folgen.

„Wir wollen mit dieser neuen Orientierungshilfe auf Basis der Knotenpunkte das Radwegesystem im Kreis weiter aufwerten und derart verbessern, dass sich Radtouristen bequem und gut zurechtfinden“, sagt Petra Neumann, im Fachbereich Bau und Planung der Kreisverwaltung für den Tourismus zuständig. Zu finden sind die Knotenpunkte jeweils an den Kreuzungsbereichen von Radwanderwegen. Schon von Weitem sind die leuchtend-roten Markierungen zu erkennen. Jede von ihnen enthält eine Nummer. Zudem verweisen kleinere Hinweisschilder, wo es zu den nächsten Knotenpunkten geht und welche Nummern diese Knotenpunkte haben. „Auf diese Weise kriegt man einfach Lust, weiter zu fahren“, ist sich Petra Neumann sicher.

Die Knotenpunkte sind in der Gubener Region also komplett angebracht. Doch damit nicht genug. Im weiteren Verlauf sollen noch Informationstafeln dazukommen, auf denen der Radfahrer auch erfährt, welche Sehenswürdigkeiten ihn entlang der Strecke erwarten. Zudem wird die Übersichtkarte mit den Radwegen im Kreis überarbeitet und um alles Wissenswerte rund um das Knotenpunktsystem ergänzt. Die neuen Karten wird es in allen Touristinformationen geben. Zudem sollen alle Touristik-Dienstleister, beispielsweise Inhaber von Hotels oder Pensionen, mit dem neuen System in die Lage versetzt werden, ihren Gästen unkompliziert Empfehlungen für Ausflüge zu geben.

Neu ist das Knotenpunktsystem nicht. Die ursprüngliche Idee stammt aus den Niederlanden. Doch auch in Brandenburg gibt es Vorbilder. In der Prignitz wird zum Beispiel seit einigen Jahren anhand der Zahlen geradelt. Und während die roten Markierungen in der Gubener Region komplett sind, wurde inzwischen auch rund um Döbern und Welzow mit der Montage begonnen. Die Arbeiten in Guben und Schenkendöbern wurden übrigens von einer Firma aus Müllrose ausgeführt, war von Frank Kuckert, Sachgebietsleiter der Unteren Straßenbaubehörde beim Landkreis, zu erfahren. Er geht davon aus, dass die Arbeiten bis Oktober abgeschlossen werden können.

Finanziert wird das neue System vom Land Brandenburg und von den Kommunen. Dabei trägt Potsdam mit 90 Prozent den Großteil. Fördermittel in Höhe von 425 000 Euro stehen dem Landkreis zur Verfügung. Die restlichen Prozent steuern die Städte, Gemeinden und Ämter bei. Kuckert schätzt, dass es sich jeweils um Mittel im vierstelligen Bereich handelt. 90:10 beträgt auch das Verhältnis, wie das zweite große Vorhaben bei der Ertüchtigung der Radwege im Landkreis finanziert werden soll, die Modernisierung des Radwegenetzes. Allerdings stehen dafür ganz andere Summen im Raum. Mit gut 16 Millionen Euro unterstützt das Land Brandenburg bis zum Jahr 2022 diese Maßnahme. Entsprechend groß wären die Eigenanteile, die die Kommunen aufbringen müssten. Entscheidend ist in diesem Fall, wie lang die zu modernisierenden Abschnitte der Radfernwege sind. Allein die Gemeinde Schenkendöbern müsste in den kommenden drei Jahren rund 500 000 Euro bereitstellen.

Und diese 90:10-Regel gilt auch nur für Abschnitte, die maximal zwei Kilometer in der Länge und maximal drei Meter in der Breite gebauen werden. Wer mehr möchte, muss dies selber bezahlen. Insgesamt sind im Landkreis Spree-Neiße 135 Abschnitte erfasst worden, die eine Sanierung bräuchten.

Dafür soll es dann aber auch deutlich komfortabler für die Radwanderer werden. So ist innerhalb der Modernisierung auch der Aufbau von Sitzbänken am Wegesrand vorgesehen. Und auch drei Ladestationen für E-Bikes sollen entstehen, eine davon im Gubener Bereich.

 Zwischenstopp am Knotenpunkt 23. Er befindet sich an der Birkenallee, die Deulowitz zur Gubener Altsprucke führt. Rechts geht es in Richtung Kaltenborn.
Zwischenstopp am Knotenpunkt 23. Er befindet sich an der Birkenallee, die Deulowitz zur Gubener Altsprucke führt. Rechts geht es in Richtung Kaltenborn. FOTO: lr / Engelhardt