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| 14:55 Uhr

Erster Co-working Space in der Neißestadt
Guben fördert neue Arbeitsformen

 In der Kirchstraße 24 eröffnet demnächst ein Co-Working Space. Was sich so mordern anhört, ist in anderen Regionen der Erde bereits Gang und Gäbe.
In der Kirchstraße 24 eröffnet demnächst ein Co-Working Space. Was sich so mordern anhört, ist in anderen Regionen der Erde bereits Gang und Gäbe. FOTO: LR / Daniel Schauff
Entstanden ist die neue Arbeitsform in Silicon Valley Ende des Monats eröffnen Guwo und Rückkehrerinitative Gubens ersten Co-working Space. Das Angebot richtet sich an eine ganze Reihe von „arbeitenden Normaden“. Von Daniel Schauff

Fortschritt – ein Wort, das vielleicht nicht gleich in den Sinn kommt beim Gedanken an Guben. Pittoresk vielleicht, historisch interessant. Aus europäischer Sicht ebenfalls. Aber Fortschritt?

Dabei hat die Neißestadt in der Vergangenheit gleich mehrfach ordentlich vorgelegt, wenn es um moderne Entwicklungen geht. Freies Internet im Stadtzentrum etwa – für ein vergleichsweise kleines Mittelzentrum im Spree-Neiße-Kreis keineswegs eine Selbstverständlichkeit. Eine binationale Kommission, die sich um die Zusammenarbeit von Guben und Gubin kümmern soll. Auch keine Selbstverständlichkeit. Grenzüberschreitender Busverkehr. Kein Alleinstellungsmerkmal, aber ebenso wenig eine Selbstverständlichkeit, wie die langen Vorarbeiten von Landkreis als Träger, DB Regio als ausführendes Unternehmen und den Protangonisten auf polnischer Seite gezeigt haben.

Köln, Berlin, München, Hamburg, Guben

Und jetzt bekommt Guben einen Co-working Space. So modern der Name ist, so einfach ist die Idee dahinter. Zu Deutsch heißt Co-working Space „Zusammenarbeitsplatz“. Damit ist im Grunde schon alles gesagt. Ein Büro in der Kirchstraße, in dem zusammengearbeitet wird.

Der Trend ist nicht neu. 2013 gab es vor allem in Kalifornien rund 800 Co-working Spaces, im gleichen Jahr lag die Zahl in Deutschland bereits bei rund 230. Vor allem in Metropolen wurden Co-working Spaces zu einem regelmäßigen Angebot. Köln, Berlin, Frankfurt, Hamburg, München – eine Reihe, in die sich Guben nur schwerlich einordnen kann.

In Cottbus, Gubens großem Lausitzer Bruder, gibt es seit einer Zeit ebenfalls einen Co-working Space – den Wirtschafts-Raum Cottbus. In ihm ist auch das Cottbuser Gründerzentrum untergebracht.

Rückkehrerinitiative und Guwo als Projektinitiatoren

Der Co-working Space wird im Gebäude der TV-Netzgesellschaft in der Kirchstraße gleich an der Klosterkirche eröffnet. „Die Idee hinter diesem ‚mietbaren Büro auf Zeit’ ist es, Startups, jungen oder bestehenden Unternehmern und deren Geschäftspartnern, aber auch Studenten und sich auf Geschäftsreise befindenden Arbeitnehmern einen Arbeitsplatz zu bieten, ohne sich gleich in eigene Gewerberäume einmieten zu müssen“, heißt es in der Ankündigung der Eröffnung des Co-working Space. Die Rückkehrerinitiative „Guben tut gut“ steckt gemeinsam mit der Gubener Wohnungsgesellschaft (Guwo) hinter dem Projekt. K24 wird das Gemeinschaftsbüro in der Altstadt an der Neiße heißen. „Die dort angemieteten Parteien können unabhängig voneinander, oder gemeinsam agieren und somit von den jeweils anderen profitieren“, heißt es vonseiten der Rückkehrerinitiative. Gemeinsam mit der Industrie- und Handelskammer (IHK) Cottbus und des Gründerzentrums „Zukunft Lausitz“ sollen zudem regelmäßig Seminare und Workshops rund um die Themen Existenzgründung, Betriebsnachfolge, Unternehmensentwicklung und Netzwerken geben.“

„Attraktive Bedingungen für kreatives Arbeiten“

Vier Arbeitsplätze wird es im Co-working Space in Guben geben, Schränke und Regale sind vorhanden, es gibt eine Empfangsecke, eine Teeküche und ein WC. „Besonders schön sind die großen, bodentiefen Fenster mit dem Blick auf die Klosterkirche und den begrünten Innenhof“, schreibt die Rückkehrerinitiative in ihrer Ankündigung, und weiter: „Insgesamt bieten die Räumlichkeiten attraktive Bedingungen für kreatives Arbeiten und neue Ideen“

Eine solche neue Idee ist bereits der Co-working Space selbst. Eröffnet wird er am 31. Juli um 15.30 Uhr. Eingeladen sind laut Koordinatorin, Yvonne Gerwitz neben dem Bürgermeister Gubens, Fred Mahro (CDU) auch Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD).