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Kommunalpolitik
Stadtpark-Zukunft wird diskutiert

Auch in den Wintermonaten spazieren Gubener durch den Stadtpark. Der Weg führt auch vorbei an Kunstskulpturen, die bereits im Jahr 1985 hier aufgestellt wurden.
Auch in den Wintermonaten spazieren Gubener durch den Stadtpark. Der Weg führt auch vorbei an Kunstskulpturen, die bereits im Jahr 1985 hier aufgestellt wurden. FOTO: Silke Halpick / LR
Guben. Gubener wollen Anlage neu gestalten, setzen auf Partnerschaften und Interreg-Fördermittel.

Der Stadtpark erhitzt die Gemüter der Gubener. Noch bevor überhaupt ein Entwurf für die Neugestaltung der rund acht Hektar großen Anlage auf dem Tisch liegt, wird bereits im Umweltausschuss heftig diskutiert. Ideen und Wünsche gibt es viele,  aber bisher noch kein Geld für deren Realisierung.

Wer jetzt im Winter durch den Gubener Stadtpark geht, findet dort vor allem Ruhe. Mitunter trifft man auch auf weitere einzelne Spaziergänger. Die Wege sind so gestaltet, dass sie beeindruckende Sichtachsen bieten. Sofort ins Auge fallen auch die Kunstskulpturen auf den Rasenflächen und an den Wegen. Diese stehen bereits seit 1985 hier. Gestaltet wurden sie bei einem Bildhauer-Symposium mit internationaler Beteiligung. Auch der Hoyerswerdaer Künstler Jürgen von Woyski gehörte damals dazu.

Besonders beliebt zum Verweilen ist der Schwanenteich im Westteil, der durch das Schwarze Fließ gespeist wird. Hier leben zahlreiche Enten, die von Spaziergängern gefüttert werden. Im Osten grenzt der Park an das ehemalige Wohnheim in der Deulowitzer Straße. Die hier lebenden Flüchtlinge nutzen das Areal vor allem im Sommer, grillen und feiern auf den Wiesen.

Forderungen nach einem neuen Konzept für den Stadtpark gibt es schon seit Langem. Mal ging es um Spielplätze für Kinder, mal um Ganzjahreswiesen als Schutzbereiche für Flora und Fauna. Die Stadt hat die Umgestaltung des Stadtparkes für die Jahre 2019 und 2020 anvisiert, ist sich aber durchaus bewusst, dass es hier viele Interessen gibt, die unter einen Hut zu bringen sind, wie es Baufachbereichsleiter Sven Rogosky schon im März 2017 feststellte.

Nun bietet sich womöglich eine Finanzierungsmöglichkeit im Rahmen des Interreg-Projektes „Europark“. Die Städte Guben und Gubin wollen gemeinsam einen Antrag stellen. Das wurde bereits bei der jüngsten Sitzung der deutsch-polnischen Kommission Ende Dezember 2017 angekündigt. Von einem Budget in Höhe von 750 000 Euro ist die Rede. Die Antragsfrist für die erste Auswahlrunde endet am 30. April. Anfang März soll das Planungsbüro, das den Zuschlag erhält, und Anfang April der Entwurf vorgestellt werden.

Möglicherweise wird der Fördermittelantrag noch mit weiteren Projekten der Städte Zielona Gora (Grünberg) und Cottbus ergänzt, wie  der amtierende Bürgermeister Fred Mahro auf der Sitzung des Umweltausschusses ankündigt. Davon erhofft er sich bessere Chancen bei der Bewilligung. Seiner Erfahrung nach habe sich die „Strategie des großen Antrages“ bewährt. Zudem könne man von den Ideen der Partnerstädte „partizipieren“, wie er betont.

Aus seiner Sicht dürfe es „keine Denkschranken“ für das Projekt geben. Alle Ideen sollen diskutiert und anschließend entweder verworfen oder umgesetzt werden. Dabei solle es zunächst keinen „finanziellen Zwang“ geben. Schließlich könne auch die Umsetzung „in mehreren Jahresscheiben“ erfolgen. Den „roten Faden durch den Stadtpark“ zu finden, will er allerdings dem Planungsbüro überlassen.

„Mindestens eine Bürgerversammlung“ fordert Günter Quiel, Vorsitzender des Umweltausschusses. Schon jetzt können sich Gubener ihre Ideen einbringen – entweder über die Guben-App oder direkt im Rathaus. „Die ersten Hinweise haben wir bereits erhalten“, sagt Carola Huhold als die zuständige Fachbereichsleiterin für Stadtentwicklung.