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Frischer Wind im Beirat
Guben als Sprungbrett nach Berlin

Franz Weider bewundert Gregor Gysi und möchte später auch in die Politik gehen.
Franz Weider bewundert Gregor Gysi und möchte später auch in die Politik gehen. FOTO: Michèle-Cathrin Zeidler / Zeidler, Michèle-Cathrin
Guben. Franz Weider ist neuer Vorsitzende vom Kinder- und Jugendbeirat in Guben und hat große Pläne.

Politik ist die Leidenschaft von Franz Weider. Der 17-Jährige ist der neue Vorsitzende vom Kinder- und Jugendbeirat in Guben. „Viele Jugendliche wollen leider nichts von Politik wissen“, weiß der Schüler nur zu gut. „Dabei hängt alles mit ihr zusammen und sie geht uns alle etwas an.“ Er will gegen die Politikverdrossenheit seiner Generation ankämpfen und zusammen mit dem Kinder- und Jugendbeirat etwas in der Stadt bewirken.  „Gerade die junge Generation sollten die politischen Entwicklungen in der Stadt wichtig sein, schließlich müssen wir am längsten mit ihnen leben“, findet Franz Weider. Aus diesem Grund möchte er den Kindern und Jugendlichen aus Guben eine Stimme in der Stadtverordnetenversammlung verleihen und sich für ihre Interessen stark machen.

Der Veganer besucht zurzeit die 12. Klasse am Pestalozzi-Gymnasium in Guben und ist seit zwei Jahren im Beirat aktiv. „Ich war immer konstant dabei, habe mich engagiert und eingebracht“, erzählt der neue Vorsitzende. „Daher wurde ich bei der Wahl dann auch von meinem Vorgänger Thomas Laugks vorgeschlagen.“  Der Beirat besteht aktuell aus sechs aktiven Mitstreitern, die von Schulen und Jugendeinrichtungen der Stadt entsandt werden. Seit den Vorstandswahlen ist Contantine Zander der erste stellvertretende Vorsitzende und Hannah Fahrentz die zweite stellvertretende Vorsitzende.

Der Kinder- und Jugendbeirat, den es seit mehr als zehn Jahren in Guben gibt, hat bereits einiges bewirkt: „Der Beirat hat zum Beispiel den neuen Spielplatz in der in der Geschwister-Scholl-Straße mitgestaltet, ‚Gestört aber Geil“ nach Guben geholt und auch unser Talentwettbewerb kam in den vergangenen Jahren gut an.“ Für 2018 planen die Jugendlichen daher eine Wiederholung der musikalischen Talentsuche. „Außerdem wollen wir die Zusammenarbeit mit den polnischen Jugendlichen in Gubin weiter stärken“, so Franz Weider. Gemeinsame Projekte wie Sportveranstaltungen oder ein E-Sports-Abend seien in Planung.

In Zukunft möchte sich Franz Weider außerdem gerne für die Freizeitangebote in der Stadt stark machen. „Ich finde es wichtig, dass es in Guben Angebote für Kinder und Jugendliche gibt“, so der neue Vorsitzende. „Viele Eltern sind heute berufstätig und da stellt beispielsweise der Comet eine wichtige Anlaufstelle dar.“ Generell sei er zwar mit den Angeboten zufrieden, „aber ich habe gehört, dass die Sozialarbeiterzahl gekürzt werden soll und daher will ich mich für den Erhalt der Einrichtungen einsetzen“, so der Nachwuchspolitiker.

Aktuell bereitet sich Franz Weider schon auf seine Abiturprüfungen vor. Nach seinem Abschluss im kommenden Jahr will er gerne Politikwissenschaften studieren: „Vorher gehe ich aber erst einmal für ein Jahr nach Australien und mach da zusammen mit einer Freundin Work and Travel.“ Aus diesem Grund hat der leidenschaftliche Longboard-Fahrer das Amt im Beirat auch nur für ein Jahr inne. „Normalerweise finden erst nach zwei Jahren Neuwahlen statt, aber die Mitglieder müssen in Guben wohnen“, erklärt Franz Weider, der sich auch im Bereich des Tierschutzes engagiert.

Nach seinem Studium hat der junge Gubener große Ziele. „Ich möchte gerne nach Berlin in den Bundestag“, verrät er. „Zwar möchte ich nicht groß in der Öffentlichkeit stehen, aber ich würde gerne im Hintergrund etwas bewirken.“ Einer politischen Partei fühlt er sich dabei noch nicht zugehörig. „Mir würde es wahrscheinlich schwer fallen, mich den Gedanken einer Partei unterzuordnen“, so der Hobby-Sänger. „Außerdem muss der Beirat unparteiisch sein.“ Ein politisches Vorbild hat er trotzdem. „Ich bewundere Gregor Gysi von den Linken“, erzählt Franz Weider. „Er sagt nicht nur, dass etwas verändert werden muss, sondern auch wie.“ An dieser Herangehensweise möchte sich Franz Weider für die Zukunft ein Beispiel nehmen.