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| 19:30 Uhr

Angst vor Konkurrenz zwischen Guben und Gubin
AfD stellt Zdobylak als Mahros Büroleiter infrage

 Krzysztof Zdobylak, der Büroleiter des Gubener Bürgermeisters
Krzysztof Zdobylak, der Büroleiter des Gubener Bürgermeisters FOTO: LR / Jenny Theiler
Guben. Das AfD-Fraktionsmitglied Roland Prauser will keinen polnischen Stadtverordneten im Gubener Rathaus. Bürgermeister Mahro platzt der Kragen. Von Daniel Schauff

Eine Anfrage von AfD-Fraktionsmitglied Roland Prauser hat in der ersten regulären Stadtverordnetenversammlung dieser Legislatur in Guben für ungewöhnlich laute Worte von Bürgermeister Fred Mahro (CDU) gesorgt.

Prauser ließ Zweifel an der Loyalitä von Mahros Büroleiter Krzystof Zdobylak anklingen. Und das vor allem, weil sich Zdobylak in Gubin als Stadtverordneter politisch engagiert.

Prauser bemühte einen Vergleich aus der Wirtschaft: Kein Unternehmen würde sich den Vertreter eines Konkurrenten ins Haus holen, der auf Interna Zugriff habe.

 AfD-Fraktionsmitglied Roland Prauser
AfD-Fraktionsmitglied Roland Prauser FOTO: bes

Zusammenarbeit bei EU-Fördermitteln nötig

Konkurrenzgedanke statt partnerschaftliche Entwicklung der Doppel- oder Europastadt Guben-Gubin – das wäre zumindest ein grundlegender Paradigmenwechsel im Verhältnis der beiden Städte, die bislang auf eine gemeinsame Entwicklung hingearbeitet haben. Insbesondere was EU-Fördermittel für die Grenzregion angeht, sind beide aufeinander angewiesen, da jede Seite einen Partner auf der anderen Neißeseite für  Fördermittelanträge benötigt.

 Gubens Bürgermeister Fred Mahro
Gubens Bürgermeister Fred Mahro FOTO: Anne Nicolay-Guckland

Prauser ging noch einen Schritt weiter und verwies darauf, dass die Doppelspitze in der Unternehmensführung der Gubener Wohnungsgesellschaft (Guwo) schließlich auf die Erfahrung einer Veruntreuung zurückgehe.  Unklar blieb, wie genau Prauser die Besetzung des Postens im Bürgermeisterbüro von Mahro mit der Doppelspitze oder dem Untreuevorfall bei der Guwo in Verbindung bringen wollte.

Mahro sieht „rote Linie“ überschritten

Gleichzeitig brachte der Vergleich allerdings Fred Mahro dazu, deutliche Töne anzusprechen. Prauser habe, indem er zwischen Mahros Büroleiter und dem verurteilten Geschäftsführer der Guwo einen Zusammenhang hergestellt habe, eine „rote Linie“ überschritten, so Mahro. Er sehe keinen Anlass dazu, Zdobylaks Stelle neu zu besetzen.

„Was soll Herr Zdobylak denn bitte weitergeben?“, fragte Mahro und griff auch Prausers Vergleich von zwei Unternehmen und zwei Städten auf. Die Stadt wirtschafte nicht für den Gewinn, sondern sei eine öffentliche Verwaltung. Interna seien für jeden Mitarbeiter der Stadtverwaltung verbindlich, egal, welcher Nationalität er angehöre.

Zdobylak bleibt Mahros Büroleiter

Mahro bezog sich auch auf die fachliche Kompetenz seines Büroleiters. Zdobylak sei in Guben zur Schule gegangen, habe in Frankfurt (Oder) Jura studiert. Auch soll Zdobylak den Draht auf die andere Seite der Neiße aufrechterhalten.

Auch Stefan Labahn (SPD/Grüne) kritisierte die Äußerungen Prausers. Zdobylak selbst konnte sich als Verwaltungsmitarbeiter die Diskussion um seine Person nur aus den hinteren Reihen anhören. Mahro betonte: Solange er Bürgermeister sei, bleibe Zdobylak sein Büroleiter.