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| 19:17 Uhr

Premiere
Mit 360-Grad-Brille durch Guben

Mathias Krakow (l.) und Carsten Jacob (r.) setzen sich die VR-Brillen auf. Regisseur Walter Schönenbröcher und Heike Rochlitz vom Stadt- und Industriemuseum präsentieren erstmals den neuen Imagefilm.
Mathias Krakow (l.) und Carsten Jacob (r.) setzen sich die VR-Brillen auf. Regisseur Walter Schönenbröcher und Heike Rochlitz vom Stadt- und Industriemuseum präsentieren erstmals den neuen Imagefilm. FOTO: LR / Silke Halpick
Guben. Das Stadt- und Industriemuseum präsentiert das aufwendig produzierte Imagevideo. Von Silke Halpick

„Wir hatten ein Drehbuch wie bei einer Hollywood-Produktion“, sagt Bürgermeister Fred Mahro (CDU). Er gehört zu den Hauptakteuren in dem rund zehnminütigen Imagevideo, das die Doppelstadt Guben-Gubin sowie das Stadt- und Industriemuseum in 360-Grad-Perspektive zeigt. Regisseur Walter Schönenbröcher hat jede Szene, jeden Wortwechsel akkurat geplant.

Der Film beginnt mit einem Blick über die Neiße, dem Fluss, der die beiden Stadthälften voneinander trennt. Der Zuschauer mit VR-Brille auf der Nase findet sich auf dem Steg an der Gubiner Straße wieder und kann wahlweise den Paddlern auf dem Wasser oder den Wolken am Himmel zuschauen. Wer sich das Video im Internet ansieht, scrollt mit der Computermaus in alle Himmelsrichtungen.

Die beiden Bürgermeister Fred Mahro und Bartlomiej Bartczak zeigen die Theaterinsel, die ehemalige Stadt- und Hauptkirche sowie den Standort der bis auf die Grundmauern zerstörten Villa Wolf. Student Thomas Laugks präsentiert die interaktiven Angebote im Museum und wagt den Aufstieg auf das Dach des Gebäudes D.

„Selbst ganz begeistert“ ist Museumschefin Heike Rochlitz. Von der neuen VR-Technik (Virtuelle Realität) erhofft sie sich vor allem auch neue Möglichkeiten in der musealen Arbeit. Weil sie „generationsübergreifend“ und vor allem für „junge Menschen zugänglich“ sei, betont Rochlitz bei der Premiere am Dienstag.

Das Gubener Museum ist das erste in der Region, das über ein so aufwendig produziertes 360-Grad-Imagevideo verfügt. „Das ist ein Alleinstellungsmerkmal“, sagt Schönenbröcher. Der Regisseur ist davon überzeugt, dass an der neuen Technologie „kein Weg vorbei geht“ und sich auch das Kino im Wandel befindet. Gedreht hat er den Streifen mit einer Kugelkamera, in der insgesamt sechs Objekte stecken, die jeden Winkel filmen.

Zum Projekt gehören auch neun Videos über alte Handwerksberufe wie Hutmacher, Schmied oder Reifendreher von jeweils fünf Minuten Länge. Auch diese wurden von Walter Schönenbröcher gedreht und können ab sofort im Stadt- und Industriemuseum in Guben angeschaut werden. Vier VR-Brillen hat die Einrichtung dafür parat, weitere sollen folgen.

Knapp 20 000 Euro hat das 360-Grad-Projekt gekostet. Finanziert wird es mit Fördermitteln aus dem Kleinprojektefonds der Euroregion Spree-Neiße-Bober. Den notwendigen Eigenanteil in Höhe von 15 Prozent trägt die Sparkasse Spree-Neiße.

Alle Videos gibt es in deutscher und polnischer Version. Gubens Bürgermeister Fred Mahro fielen vor allem die polnischen Schachtelsätze „schwer“, wie er einräumt. Die lustigsten Filmpatzer bei den Dreharbeiten sollen beim nächsten Neujahrsempfang gezeigt werden, kündigt Mahro an. Doch das ist schon wieder ein anderer Film.