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| 17:11 Uhr

Vor Ort Ermittlungen abgeschlossen
Großes Loch im Explosionshaus

Guben. Detonation mit erschreckender Sprengkraft: Wohnhaus wird gestützt und ist unbewohnbar. Von Michèle-Cathrin Zeidler und Hannelore Grogorick

Nach der Explosion in einem Mehrfamilienhaus in der Kaltenborner Straße in Guben zeigt sich ein Bild der Verwüstung: Teile des Wand in der unteren Gebäudehälfte wurden durch die Druckwelle herausgesprengt und landeten auf zwei vor dem Gebäude parkenden Autos. Das entstandene Loch gibt einen Blick ins Innere Preis: Dort ist durch das Feuer alles schwarz und liegt in Schutt und Asche. Auch die meisten Fenster hielten der Sprengkraft nicht statt. Noch auf der anderen Straßenseite finden sich Glasscherben. Die einst hellgraue Fassade des Hauses ist völlig verrußt und bröckelt um das Explosionsloch herunter. Vor dem Haus türmen sich Überrest von Jalousien, Fensterrahmen und Türen. Die vorbeifahrenden Autofahrer können den Anblick scheinbar nicht fassen. Viele fahren nur langsam vorbei oder halten gar an, Mund und Augen vor Entsetzen weit geöffnet.

Eines steht auf jeden Fall fest: Das Wohnhaus ist durch die Explosion unbewohnbar geworden. Dies bestätigt auch die Polizei. Die Statik des Gebäudes wurde so stark in Mitleidenschaft gezogen, dass mehrere Stahlpfeiler im entstandenen Explosionsloch das Gebäude stützen müssen. „Eine Fachfirma wird nun überprüfen, wie das Haus weiterhin abgestürzt werden soll“, sagt Gubens Pressesprecher Bernhard Schulz. Außerdem soll die Sicherung des Außenbereiches stattfinden und alle Zugänge sollen so gesichert werden, dass der Zugang Dritter verhindert wird. Bisher sind noch zur Absicherung zwei Polizeibeamte vor dem Haus postiert.

Bis auf die gegenüberliegende Straßenseite flogen die Glasscherben.
Bis auf die gegenüberliegende Straßenseite flogen die Glasscherben. FOTO: Michèle-Cathrin Zeidler

Zunächst war nicht klar, ob auch die Nachbarhäuser durch die Kraft der Explosion ebenfalls nicht mehr stabil stehen. Ein Statik-Experte des Landkreises untersuchte die Gebäude noch am Mittwoch und gab Entwarnung. Zwar hat auch hier die Sprengkraft an den Fassaden ihre Spuren hinterlassen, aber ansonsten sind die Häuser intakt. „Die Nachbarhäuser sind wieder freigegeben worden“, bestätigt Bernhard Schulz.

Durch die Explosion wurden drei Menschen verletzt. Eine Person liegt weiterhin mit Verbrennungen in einem Krankenhaus. Ein leicht Verletzter war gleich vor Ort behandelt worden. Der Dritte konnte am Donnerstag nach medizinischer Versorgung den Wilkestift wieder verlassen. „Zu den Verletzten gibt es keinen neuen Stand“, so Bernhard Schulz am Donnerstagnachmittag.

Zunächst hatten die Kameraden der Feuerwehr noch nach einer Vermissten Person gesucht, doch diese ist nach Angaben der Leitstelle der Feuerwehr wohlbehalten aufgetaucht, sie hatte sich nicht im Haus aufgehalten.

Insgesamt waren 17 Personen in dem Unglückshaus gemeldet, darunter auch die Verletzten. Sie alle waren Mittwoch plötzlich ohne Dach über dem Kopf. „Alle Mieter haben die erste Nacht bei Freunden und Verwandten verbracht“, sagt Bernhard Schulz. „Unsere Notunterkünfte brauchte keiner in Anspruch zu nehmen.“

Am Donnerstag haben Spezialisten des Landeskriminalamtes nach der Unglücksursache geforscht. Die Beamten waren bis 13 Uhr vor Ort und haben das Gebäude danach an den Verwalter aus Guben übergeben. „Zu der Unfallursache gibt es keine neuen Erkenntnisse“, erklärt Maik Kittlitz von der Pressestelle der Polizeidirektion Süd. Zu den Gerüchten in der Stadt, dass drei Propangasflaschen in dem Gebäude gefunden wurden, wollte er sich nicht äußern.

Am Donnerstagnachmittag hat sich Bürgermeister Fred Mahro mit den Bewohnern des Explosionshauses und Vertretern des Hausvermieters vor Ort getroffen. Die Bewohner konnten ihre persönlichen Habseligkeiten beziehungsweise deren Überreste aus dem Gebäude holen. Wer seine Ausweispapiere in den Flammen verloren hat kann bei der Stadt kostenlos provisorische Ausweise beantragen.

„Vier Personen werden in den nächsten Tagen nun doch die möblierten Unterkünfte der Stadt kostenlos in Anspruch nehmen“, erzählt Bernhard Schulz. Wie es mit dem Haus weitergeht, ist noch unklar.

Nach der Explosion ist das Mehrfamilienhaus in der Kaltenborner Straße vorerst unbewohnbar. Die Bewohner dürften heute persönliche Sachen aus dem Haus retten.
Nach der Explosion ist das Mehrfamilienhaus in der Kaltenborner Straße vorerst unbewohnbar. Die Bewohner dürften heute persönliche Sachen aus dem Haus retten. FOTO: Michèle-Cathrin Zeidler