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| 11:20 Uhr

Vortrag zur Artenvielfalt
Großes Interesse an der Vogelwelt am Tagebaurand

Geologe Ronald Beschow informierte in Grießen über die Renaturierung in der Bergbaufolgelandschaft des Tagebaus Jänschwalde.
Geologe Ronald Beschow informierte in Grießen über die Renaturierung in der Bergbaufolgelandschaft des Tagebaus Jänschwalde. FOTO: Ute Richter
Grießen. Umweltexperte bittet: Ruhig mal einen Teil des Gartens nicht aufräumen – das hilft der Artenvielfalt.

In der Veranstaltungsreihe „Grünes Grießen“ hatten am Samstag der Ortsbeirat von Grießen und das Amt Peitz in Zusammenarbeit mit der Leag zum Vortrag „Die Vogelwelt im Grünen Herz des Tagebaus Jänschwalde“ eingeladen. Gut gefüllt war das Gemeindezentrum inmitten des Ortes, als Geologe und Freizeitornithologe Ronald Beschow über die vielfältige Vogelwelt in der nahe Grießen entstehenden Bergbaufolgelandschaft berichtete.

Das „Grüne Herz“ inmitten des Tagebaus Jänschwalde ist Teil eines 1200 Hektar großen Areals für den Natur- und Artenschutz. Naturnaher Wald und Wiesen mit Pflanzenarten, die aus dem direkten regionalen Umfeld und aus dem Vorfeld des Tagebaus stammen, zeichnen diese Renaturierungsfläche bei Grießen aus. Besonders bestandsbedrohte Vogelarten der Offenlandflächen und konkurrenzschwache Arten, die in der hiesigen Kulturlandschaft nur ein Nischenleben führen, entdecken in der Bergbaufolgelandschaft Brutplätze und großflächige Rückzugsräume.

Ronald Beschow gab einen kurzen Abriss zur Entstehung und Entwicklung „Grünes Herz“, stellte die Bergbaufolgelandschaft als ganzjährigen Vogellebensraum vor, zeigte am Beispiel der Artengruppe einen Zusammenhang zwischen Braunkohlenbergbau und Biodiversität, informierte über Wiederbesiedlungsabläufe und die Bedeutung des Artenschutzes in der Bergbaufolgelandschaft.

25 Arten Vögel haben sich in den letzten sieben Jahren im „Grünen Herz“ niedergelassen. Feldlerche, Steinschmätzer, Wachtel, Braunkehlchen und Neuntöter gehören unter anderen dazu. Aber auch Insekten, Amphibien und Reptilien haben ein neues Zuhause gefunden. „Die Bergbaufolgelandschaft ist ein Garant für Artenvielfalt“, so Ronald Beschow. „Biodiversität und Bergbaufolgelandschaft sind zwei Begriffe im Sprachgebrauch, die keinen Gegensatz darstellen und im Tagebau Jänschwalde real erlebbar sind“, ergänzt Beschow.

Mit Blick auf das aufgeräumte, saubere Dorf Grießen mit seinen gepflegten Gehöften gibt er zu bedenken: „Lassen sie hier und da mal ein Fleckchen in ihrem Garten ganz natürlich wachsen, ohne ständig Rasen zu mähen oder Unkraut zu zupfen, dann wird sich auch die Vielfalt der Insekten und Vögel wieder normalisieren“, sagt er abschließend.