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| 13:00 Uhr

Veranstaltung
Großer Andrang zum Weinfest

Lothar Müller vom einstigen Weinbauverein führte auch in diesem Jahr durch den Weinberg in Grano.
Lothar Müller vom einstigen Weinbauverein führte auch in diesem Jahr durch den Weinberg in Grano. FOTO: Ute Richter
Grano. Weinbauern erwägen für nächstes Jahr eine Ausdehnung der Veranstaltung auf mehrere Tage. Von Ute Richter

Zum Weinbergfest hatte am Samstag das Weingut Patke auf ihren Weinberg „Langer Rücken“ nach Grano eingeladen. Bei schönstem Herbstwetter flossen neben  Rot- und Weißweinen früherer Jahrgänge auch Federweißer und Roter Sauser in Strömen. Das Weinbergfest ist stets der Saisonhöhepunkt – früher für den Gubener Weinbauverein und heute für die Weinbauern aus Pilgram, die 2017 den Weinberg in Grano vom Gubener Weinbauverein gepachtet und 2018 die Schaukellerei in der Weinscheune vom Förderverein Niederlausitz angemietet haben. Mit der Übernahme wurde sozusagen die liebevolle, harte Arbeit des Gubener Vereins weitergereicht in ebenfalls professionelle Hände.

Und die haben viele der Traditionen ihrer Vorgänger erhalten. So wie auch das Weinbergfest, zu dem wieder viele Besucher kamen. Noch hängen ein paar Rebstöcke mit Trauben voll. Aber 80 Prozent der Trauben wurden bereits gelesen. „Es ist in diesem Jahr alles etwa vier Wochen früher“, erzählen Matthias Jahnke und Holger Lehmann, zwei der vier Inhaber von Patkes Weingut. Denn anders als für viele Bereiche in der Landwirtschaft, denen die Trockenheit in diesem Sommer große Probleme bereitete, hat sie dem Wein nicht geschadet. Im Gegenteil. „Die Trauben haben in diesem Jahr viel höhere Mostgewichte (Zuckergehalt), trotzdem aber eine ordentlich spritzige Feuchte“, erzählt Matthias Jahnke. Wenige Krankheiten gab es ebenfalls auch durch die Trockenheit. Das liegt unter anderem daran, dass unter den Pflanzen auf dem Granoer Weinberg Sand ist und die Wurzeln tief liegen. So konnten die acht Weißweine und vier Rotweine in diesem Jahr optimal gedeihen. 9000 Liter werden es am Ende in etwa sein. Ende Januar wird der Wein dann in der Weinscheune in Grano abgefüllt und kann bei der Jungeweinprobe am 27. April verkostet werden. 11000 bis 12000 Liter werden es sein, die in rund 14000 Flaschen abgefüllt werden. Damit erwarten die Winzer ein deutlich besseres Ergebnis als 2017. Das Vorjahr war aber auch ein schlechtes Jahr für Wein.

Bei der Ernte geholfen hat auch in diesem Jahr die Radfahrgruppe, die sich vor vielen Jahren aus ehemaligen Mitarbeitern der Feinseide des Chemiefaserwerkes gebildet hat.  Sie sind seit mehreren Jahren dabei, um bei der Weinlese in Grano mitanzupacken. Das hat sich auch unter den neuen Besitzern nicht geändert.

Überhaupt hat Patkes Weingut so gut wie alle Traditionen des Weinvereins übernommen. Auch die, der Zusammenarbeit mit der Gubener Apfelwein Schüler GmbH. Geschäftsführerin Julia Kleemann erzählt, dass sich mit den Pilgramern nicht viel verändert hat. Außer, dass sich die Verkaufsorte erweitert haben. Am Samstag hatten sie in Grano Federweißer vom Apfelsaft mitgebracht, der ebenfalls reißenden Absatz fand. Rund eintausend Flaschen Apfelwein wird die Schüler GmbH in diesem Jahr abfüllen. „Wir haben extra eine neue Presse angeschafft, damit wir unabhängig von der Weinpresse sind“, erzählt Julia Kleemann. Die Äpfel kommen übrigens von einer Plantage auf dem Kirschberg im Gubener Ortsteil Kaltenborn und einem kleinen Areal hinter dem Wilkestift. Am Samstag zeigte sich, dass der Apfelfederweißer genauso beliebt ist, wie der aus Trauben. Beliebt sind beim Weinbergfest auch stets die Führungen durch den Weinberg, die weiterhin Lothar Müller vom einstigen Weinbauverein durchführt. Aber auch das gemütliche Sitzen an und in den Weinbergen, die rustikale Verpflegung, das kleine Konzert des Granoer Chores sowie der traditionelle Kuchenverkauf der Sangesgemeinschaft fanden Anklang.

Auch in diesem Jahr fuhr wieder ein Shuttle vom Parkplatz hinauf zum Weinberg. Da der Weg bergauf zum Weinberg für viele beschwerlich ist, hat sich vor zwei Jahren die Granoer Familie Wishoeth bereit erklärt, ihren Anhänger samt Traktor zur Verfügung zu stellen, um die Besucher zum Festplatz zu kutschieren. Apropos Festplatz: Dieser wurde 2017 etwas nach unten verlegt, weil dort die Fläche größer ist. Dieser Platz soll nun als solches auch erhalten bleiben. Die Weinbauern äußerten am Samstag nämlich die Idee, ihr Weinfest im kommenden Jahr über zwei bis drei Tage zu veranstalten. Und wer weiß, vielleicht wird man dann auch eine Weinkönigin küren.