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Großen Sorgen ums Wohngebiet

Als Bewohner des WK II mache ich mir als älterer Bürger schon Gedanken, wie ein Leben im Wohngebiet weitergehen soll. Der einst als Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens gestaltete Schillerplatz droht zu veröden. Helmut Wolf, Guben

Gaststätten, Händler und öffentliche Dienstleistungen haben sich zurückgezogen, die Bauarbeiten am Kompaktbau sind nach dem Brand offensichtlich wegen mangelnder Zukunftsaussichten eingestellt. Noch haben wir das Kaufland und wöchentlich einen Frischemarkt. Volkssolidarität und AWO bemühen sich gemeinsam mit Guwo und GWG, etwas kulturelles Miteinander zu gestalten. Über Allem droht der allmähliche Untergang des Wohngebietes, die Unsicherheit über den weiteren Abriss dauert an.

Offensichtlich versucht man durch die verstärkte Unterbringung von Flüchtlingen, dem Leerstand zu begegnen - ohne ausreichende Information an die "Alteingesessenen". Dazu kommt, dass man der Instandhaltung der Fußwege und der Grünanlagen um das Hochhaus herum (siehe Steg über den Goldfischteich) kaum Beachtung schenkt. Auch die Anbindung an den städtischen Nahverkehr hatten wir schon besser. Die vornehmliche Konzentration auf die Altstadt hat doch bisher aus Mangel an Investoren auch nicht viel gebracht.

Fragen über Fragen, denen sich die Stadtväter offensichtlich gegenübersehen, ohne Lösungen zu finden. Deshalb sollten sie den Bürgern auch im WK II endlich reinen Wein einschenken und ihre Ohnmacht gegenüber der Entwicklung eingestehen.