"Marmeladen gehören einfach zu meinem Leben", erzählt die 49-Jährige. Schon ihre Eltern und Großeltern hatten eine eigene Bäckerei. Und wie heute noch jeder "gute Patissier" seine Konfitüre selbst kocht, so Kluge, machten das auch ihre Vorfahren. "Ich bin in der Bäckerei mit vielen Früchten groß geworden", sagt sie. Besonders angetan hat es ihr der Gubener Spilling. Der wächst auch heute noch auf Streuobstwiesen auf der Gubiner Seite. "Meine Urgroßmutter hatte dort früher ein Stück Land", berichtet Kluge. Wenn sie heute die kleinen Pflaumen für ihre Konfitüre auf dem Gubiner Markt kauft, ist sie sich sicher, dass unter diesen auch einige aus dem alten Familienbesitz sind.

Alles in Handarbeit

Die Spillinge werden aufwendig von Hand entsteint. "Was sein muss, muss sein", sagt Kluge. Anschließend kommen sie in einen großen Kupferkessel, in dem sie so lange köcheln, bis die Marmelade die gewünschte Konsistenz hat. Elf Konfitüren-Sorten hat die Groß Gastroserin unter der eingetragenen Marke "Mea Rosa" im Angebot. Dazu gehören Klassiker wie Erdbeere, "Kinder lieben die".

Zu Aufstrich verarbeitet werden aber auch Exoten wie die Zitrusfrucht Bergamotte oder Kalamanis, eine Kreuzung aus Mandarine und Kumquat. Noch in der Testphase ist die neue Kreation Orange-Olivenöl. "Aus frisch gepresstem Orangensaft", wie Kluge erklärt.

Für ihre Produkte verwendet die Unternehmerin eigenen Angaben zufolge nur Rohstoffe höchster Qualität. Ganz bewusst verzichtet sie auf Zusatzstoffe. Auch herkömmlicher Gelierzucker kommt ihr nicht ins Marmeladenglas. "Ich habe für jede Frucht ein eigenes Rezept", sagt sie. Die gelernte Erzieherin, die 2007 aus der Arbeitslosigkeit heraus den Sprung in die Selbstständigkeit wagte, arbeitet mit drei verschiedenen Pektinen, um ein optimales Ergebnis zu erzielen. Die Marmeladen verkauft sie im Internet und auf Wochenmärkten.

Lob von Spitzenköchen

Für Aufmerksamkeit bei deutschen Spitzenköchen hat vor allem ihre Eigenkreation "Sweet Infusion" gesorgt. Die Grundlage für diese sirupähnliche Flüssigkeit ist ein Apfelextrakt. "Als gesunde Alternative zu Zucker", so Kluge. Darin werden die Aromen beispielsweise aus Vanille, Kaffee, Sternanis, Tonka oder Zimt mithilfe eines speziellen Verfahrens gelöst.

Zum Einsatz kommt das Produkt in der Gastronomie, wenn Desserts, Speiseeis, Backwaren, kalte oder heiße Getränke verfeinert werden. Geeignet ist die "Sweet Infusion" aber auch zum Abschmecken von herzhaften Gerichten wie Soßen, Füllungen, Dressings und Dips.

Zu den Kunden von "Mea Rosa" gehört beispielsweise der deutsche Spitzenkoch Alexandro Pape, der im Restaurant "Fährhaus" auf Sylt mit zwei Michelin-Sternen kochte und jetzt eine eigene "Bier- und Brot-Stube" betreibt. Er bezeichnet die Produkte aus Groß Gastrose als "kulinarische Sensorikexplosionen". Auch Rene Kalobius, Sternekoch im Parkhotel Surenburg (Nordrhein-Westfalen), ist "begeistert". "Ein ehrliches Produkt aus einer Manufaktur, die mit Herz und Seele geführt wird", betont er. Das Lob macht Cathrin Kluge "stolz". Als nächstes großes Ziel hat die Unternehmerin für 2017 die Mitgliedschaft im JRE-Genussnetz anvisiert. Das Netzwerk vereint erstklassige Produzenten und Spitzenköche.