ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 11:32 Uhr

Gesundheit
Grippewelle hält Krankenhäuser in Schach

Der Eingangsbereich des Naemi-Wilke-Stiftes in Guben.
Der Eingangsbereich des Naemi-Wilke-Stiftes in Guben. FOTO: Mut
Guben. Die Lausitz Klinik in Forst musste am Montag stundenweise die Aufnahme stoppen. Am Limit arbeiten derzeit fast alle Kliniken. Von Silke Halpick

Einen vorübergehenden Aufnahmestopp gab es am Montagnachmittag für die Lausitz Klinik in Forst. Wie Pressesprecherin Damaris Hunsmann erläutert, hatten sich der ärztliche Direktor des Forster Krankenhauses in Abstimmung mit der Leitstelle und der Feuerwehr entschieden, am Montagnachmittag keine Patienten in die Lausitz Klinik bringen zu lassen.

Grund für diese Entscheidung waren die vielen Patienten, die wegen der Grippe im Verlauf des Wochenendes stationär aufgenommen werden mussten. „Wir sind voll“, so  Damaris Hunsmann. Deshalb wurde entschieden, dass der Rettungsdienst Patienten vorübergehend in andere Krankenhäuser bringt. Die Situation habe sich jedoch schnell entspannt, sagt die Pressesprecherin: „Seit Dienstag wird Forst wieder regulär angefahren.“ Wie viele Patienten im Verlauf des etwa fünf Stunden geltenden Aufnahmestopps in anderen Kliniken untergebraucht wurden, konnte sie  nicht einschätzen.

Auch ums Spremberger Krankenhaus macht die Grippewelle keinen Bogen. „Bekommen wir sonst etwa 50 Krankmeldungen im Monat in dieser Zeit, hat sich die Ausfallrate inzwischen verdoppelt, weil Mitarbeiter oder ihre Kinder erkrankt sind“, so Kathrin Möbius, die Geschäftsführerin der Krankenhausgesellschaft. Zudem sei dieser Grippeviren besonders hartnäckig. „Drei Tage reichen zum Auskurieren nicht, sondern das dauert durchaus drei Wochen“, erklärt sie.

Auch mit Isolierzimmern für Patienten komme das Spremberger Krankenhaus an seine Grenzen. „Wir haben derzeit eine hohe Kapazitätsauslastung. Noch können wir Patienten aufnehmen. Aber das kann in der nächsten Stunde schon anders aussehen“, sagt Kathrin Möbius.

In einer ersten Auswertung mit der Hygieneschwester will das Spremberger Krankenhaus seine Mitarbeiter noch besser über die Grippeschutzimpfung informieren und einfach mehr Termine anbieten. Denn so ein Krankenhaus sollte wirklich helfen können, wenn die Bevölkerung von so einer Grippewelle getroffen wird. „Unsere Betriebsärztin impft. Aber bei einem Dreischichtsystem ist es nicht für alle Kollegen einfach, die angebotenen Termine wahrzunehmen.“ Einen genauen Überblick, wie viele Mitarbeiter sich den Grippeschutz verabreichen lassen, hat sie nicht: „Das ist ja freiwillig, und viele Kollegen lassen sich gleich von ihrem Hausarzt impfen.“

Aufgrund der Grippewelle arbeitet auch das Gubener Naemi-Wilke-Stift derzeit am Limit, wie Verwaltungsdirektor Gottfried Hain einräumt. Einen vorübergehenden Aufnahmestopp, wie stundenweise am Montag am Forster Krankenhaus, habe es in Guben allerdings noch nicht gegeben, so Hain am Mittwoch. „Bisher haben wir immer eine Lösung gefunden“, betont der Verwaltungschef.

Probleme bereiten der Gubener Einrichtung die überdurchschnittlich hohe Zahl von Patienteneinweisungen in die Abteilung Innere Medizin, aber auch der überdurchschnittlich hohe Krankenstand bei der Belegschaft. Kompensiert werden die Ausfälle durch freiwillige Mehrarbeit der Belegschaft, abe auch vieler Teilzeitbeschäftigter, sowie durch das Verschieben von geplanten freien Tagen. „Die Mitarbeiter sind sehr engagiert“, lobt Hain.

Seit rund drei Wochen ist die Situation im Gubener Wilkestift angespannt. „Wir kämpfen richtig“, betont der Verwaltungdirektor. Um die Aufnahme von Neuzugängen gewährleisten zu können, müsse jeden Tag neu entschieden werden, welche Patienten bereits entlassen werden können. In der vergangenen Woche musste ein Teilbereich der Inneren Medizin vorübergehend geschlossen werden, weil das Personal erkrankt war. „Die Patienten wurden vorübergehend in einer anderen Abteilung untergebracht“, erklärt Wolfgang Hain das Krisenmanagement.

Für ihn sei ein Aufnahmestopp das „Ultima Ratio“, das letzte mögliche Mittel. Viele medizinische Einrichtungen in der Region würden sich auch gegenseitig unterstützen. „Aus Senftenberg hatte ich erst kürzlich eine Anfrage, ob ich mit Personal aushelfen könne“, erzählt der Gubener Verwaltunsdirektor. Das sei derzeit jedoch nicht möglich. Das Gubener Krankenhaus hat insgesamt 151 Planbetten, 63 davon gehören zur Abteilung Innere Medizin.

„Der Bedarf an Mundschutz und Händedesinfektionsmittel ist derzeit besonders hoch“, räumt die Sprecherin des Cottbuser Carl-Thiem-Klinikums (CTK), Susann Winter, ein. Auch das CTK habe derzeit einen erhöhten Krankheitsstand zu vermelden. Die Klinik stellt die Grippe vor eine Herausforderung. „Wir haben versucht, die Influenza-Patienten in einem Schwerpunkt-Bereich zusammenzulegen – sofern das möglich ist“, sagt Susann Winter. Müssten weitere Erkrankungen behandelt werden, gelte: Influenza-Patienten liegen nur allein im Zimmer oder mit Patienten, die am gleichen Influenza-Typ erkrankt sind.