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| 16:37 Uhr

Kriminalität
Grießener Ortsvorsteher fordert mehr Polizeistreifen

Im beschaulichen Grießen gibt es immer wieder Einbrüche. Der Ortsvorsteher fordert mehr Polizeipräsenz.
Im beschaulichen Grießen gibt es immer wieder Einbrüche. Der Ortsvorsteher fordert mehr Polizeipräsenz. FOTO: Medienhaus Lausitzer Rundschau
Grießen. Hartmut Fort verweist auf zwei aktuelle Einbrüche. Polizei sieht derzeit keine Notwendigkeit für einen verstärkten Einsatz.

Mehr Polizeistreifen im ländlichen Raum fordert der Grießener Ortsvorsteher Hartmut Fort. „In den letzten drei Wochen hat es wieder zwei Einbrüche gegeben“, begründet er. Das sei für die Menschen vor Ort so einfach nicht mehr hinnehmbar.

Jüngster Fall ist der Einbruch in einem Einfamilienhaus in Grießen. Die betroffene Familie musste ihren Urlaub vorzeitig abbrechen, als sie davon erfuhr. Unbekannte zerstörten die Terrassentür und verschafften sich so Eintritt ins Gebäude. Gestohlen wurden zwei Uhren im Gesamtwert von rund 200 Euro. Ein paar Tage davor gab es bereits einen Einbruch im Grießener Wasserkraftwerk. Das ist schon der vierte innerhalb von zwei Jahren.

„Verständnis“ für die Betroffenen hat Ines Filohn, Pressesprecherin der Polizeidirektion Süd in Cottbus, wie sie betont. Allerdings sieht sie trotz der beiden aktuellen Fälle „keine Notwendigkeit“, jetzt verstärkt Streife in Grießen zu fahren. Die Personalressourcen bei der Polizei werden nach „Priorität“ eingesetzt, wie sie ausdrücklich betont.

Aktuell ganz oben auf der Prioritätenliste der Polizei steht die Nachbarstadt Forst, in der es momentan verstärkt Autodiebstähle gibt, so Filohn. Hier handelt es sich um organisierte Kriminalität. Auch eine Bürgerinitiative hat bereits in einem offenen Brief Mitte Juli Hilfe von der Politik gefordert. Wöchentlich entstehe allein in Forst ein Schaden im fünf- bis sechsstelligen Eurobereich durch Kriminalität, heißt es in dem Schreiben.

Laut aktueller Kriminalitätsstatistik ist die Zahl der Straftaten im Bereich Guben im vergangenen Jahr um 25 Prozent gesunken. In der Gemeinde Schenkendöbern liegt der Rückgang sogar bei 44,6 Prozent. Erst Mitte Juli stellte Bettina Groß die Daten in der Stadtverordnetenversammlung vor. Die positive Entwicklung führt die Polizei auch auf die verstärkte Zusammenarbeit zwischen Gubener und Gubiner Polizei zurück.

„Viele Betroffene zeigen die Einbrüche doch schon gar nicht mehr an“, kritisiert Fort. Der lange Anfahrtsweg für die Einsatzkräfte der Polizei sowie der kurze Fluchtweg für die Täter nach Polen machen seiner Ansicht nach die Dörfer entlang der Grenze für Kriminelle besonders interessant. Der Grießener Ortsvorsteher wünscht sich Streifenwagen, die in seinem Dorf auch nachts unterwegs sind und so möglichst Kriminelle abschrecken.

Unregelmäßige Kontrollfahrten im Rahmen der Möglichkeiten kann sich auch Filohn vorstellen.