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| 07:22 Uhr

Schenkendöbern
Grießen ist Oldtimer-Treffpunkt

Danny und Yvonne Prüfer kamen mit ihrem VW 1600 nach Grießen. Er hat ihn aufgebaut und sie darf ihn fahren.
Danny und Yvonne Prüfer kamen mit ihrem VW 1600 nach Grießen. Er hat ihn aufgebaut und sie darf ihn fahren. FOTO: Ute Richter
Grießen. Seit 25 Jahren kommen am 1. Mai Liebhaber alter Fahrzeuge. Und sie haben viel zu erzählen.

Zum 25. Mal haben sich Oldtimerfreunde aus ganz Deutschland auf dem Gelände rund um das Wasserkraftwerk in Grießen getroffen, stolz ihre Fahrzeuge präsentiert und über die unterschiedlichen Gefährte gefachsimpelt. Hunderte Besucher lassen sich in jedem Jahr dieses Spektakel nicht entgehen. Wie viele Aussteller es waren, das kann man wohl nur erahnen, denn immer wieder fahren die unterschiedlichsten Auto- und Motorradtypen auf und ab vom Gelände. Anmelden muss sich in Grießen niemand. Genau das scheint das Erfolgsrezept für diesen 1. Mai jeden Jahres zu sein, denn viele Oldtimerbesitzer kommen schon viele Jahre nach Grießen.

Der Ort zieht Jahr für Jahr  Oldtimerfreunde aus Bautzen, Zittau, Dresden oder Berlin an. So wie den 25-jährigen Sebastian Köhler aus Weißwasser, der mit seinem Trabant Baujahr 1989 kam. Seit einem Jahr besitzt er die „DDR-Pappe“. Angeschafft hat sich er junge Mann den Trabant, weil der Wagen „sehr simpel aufgebaut ist“, erzählt er. „Da kann man viel selber machen, weil sich vieles von selbst erklärt“, erzählt er. Im Sommer fährt er damit auf die Arbeit, für den Winter hat er ein anderes Auto.

 Eine der wenigen Frauen, die ihre Oldtimer ausstellten, war Yvonne Prüfer aus Briesen bei Fürstenwalde. Sie hatte ihren schick aufgearbeiteten Volkswagen 1600, in Fachkreisen Typ 3, mitgebracht. Etwa acht Jahre hat sie diesen VW, der im Jahr 1967 gebaut wurde. Mit ihrem Mann Danny sammelt sie sozusagen Oldtimer, „aber nur welche von VW“, wie sie erzählen. „Das hat vielleicht damit etwas zu tun, dass früher in den Trickfilmen immer der VW Käfer vorkam und auch mein erstes Auto ein Käfer war“, erklärt der Ehemann. Die Autos, die die beiden sich anschaffen, werden alle aufgearbeitet und gehen dann in die Prüfersche Sammlung ein. „In der Regel dauert so ein Neuaufbau etwa ein Jahr. Das Auto meiner Frau, welches heute hier steht, hat nur zwölf Wochen gedauert“, erzählt er. Das sei Rekord.

An der Biertankstelle von Jens-Uwe Kellberg aus Groß Breesen steht Vincent Klinger und zapft ein ums andere Bier. Er erzählt, dass das Originalfahrzeug ein Barkas Framo Pritsche ist und dieser mit einer Zapfsäule der Minoltankstelle, „an dem DDR-Sprit im Verhältnis 1:70 angemischt wird“, versehen wurde. „Es ist ein Gag und die Leute mögen dieses Fahrzeug, vielleicht ja auch nur, weil es hier was zu trinken gibt“, sagte er schmunzelnd.

Vor allem viele Trabant, Wartburg, aber auch DDR-Motorräder waren gekommen. Doch nicht nur die. Auch Motorräder mit und ohne Seitenwagen aus den unterschiedlichen Jahren, Armeefahrzeuge, Lastwagen und eigens gebaute Gefährte wurden von den Besuchern bestaunt.

Elisabeth und Gernot Schulze aus Cottbus kommen schon Jahre nach Grießen, um sich die schmucken Karossen anzuschauen, wie sie selber sagen. „Man staunt, was manche Leute aus alten Autos alles machen“, so der Technik interessierte Ehemann. Vor allem die beeindruckenden amerikanischen Autos hatten es ihm angetan.

Klaus Ewald aus Forst blieb lange an den Armeemotorrädern der in Uniform steckenden Besitzer stehen. „Da sind richtige Schmuckstücke dabei“, sagte der Kenner. Denn schon viele Jahre beschäftigt er sich mit den Fahrzeugen der Streitkräfte aller Länder, vor allem den historischen Fahrzeugen.

Wer sich die Ausstellung mal von oben anschauen wollte, der hatte dazu auf dem Kraftwerksturm die Gelegenheit. Einen herrlichen Blick auf die Flusslandschaft der Neiße und das gesamte Gelände konnte man dort erhaschen. Und wem das immer noch nicht reichte, der konnte per Hubschrauber  abheben und sich entlang der Neiße fliegen lassen. Davon machten viele Besucher Gebrauch.

Für die musikalische Umrahmung sorgte traditionell die Kleine Gubener Blasmusik. Für die jüngsten Besucher gab es eine Quadstrecke.