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Deutsch-polnisches Projekt
Grenzrosen für Guben und Gubin

Günter Quiel sammelt Spenden für die drei Grenzrosen in Guben und Gubin. An der Nordspitze der Neißeinsel soll ein Halbkreis um die Grenzrose gestaltet werde.
Günter Quiel sammelt Spenden für die drei Grenzrosen in Guben und Gubin. An der Nordspitze der Neißeinsel soll ein Halbkreis um die Grenzrose gestaltet werde. FOTO: Michèle-Cathrin Zeidler
Guben. Um die Haushaltskassen nicht zu belasten, sollen die Kosten durch Spenden finanziert werden.

Am 11. November  jährt sich das Ende des Ersten Weltkrieges zum 100. Mal. Gleichzeitig feiert die Republik Polen ihr 100. Gründungsjubiläum. „Um an diese beiden entscheidenden Ereignisse zu erinnern, möchte die gemeinsame deutsch-polnische Kommission Grenzrosen auf beiden Seiten der Neiße aufstellen“, sagt der Kommissionsvorsitzende Günter Quiel. Schließlich lebe eine geteilte Stadt wie Guben auch oft von Symbolik, die die Menschen erinnert. „Wir haben das Glück, seit 73 Jahren in Frieden zu leben. Aber das ist nicht selbstverständlich – das dürfen wir nie vergessen“, betont Günter Quiel.

Das Projekt Grenzrosen begann 2005 in Frankfurt (Oder). Der Essener Künstler Thomas Rother möchte mit diesen Rosen aus Stahl den Opfern des Zweiten Weltkrieges gedenken und sieht die Skulpturen gleichzeitig als Versöhnungsgeste mit dem Aufruf „Blumen statt Waffen“. „Diesen Gedanken wollen wir auch entlang der Neiße aufnehmen“, so Quiel. Die Kommission möchte am 11. November drei Grenzrosen eingeweiht – eine in Guben, eine in Gubin und eine als Verbindungsglied beider Länder auf der Neiße-Insel. „Als Standorte könnte ich mir die Stadtverwaltungen von Guben und Gubin vorstellen“, so der Initiator. Auf der Nordspitze der Neiße-Insel soll ein Halbkreis mit acht Bäumen und vier Bänken um die Grenzrose gestaltet werden. „Die Bänke laden zu einer Rast ein und den Mittelpunkt bildet die Grenzrose“, sagt Günter Quiel. „Wir haben außerdem bereits Kontakt mit den Nachbargemeinden Ratzdorf, Fürstenberg und Słubice aufgenommen, damit auch sie den Gedanken der Grenzrose weitertragen.“ Er würde sich freuen, wenn Grenzrosen bis zur Mündung der Oder in die Ostsee den Weg zieren.

Um die Haushaltskassen von Guben und Gubin nicht zu belasten, sollen die Kosten für die Grenzrosen durch Spenden finanziert werden. Für die drei Grenzrosen kalkuliert Günter Quiel mit 7500 Euro. „Einige Spender und Unternehmen haben mir bereits Unterstützung zugesichert“, erzählt er. „Aber ich suche weiter nach Menschen, die dieses Projekt ebenfalls befürworten.“ Er selbst will vier Bäume für die Gestaltung auf der Neiße-Insel spenden. Der Kulturausschuss hat bereits das Motiv für die Grenzrosen ausgewählt und auf den Tafeln sollen der Anlass sowie die Sponsoren in deutscher und polnischer Sprache stehen.

Neun Grenzrosen des Künstlers Thomas Rother stehen in Forst – zwei auch in Bad Muskau.
Neun Grenzrosen des Künstlers Thomas Rother stehen in Forst – zwei auch in Bad Muskau. FOTO: Ludwig
(Zeidler)