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| 02:39 Uhr

Granoer Winzer mit Spitzenergebnis

Minister Jörg Vogelsänger (M.) wurde in der Weinscheune unter anderem von Günther Leckscheidt vom Gubener Weinbauverein (r.) und von Veit Kalinke vom Förderverein Niederlausitzer Weinbau über die Weinherstellung in Grano informiert.
Minister Jörg Vogelsänger (M.) wurde in der Weinscheune unter anderem von Günther Leckscheidt vom Gubener Weinbauverein (r.) und von Veit Kalinke vom Förderverein Niederlausitzer Weinbau über die Weinherstellung in Grano informiert. FOTO: Engelhardt
Grano. Auf ein erfolgreiches Jahr 2013 können die Mitglieder des Gubener Weinbauvereins zurückblicken. Die Ernte auf dem "Langen Rücken" in Grano war so ergiebig, dass in etwa die doppelte Menge an Wein hergestellt werden konnte als in den Jahren zuvor. Am Montag besuchte Brandenburgs Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger (SPD) die Weinscheune des Vereins in Grano. Thomas Engelhardt

Grano. Ursprünglich hatten die Hobbywinzer Vogelsänger zur Feier ihres zehnjährigen Vereinsjubiläums im Februar nach Grano eingeladen. Musste der Minister damals aus Termingründen passen, so holte er seinen Besuch nun nach. In der Weinscheune informierten ihn Mitglieder des Vereinbauvereins und des Fördervereins Niederlausitzer Weinbau über den Herstellungsprozess des Weines wie auch über die Scheune als solche, die im Jahr 2010 von einer alten Guts- zur Weinscheune umgebaut worden war und seitdem ein Anlaufpunkt für Winzer aus der ganzen Region Südbrandenburg ist.

Und die aktuellen Zahlen, die die Granoer Winzer Vogelsänger mit auf den Weg geben konnten, können sich sehen lassen. Denn das Jahr 2013 war für die Weinbauern sehr erfolgreich. Sie ernteten auf dem "Langen Rücken" so viele Trauben, dass daraus rund 7000 Liter Wein hergestellt werden konnten. Zum Vergleich: In den Vorjahren waren nur zwischen 3000 und 4000 Liter Granoer Wein produziert worden. Kellermeister Wilfried Olzog: "Von der Menge her war das im vorigen Jahr schon fast zu viel." Denn ein so deutliches Plus bei der Quantität habe eher negative Auswirkungen auf die Qualität. Olzog erklärt: "Wenn ein Rebstock normalerweise zehn Reben trägt, es wie im vorigen Jahr dann aber 20 sind, kann er nur die Hälfte seiner Kraft pro Rebe für die Versorgung aufwenden." Konkret habe das beim Wein des Jahrgangs 2013 zu einem höheren Säuregehalt geführt. Dem sei in der Verarbeitung mit Säurekorrekturen entgegengewirkt worden. Und so, da ist sich der Kellermeister sicher, werde es letztlich auch wohlschmeckenden Wein des Jahres 2013 aus Grano geben.

Dass Grano tatsächlich ein Zentrum des südbrandenburgischen Weinanbaus ist, beweist der Fakt, dass neben den 7000 Granoer Litern noch einmal weitere 5000 bis 6000 Liter von anderen Weinbergen der Region dort lagern. Schließlich werden in der Kellerei der Weinscheune beispielsweise Reben aus Neuzelle und Luckau für dortige Winzer verarbeitet.

Im Mittelpunkt steht in Grano aber der Wein vom Langen Rücken. Lothar Müller vom Vorstand des Weinbauvereins machte während des Rundgangs deutlich. "Wichtig ist für uns, dass in den Flaschen drin ist, was auch drauf steht. Wir wollen keinen Wein herstellen, den man für 1,99 Euro im Supermarkt kaufen kann." Bei den insgesamt zehn Sorten, die in Grano angebaut werden, sei fast für jeden Geschmack etwas dabei.

Und auch zur Entwicklung des Vereins erfuhr Vogelsänger, der nach eigener Aussage Weißweine den Rotweinen vorzieht, einiges. Zum Beispiel, dass sich die Mitglieder ganz bewusst für den Namen Gubener Weinbauverein entschieden, obwohl der Wein in Grano angebaut wird - zum einen als Bekenntnis zum traditionsreichen Gubener Weinbau, zum anderen aber auch zur besseren räumlichen Einordnung für Außenstehende.

Und während Minister Vogelsänger im Vereinszimmer eine kleine Probe Granoer Weins kostete, wagten die Hobbywinzer bereits einen ersten Ausblick auf das Weinjahr 2014. Das Wetter jedenfalls meinte es mit den Weinbauern momentan gut. "Die aktuell etwas niedrigeren Temperaturen im Vergleich zur Wärme der letzten Woche bremsen den Wein ein wenig im Wachstum. Das ist ganz gut so", sagte Lothar Müller. Ein echtes Problem könnten jetzt nur noch Spätfröste darstellen. Eine erste fundierte Aussage, wie die Ernte in diesem Jahr ausfallen könnte, sei erst nach den Eisheiligen möglich.

Zum Thema:
Über die Qualität der Granoer Weine des Jahrgangs 2013 können sich alle Interessenten am Samstag, dem 26. April, einen Eindruck verschaffen. Dann findet in der Weinscheune die diesjährige Jungweinprobe statt. An ihr werden sich auch wieder Winzer aus anderen Anbaugebieten Brandenburgs beteiligen, war von Vorstandsmitglied Lothar Müller zu erfahren.