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| 14:58 Uhr

Trotz sinkender Einwohner mehr Kinder
Grano bekommt mehr Klassen

Erst kürzlich wurde die Grüne Grundschule in Grano zum „Haus der kleinen Forscher“ ausgezeichnet. Ziel des Schule ist es schon lange, die Begeisterung der Kinder am Erforschen und Entdecken zu bewahren.
Erst kürzlich wurde die Grüne Grundschule in Grano zum „Haus der kleinen Forscher“ ausgezeichnet. Ziel des Schule ist es schon lange, die Begeisterung der Kinder am Erforschen und Entdecken zu bewahren. FOTO: Michèle-Cathrin Zeidler
Grano/Schenkendöbern. Da Schenkendöbern weiterhin steigende Schülerzahlen erwartet, wird die Zügigkeit erhöht. Von Michèle-Cathrin Zeidler

Es ist eine völlig neue Erfahrung für Peter Jeschke. Bisher musste der Bürgermeister von Schenkendöbern  Schulen immer nur schließen – erst die Grundschule in Bärenklau, dann die Gesamtschule in Grano und 2015 schließlich die Grundschule in Groß Gastrose. Noch nie zuvor konnte Peter Jeschke mehr Klassen an einer Schule rechtfertigen. Doch heute ist die Lage anders. Da an der Grünen Grundschule in Grano zum Schuljahr 2019/20 erstmals mehr Erstklässler erwartet werden, als in eine Klasse passen, soll die Zügigkeit von eins auf 1,5 erhöht werden. Dieser Empfehlung des Kita-Ausschusses sind die Gemeindevertreter in ihrer Sitzung am Dienstagabend gern gefolgt und votierten einstimmig für die Erhöhung.

„Über diese positive Entwicklung bin ich sehr glücklich“, gesteht der Bürgermeister. Trotz sinkender Einwohnerzahl hätte sich die Anzahl der Kinder, und damit auch die Zahl der Lernanfänger, in der Gemeinde erhöht. „Dieser Entwicklung tragen wir nun Rechnung“, erklärt Jeschke. Während die Anzahl der Geburten 2016 noch bei einem Tiefstwert von 19 Neugeborenen lag, wurden im vergangenen Jahr 29 Kinder in der Gemeinde geboren.

„Im nächsten Schuljahr wird der Richtwert für eine Schulklasse erstmals überstiegen“, führt Jeannette Richter vom Personalamt der Gemeinde in der Sitzung aus. „Alle zwei Jahre ist danach eine zusätzliche erste Klasse notwendig.“ Im Schuljahr 2019/2020 erwartet die Gemeinde 34 Erstklässler, 2020/2021 sollen es laut Prognose 25 Lernanfänger sein, und 2021/22 wird für 34 Schüler erneut eine zweite erste Klasse benötigt. „Der Richtwert von 30 Kindern pro Klasse wird deutlich überschritten“, sagt  Jeannette Richter. „Auch insgesamt wird die Anzahl der Grundschüler stetig steigen.“ Während im laufenden Schuljahr in den Klassenstufen eins bis sechs insgesamt 150 Schüler an der Grünen Grundschule lernen, sollen es im nächsten Schuljahr bereits 156 Kinder sein. 2021/22 kalkuliert die Verwaltung bereits mit einer Schülerzahl von 168.

„Und in dieser Berechnung sind nur die Kinder der Gemeinde berücksichtigt“, erklärt Peter Jeschke. „Die Schule hat einen guten Ruf, und es gibt immer mehr Anfragen aus dem Raum Guben.“ Die Granoer Einrichtung wurde im vergangenen Jahr mit Fördermitteln des Landesamtes für Ländliche Entwicklung auf Vordermann gebracht. Das Anfang der 1980er-Jahre erbaute Schulgebäude war zuvor in einem schlechten Zustand. Die Gemeinde hatte lange um Fördermittel gekämpft. 1,6 Millionen Euro stecken im sanierten Schulgebäude, 600 000 Euro kommen von der Gemeinde.

„Aktuell werden sechs Räume als Klassenräume genutzt“, so Jeannette Richter. Zukünftig würden dann neun Klassenräume benötigt. „Es besteht aber die Möglichkeit, Fachräume zu Klassenräumen umzufunktionieren.“ Früher war die Grundschule in Grano nämlich eine Gesamtschule mit integrierter Grundschule. „Daher geht sowohl das Raum- als auch das Gebäudekonzept mit der erhöhten Zügigkeit weiterhin auf“, so Jeschke.

Eng werde es hingegen in den nächsten Jahren im Hortbereich. „Hier müssen wir uns Gedanken über die Zukunft machen“, sagt der Rathauschef. Ein neues Hortgebäude sei eine Option. „Das aktuelle Gebäude ist in die Jahre gekommen“, so Jeschke. Er sei optimistisch, mit den Gemeindevertretern eine Lösung zu finden: „Vielleicht schaffen wir in meiner Amtszeit noch einen Grundsatzbeschluss.“