| 02:36 Uhr

Glücksfall für die Jugendlichen

Kommentar. Eine Paradebeispiel für gelebte Demokratie haben die Gubener Stadtverordneten am Mittwochabend abgeliefert. Nach heftiger Diskussion gab es den nicht unumstrittenen Beschluss, dass die Stadt die Lücke bei der Finanzierung der Jugendarbeit aus eigenen Mitteln schließen soll. Silke Halpick

Damit legen die Abgeordneten den Finger in die Wunde, die die Neuausrichtung der Förderung durch den Landkreis Spree-Neiße hinterlässt. Ist Schulsozialarbeit tatsächlich wichtiger als Jugendarbeit? Befürworter verweisen gern darauf, dass in der Schule alle Kinder erreichbar sind. Das stimmt. Doch sind sie auch erreichbar für die Sozialarbeit?

Wer Probleme hat, bindet diese nicht jedem auf die Nase. Sozialarbeiter in den Klubs sind näher am Lebensgefühl und der Sprache der Kids dran als ihr pädagogisches Pendant in der eher starren Institution Schule. Für den Haushalt der Stadt mag die Entscheidung der Abgeordneten eine Herausforderung sein, für die Jugendlichen ist es ein Glücksfall.

silke.halpick@lr-online.de