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| 14:27 Uhr

Nahverkehr
Warten auf den Bus nach Gubin

An der Bushaltestelle in der Berliner Straße in Guben steigen viele Fahrgäste ein. Noch ist für den ÖPNV an der Grenze Schluss.
An der Bushaltestelle in der Berliner Straße in Guben steigen viele Fahrgäste ein. Noch ist für den ÖPNV an der Grenze Schluss. FOTO: Silke Halpick / LR
Guben. Die Genehmigung für die grenzüberschreitende Verkehrsverbindung steht noch aus. Von Silke Halpick

Die geplante grenzüberschreitende Buslinie zwischen Guben und Gubin lässt weiter auf sich warten. Aktuell läuft das Genehmigungsverfahren, wie der Landkreis Spree-Neiße auf Nachfrage informiert.   Gehofft  wurde bereits 2017 auf die Umsetzung des Pilotprojektes.  Das war zu optimistisch. Der Planung zufolge soll die Buslinie 858 aus Forst künftig in Guben die deutsch-polnische Grenze passieren und zuvor auch am Neißecenter stoppen.

Auf „intensive Anstrengungen“ und „gemeinsame Arbeitsberatungen“ im vergangenen Jahr verweist Carsten Billing, Finanzdezernent des Landkreises Spree-Neiße. Der Landkreis ist für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zuständig. Auf regionaler Ebene wurde bereits ein Fahrplan entwickelt, den „alle Beteiligten begrüßen“, wie Billing erklärt.  Genutzt werden sollen bereits „vorhandene Linien“, die „anders bedient“ werden.

Ganz konkret geht es dabei um den Forster Regionalbus, der künftig in Guben über die Karl-Marx-Straße zum Bahnhof, danach in die Berliner Straße und anschließend in Richtung Gubin fahren soll. Zentraler Anlaufpunkt auf polnischer Seite ist der Busbahnhof. Aktuell verkehrt die Buslinie 858 von morgens bis abends im Ein-Stunden-Takt.

Ob dieser Rhythmus auch für die Grenzüberquerung gilt, ist derzeit unklar. „Über die Häufigkeit muss noch gesprochen werden“, räumt Billing ein. Aber „mehrmals am Tag“ soll die Guben-Gubiner Linie seinen Angaben zufolge schon unterwegs sein. Konsens besteht auch über die wechselseitige Bedienung: Es werden sowohl deutsche Busse in Gubin als auch polnische Busse in Guben fahren.

Einer Umfrage unter den Bürgern der Doppelstadt zufolge wünschen  sich rund drei Viertel eine Buslinie über die Neiße. Unter den Gubenern sind es rund 65 Prozent, auf der polnischen Seite sogar 93 Prozent. An der Umfrage hatten sich rund 200 Menschen beteiligt. Die Busverbindung zwischen Gubiner Busbahnhof und Gubener Bahnhof ist auch für polnische Berufspendler interessant, die schon jetzt tagtäglich in die Personenzüge auf deutscher Seite einsteigen.

Was jetzt noch fehlt, sind die Genehmigungen von den deutschen und polnischen Behörden. „Auch der ÖPNV ist genehmigungsgebunden“, sagt Billing. Zuständig dafür ist das Landesamt für Bauen und Verkehr in Cottbus. Der Finanzdezernent ist aber optimistisch, dass das Projekt genehmigt wird und man anschließend „schnellstmöglich“ in die Umsetzung gehen könne.

Mit der neuen Linienführung soll auch ein anderes Gubener Problem angepackt werden: die direkte Anbindung des Neißecenters an den ÖPNV. „Wir wissen von den Wünschen der Bürger“, sagt Billing. Aktuell liegt die nächste Bushaltestelle rund 300 Meter vom Gelände des Einkaufzentrums in der Karl-Marx-Straße entfernt.

Finanziert werden soll die neue Buslinie zwischen Guben und Gubin aus dem ÖPNV-Budget des Landkreises sowie mithilfe von EU-Fördermitteln. Kürzungen von Verkehrsleistungen an anderer Stelle hatte  Billing in der Vergangenheit bereits ausgeschlossen.

Die Buslinie Guben-Gubin ist das erste grenzüberschreitende Verkehrs­projekt im Landkreis Spree-Neiße. In Frankfurt (Oder), Görlitz und auf der Ostseehalbinsel Usedom rollen bereits Busse über die deutsch-polnische Grenze. Von den Erfahrungen der anderen Städte wolle man profitieren, so Billing.