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| 16:38 Uhr

Lernen fürs Leben
Gemüse wächst nicht im Regal

Landrat Harald Altekrüger und Bürgermeister Fred Mahro haben zusammen mit Schülern der Arbeitgruppe „Junges Gemüse“ das Hochbeet eingeweiht.
Landrat Harald Altekrüger und Bürgermeister Fred Mahro haben zusammen mit Schülern der Arbeitgruppe „Junges Gemüse“ das Hochbeet eingeweiht. FOTO: Michèle-Cathrin Zeidler
Guben. An der Corona-Schröter-Grundschule Guben sollen Schüler mehr über das Gärtnern lernen.

Salat, Kohlrabi und Gurke, aber auch Erdbeeren und Kräuter finden sich in den zwei neuen Hochbeeten im Schulgarten der Corona-Schröter-Grundschule in Guben. Noch sind die meisten Pflanzen recht klein, aber handgearbeitete bunte Schilder aus Ton verraten bereits, was an dieser Stelle im Sommer geerntet werden kann. Besonders wohl scheint sich die Petersilie zu fühlen. Sie hat sich in ihrem Abschnitt schon stark ausgebreitet.

Die neuen Hochbeete wurden am Donnerstag im Vorfeld des alljährlichen Schulfestes von Bürgermeister Fred Mahro und Landrat Harald Altekrüger eingeweiht.

„Wir wollen den Kindern nicht nur erklären, dass Kühe nicht lila sind, sondern ihnen auch zeigen, dass Essen in Beeten und nicht im Supermarktregal wächst“, sagt Schulleiterin Dagmar Ploke. Die Schüler sollen künftig das Gemüse anbauen, pflegen, ernten und anschließend in der Schulküche verarbeiten. Dafür hat sich die Arbeitsgruppe „Junges Gemüse“ gegründet. „Es war gar nicht so einfach, eine geeignete Stelle für den Garten zu finden“; verrät Ploke. Schließlich durfte es nicht zu sonnig, aber auch nicht zu schattig sein. „Ich hoffe, es gelingt und wir können noch vor den Sommerferien ernten“, so die Schulleiterin. Damit der Garten lange Bestand hat, sorgt der Hort während der Ferien dafür, dass die Pflanzen nicht verdursten und das Unkraut nicht überhandnimmt.

„Ein Schulgarten ist ein erzieherisch wertvolles Projekt“, weiß auch Landrat Harald Altekrüger. Die Schüler würde eine Menge über Natur und Nachhaltigkeit sowie Pflanzen- und Geschmacksvielfalt lernen. „Gleichzeitig übernehmen sie Verantwortung“, so Altekrüger. Die Nachwuchsgärtner erhalten im kleinen einen Eindruck davon, wie viel Arbeit es ist, bis das Gemüse auf dem Teller landet. Das Schulgartenprojekt wird im Rahmen des Programms „Soziale Stadt“ finanziert.

Bürgermeister Fred Mahro freut sich besonders, dass für den Schulgarten Hochbeete gewählt wurden. „Man muss sich nicht einmal mehr bücken“, lacht der Gubener Rathauschef. Dem Schulgarten wünscht er stets die nötige Feuchte und wenig Ungeziefer. Da er ansonsten keinen grünen Daumen habe, halte er sich mit Ratschlägen lieber zurück. Stattdessen hat er Eisgutscheine für die engagierte Arbeitsgruppe und Geschenke für die Helfer im Gepäck.

Die Idee für den Schulgarten stammt von Frank Busch vom Aronia Team. Durch seinen Beruf als Koch sieht der Gubener jeden Tag Lebensmittelverschwendung. „Ich wollte den Kindern daher den Lebensmittelkreislauf näherbringen und ihnen beweisen, dass auch unschönes Gemüse lecker schmeckt“, erzählt Frank Busch. Zusammen mit Karin Waßmann, der Projektkoordinatorin für das Förderprogramm „Soziale Stadt“, hat er sich für den Schulgarten eingesetzt. Das Projekt wurde in den Lehrplan aufgenommen und im Rahmen des Sachunterrichts kochen Frank Busch und Lehrerin Anett Türke jede Woche mit den Schülern. „Zum Kennenlernen haben wir Kartoffelpuffer gemacht und danach haben sich die Kinder Pizza gewünscht“, verrät Busch.

Das erste Gemüse kann dafür wohl schon bald geerntet werden. „Der Kohlrabi ist vorgezogen und kann in 14 Tagen geerntet werden“, hofft Anett Türke. Rezeptideen rund um Kohlrabi hat Frank Busch schon im Kopf. „Wir können Suppe, Auflauf oder leckere Kohlrabi-Steaks machen“, überlegt der Koch. Er freut sich bereits auf das erste Gemüse aus dem Schulgarten.

(Zeidler)