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| 02:38 Uhr

Gemeinsamer Kampf gegen Braunkohle

Das Energie- und Klimacamp in Kerkwitz lädt in dieser Woche zu zahlreichen Veranstaltungen rund um das Thema Energie ein.
Das Energie- und Klimacamp in Kerkwitz lädt in dieser Woche zu zahlreichen Veranstaltungen rund um das Thema Energie ein. FOTO: Jana Pozar/zar1
Kerkwitz. Das 4. Lausitzer Klima- und Energiecamp ist am gestrigen Sonntag in Kerkwitz eröffnet worden. Mehr als 1000 Teilnehmer wollen in den nächsten Tagen gegen den Braunkohleabbau in Brandenburg protestieren. Kerkwitz ist neben Atterwasch und Grabko ein vom Kohlebagger bedrohtes Dorf. Jana Pozar / zar1

"Wir streben nach einer Zukunft ohne Kohle in der Lausitz. Die Unternehmen müssen verstehen, dass Kohle nicht ewig da sein wird und erneuerbare Energien immer wichtiger werden", erklärte Camp-Pressesprecher Bernd Müller. Das Camp soll ein lebendiger Ort der Vernetzung sein, an dem Menschen zusammenkommen, sich austauschen, Aktionen planen und so die Klimabewegung stärken.

Der Bürgermeister der Gemeinde Schenkendöbern, Peter Jeschke, betonte, dass mit dem Klima-Camp in Kerkwitz ein deutliches Zeichen gegen neue Tagebaue ausgeht. "Wir sind auf einem guten Weg. Wichtig ist, dass der Kampf weitergeht", so Jeschke. Fred Mahro, amtierender Bürgermeister von Guben, wies darauf hin, dass viele Menschen gewohnt seien, den Strom aus der Steckdose zu nutzen. "Wir müssen aber auch deutlich klar machen, dass es Menschen gibt, die in Angst leben, weil sie wegen der Braunkohle ihr Heim verlieren können", sagte Mahro. Auch vor der Neiße mache die Braunkohle nicht Halt. "Sie ist längst auch Thema östlich des Flusses", betonte der amtierende Bürgermeister. An der Anti-Kohle-Kette am kommenden Samstag werden deshalb auch Bürgermeister aus den bedrohten polnischen Orten in der Reihe stehen. "Ich hoffe, dass die Menschenkette so zusammenkommt, wie wir uns das vorstellen", sagte der Kerkwitzer Ortsvorsteher Roland Lehmann.

Mit Betroffenen im Camp Kontakt aufzunehmen, ist auch Anliegen von Dr. Martin Arnold aus Essen. "Viele haben resigniert, viele haben sich organisiert. Aber die gebündelte Kraft fehlt", erklärte der Kohlegegner und Friedensforscher. Es müsse ein Bündnis gebildet werden. Keiner dürfe den anderen ausspielen. "In der Region gibt es eine ausgeprägte Wut, daraus kann man Aktionen machen. Doch spontane Wutanfälle einzelner sind nicht von Nutzen. Kleine Gruppen schaffen nichts", betonte Arnold. Er wusste, dass Studien ergeben hätten, dass Deutschland im Jahr 2050 ohne Kohle und Atomkraft auskommen werde.

An den Veranstaltungen im Klima-Camp auf dem Kerkwitzer Sportplatz können alle Interessierten teilnehmen. Noch bis zum kommenden Sonntag gibt es Vorträge, Workshops, Konzerte und Exkursionen.