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| 14:39 Uhr

Sorgen-See
Gemeinde setzt auf eigene Studie

Dieser Bootsanlegesteg am Pinnower See liegt schon lange auf dem Trockenen. Laut Anrainer ist der Wasserstand in den vergangenen Jahrzehnten um zwei Meter zurückgegangen.
Dieser Bootsanlegesteg am Pinnower See liegt schon lange auf dem Trockenen. Laut Anrainer ist der Wasserstand in den vergangenen Jahrzehnten um zwei Meter zurückgegangen. FOTO: LR / SIlke Halpick
Schenkendöbern. Trotz Schuldeingeständnis der Leag: Schenkendöbern will Pinnower See untersuchen.

Was ist die Ursache für den Wasserverlust am Pinnower See? Dieser Frage wollte die Gemeinde Schenkendöbern im Rahmen einer Machbarkeitsstudie auf den Grund gehen. Die beim Land dafür beantragten Fördermittel wurden allerdings abgelehnt. Dafür bestünde nun keinerlei Anlass mehr, heißt es in dem Schreiben. Die Gemeinde könne laut Ministerium nur ein Gutachten gefördert bekommen, das sich explizit nicht mit dem Bergbau als Verursacher befasst. In der vergangenen Woche hatte der Bergbaubetreiber Leag nämlich einen Einfluss des Tagebaus Jänschwalde auf die Pegelstände der Seen im östlichen Spree-Neiße-Kreis zugegeben. Nun muss die Leag auf Anordnung des Landesbergbauamtes neue Brunnen für die Lausitzer Sorgen-Seen bohren. Ab dem Frühjahr 2019 soll dann Wasser in die betroffenen Seen fließen.

Trotz dieser erfreulichen Entwicklung wollen die Gemeindevertreter von Schenkendöbern nun Widerspruch gegen die Ablehnung des Förderbescheids einlegen. „Wir brauchen unabhängige und belastbare Zahlen“, so Steffen Krautz (SPD) auf der Sitzung der Gemeindevertreter am Dienstag. Schließlich weigere sich die Leag ihr Datenmonitoring zu veröffentlichen. „Die Maßnahmen der Leag laufen die nächsten 20 Jahre. Doch was kommt danach?“, stellt der Vorsitzende des Umweltausschusses in den Raum. Er will Sicherheit für die Zukunft.

Bürgermeister Peter Jeschke (CDU)  sieht hingegen seit dem vergangenen Donnerstag eine andere Situation. „Zum Zeitpunkt der Antragsstellung der Machbarkeitsstudie hatte die Leag noch jede Schuld abgestritten“, erinnert der Gemeindechef. „Nun haben wir eine Trendwende erreicht, die Leag bezahlt.“ Aus diesem Grund will Peter Jeschke „damit sensibler umgehen“. Er spricht sich mehrfach gegen einen Widerspruch aus, stattdessen setzt er auf einen Neuantrag.  Wilfried Buder (Heimat und Zukunft Hier) will hingegen jetzt nicht aufgeben. „Wir müssen der Sache dringend auf den Grund gehen“, findet der Ortsvorsteher von Groß Gastrose. Auch er will genaue Zahlen darüber, wie viel Wasser dem Pinnower See durch den Tagebau entzogen wurde.

„Wir dürfen uns nicht überall alles gefallen lassen“, betont Steffen Krautz. „Ein Widerspruch tut uns nicht weh.“ Bei einem Neuantrag erinnert er an den Zeitfaktor. „Der Antrag muss bis zum Einlassen des Wassers vorliegen“, sagt der Kerkwitzer. Dann könne die Gemeide genau nachvollziehen, wie viel Wasser die Leag in den Pinnower See einlässt.

Noch in dieser Woche soll nun der Widerspruch eingereicht werden, so der einstimmige Beschluss der Gemeindervertretung. „Gleichzeitig wird sich der Umweltausschuss aber schon mit der Formulierung eines neuen Antrags befassen“, fasst Ralph Homeister, der Vorsitzende der Gemeindevertretung, zusammen. Außerdem bekommt der Ausschuss eine weitere Aufgabe: Er soll weitere Vorbereitungen zur Anmeldung eines Bergschadens gegenüber der Leag treffen. „Eine Anzeige dauert lange, braucht Kraft und anwaltliche Begleitung“, stellt Krautz klar. Auch lasse sich der Schaden nur schwer beziffern und ein Gutachten sei unabdingbar im Fall einer Klage.

(Zeidler)