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| 14:13 Uhr

Gubener Einzelhandel
Hosso verändert in Guben wenig

 Die Galeria Hosso in Gubin hat kaum Auswirkungen auf die Gubener Altstadt. Manche Händler hatten sich mehr Laufkundschaft erhofft.
Die Galeria Hosso in Gubin hat kaum Auswirkungen auf die Gubener Altstadt. Manche Händler hatten sich mehr Laufkundschaft erhofft. FOTO: Ute Richter
Guben/Gubin. Die Gubener Altstadthändler zählen weder mehr noch weniger Kunden. Es bleibt weiter ruhig. Von Daniel Schauff

Viele waren skeptisch. Ein Einkaufstempel in Sichtweite der Gubener Altstadt und doch jenseits der Ländergrenze. Andere Preise, andere Produkte – was bedeutet das für die Händler auf der Frankfurter, der Berliner Straße? Werden sie in der Bedeutungslosigkeit versinken? Oder vielleicht sogar profitieren?

Immerhin – der Weg von der Galeria Hosso in die Gubener Altstadt ist kurz, ideal für einen Bummel entlang der Schaufenster auf deutscher Seite. Nicht wenige Händler hatten sich sogar einen Vorteil von dem Einkaufszentrum in Sichtweite versprochen. Die Hentzschels etwa, die in der Frankfurter Straße ein Fotofachgeschäft betreiben. Heute, fast fünf Monate nach der großen Eröffnung der Galeria kurz vor Beginn des Weihnachtsgeschäftes, merke man eigentlich gar nichts, sagt Manuela Hentzschel. Die Galeria belebe die Gubener Altstadt nicht merklich. Kameras würden auch im Elektroladen im Einkaufszentrum nicht verkauft, für sie müssten also auch polnische Kunden den Weg in die Frankfurter Straße suchen. Passieren tue das aber nicht. Es sei im Zentrum Gubens nach wie vor ruhig.

Allerdings: Es seien auch nicht weniger Kunden, die den Weg ins Geschäft fänden. Die Hentzschels ziehen Ende des Monats in einen neuen Laden. Deutlich größer ist der, deutlich größer könne damit auch das Fotostudio werden, sagt Manuela Hentzschel. Die Arbeit im Studio würde sowieso immer wichtiger. Die Altstadt verlassen werden die Hentzschels für ihren neuen Laden nicht. Der ist gerade einmal ein paar Schritte vom alten.

Wirklich deutlich habe sich in der Altstadt nichts verändert, sagt auch Angela Hammel aus dem Blumenstudio Veronica. Auch sie hatte sich ein wenig Belebung versprochen, wenn das neue Einkaufszentrum am Neißeufer steht. Ein paar mehr Leute allerdings seien samstagnachmittags noch unterwegs. Das Blumenstudio hat dann geöffnet – wegen der Besuchszeiten in Krankenhäusern und Altenheimen, erklärt Angela Hammel. Nun könne sie hin und wieder auch Laufkundschaft begrüßen. Eine echte Veränderung aber spürten auch die übrigen Händler in ihrer Nachbarschaft nicht. Das sei der Tenor der Händlerberatungen, an denen sie teilnehme. Dennoch hoffe sie, dass die Altstadt in Zukunft wieder etwas belebter werde. Dazu aber müsse sich etwas tun. Nach wie vor stehen viele Läden leer, der etwa, in den die Hentzschels nun ziehen. Lange hatte sich kein Händler gefunden, der die vergleichsweise große Ladenfläche nutzen wollte.

„Unsere Leute sind schon immer nach Polen gegangen“, sagt Heike Ameis. Sie betreibt den Otto-Shop in der Frankfurter Straße und empfand die Galeria nie als Bedrohung. Verändert habe sich bei ihr auch nichts mit der Galeria Hosso, das liege aber auch an ihrem Geschäftsmodell als Partner des Otto-Versandhauses und der Post. Falls Letztere ihre Filiale in der Bahnhofstraße wie angekündigt schließt, kann Heike Ameis sogar mit weit mehr Kunden rechnen. „Ich freue mich über jeden“, sagt sie. Wie wohl auch alle anderen Händler in der Gubener Altstadt.

 Angela Hammel (r.) zählt samstagnachmittags ein paar mehr Kunden seit der Hosso-Eröffnung.
Angela Hammel (r.) zählt samstagnachmittags ein paar mehr Kunden seit der Hosso-Eröffnung. FOTO: LR / Silke Halpick