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| 18:45 Uhr

Gubin
„Galeria Hosso“ wächst weiter

Gleich hinter der deutsch-polnischen Grenzbrücke wird ein großes Einkaufszentrum gebaut.
Gleich hinter der deutsch-polnischen Grenzbrücke wird ein großes Einkaufszentrum gebaut. FOTO: Silke Halpick / LR
Guben. Polnischer Investor ist von großer Nachfrage überrascht und erwägt Erweiterung.

Noch vor dem Weihnachtsgeschäft soll die riesige neue Einkaufsgalerie Hosso in Gubin eröffnen. Der Investor rechnet auch mit deutschem Kundenzulauf – bis aus Forst, Neuzelle, Jamlitz und Peitz. Die Gubener Händler reagieren gelassen auf die neue Konkurrenz direkt hinter der Grenze.

Die Bauarbeiten laufen „schnell und intensiv“, wie Hosso-Marketingchefin Anna Hawrylik gegenüber der RUNDSCHAU sagt. Über drei Etagen soll sich die 11 000 Quadratmeter große Einkaufsgalerie erstrecken, die Platz für rund 40 Geschäfte bietet. Direkt daneben wird ein Parkhaus mit 130 Stellplätzen gebaut. Mit der Eröffnung rechnet der Investor Ende des dritten beziehungsweise Anfang des vierten Quartals 2018.

Ein Großteil der Mietverträge sei bereits unterzeichnet, informiert Hawrylik. In der „Galeria Hosso“ wird es Schuh-, Sport-, Bekleidungsgeschäfte, aber auch einen großen Technikmarkt sowie ein Fitness-Studio geben. Konkrete Namen werden nicht genannt. Nur so viel verrät der Bauherr: Viele Kettengeschäfte bekannter polnischer Marken sind unter den künftigen Mietern, aber auch mit kleineren Einzelhändlern werde „kooperiert“.

Selbst „überrascht“ war die Hosso-Gruppe von der großen Nachfrage nach den Geschäftsräumen. Mit konkreten Angaben zum aktuellen Auslastungsgrad sowie zu Mietpreisen hält sich der Investor allerdings zurück. Doch das Unternehmen denke bereits jetzt über eine Erweiterung der Einkaufsgalerie nach, wie Hawrylik sagt.

Dann könnte für viele Gubener auch der Traum von einem Kino in der Stadt wieder wahr werden. Das „Filmtheater  Friedensgrenze“ schloss im Jahr 2000. Seitdem müssen die Gubener weite Wege nach Cottbus oder Eisenhüttenstadt in Kauf nehmen, um aktuelle Blockbuster sehen zu können. Das „große Interesse“ an einem Kino, in dem auch deutschsprachige Filme laufen, sei Hosso sehr wohl bewusst, sagt Hawrylik.

Ohnehin setzt der Investor ganz bewusst auf die deutsche Kundschaft. Als mögliches Einzugsgebiet wird ein Radius von 30 Minuten Autofahrt rund um die „Galeria Hosso“ angenommen. Rein rechnerisch entspricht das einem Potenzial von 130 000 Kunden, die beispielsweise auch aus Forst, Neuzelle, Jamlitz und Peitz kommen sollen.

Die Gubener Händler sehen der neuen Konkurrenz gelassen entgegen. „Wir haben keine Angst“, sagt Roger Hentzschel von „Ringfoto Hentzschels“. Vielmehr hofft er darauf, dass die polnische Einkaufsgalerie sich als der lang ersehnte „Magnet für die Altstadt“ erweist und die Händler im Umfeld vom auswärtigen Kundenzustrom profitieren. „Mit einer Ansiedlung auf deutscher Seite hat es ja leider nicht geklappt“, bedauert er. Auch die Stadt Guben hatte jahrelang nach einem Investor gesucht, allerdings ohne Erfolg.

Dass die Stammkundschaft ihr weiter die Treue hält, hofft Jeanette Weber, Inhaberin von „Jannett Textilien“. Sie rechnet aber mit einer „schwierigen“ Anfangsphase, wenn die Neugier auf die neuen Anbieter noch groß ist.  Ein Geschäftseröffnung auf polnischer Seite komme für sie allerdings nicht infrage, wie sie sagt.

Vorwiegend polnische Kundschaft bedient Dirk Constantin in seinem Fachgeschäft „Sport Neumann“ schon heute. „Von der deutschen Kundschaft könnte ich nicht mehr leben“, räumt er ein. Er setzt darauf, dass die Kunden von auswärts ihre Autos auf der deutschen Seite stehen lassen und auf ihrem Weg zur polnischen Einkaufsgalerie auch die Geschäfte entlang der Frankfurter Straße „wieder entdecken“.