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| 16:38 Uhr

Gesellschaft
Fußballfieber in der Igelgruppe

Anne Bischoff erklärt den Kindern, wer der Torwart der deutschen Nationalmannschaft ist.
Anne Bischoff erklärt den Kindern, wer der Torwart der deutschen Nationalmannschaft ist. FOTO: LR / Silke Halpick
Guben. In der Kita des Naemi-Wilke-Stiftes wird über die WM in allen Facetten gesprochen. Von Silke Halpick

Wenn es nach den Vier- und Fünfjährigen geht, steht der Sieger der diesjährigen Fußball-WM in Russland schon jetzt fest: „Wir!“, brüllen die Jungs und Mädchen. „Das hoffen wir“, räumt Erzieherin Anne Bischoff etwas zaghafter ein. Punktgenau zum Beginn der Weltmeisterschaft startet auch in der Kita des Naemi-Wilke-Stiftes in Guben das Fußball-Projekt.

Ein Blick in den Gruppenraum reicht, um zu erkennen, dass hier echte Fußballfans spielen. Selbst gemalte Wimpel aller 32 teilnehmenden Nationen, zugeordnet zu den jeweiligen Gruppen A bis H, hängen an den Wänden.

Von ihren Plakaten herunter scheinen Jeróme Boateng, Manuel Neuer und Joshua Kimmich dem Treiben der Kinder zuzusehen. Aus dem Recorder ertönt ein Fußballsong. Anne Bischoff, die selbst ein Nationaltrikot und ein schwarz-rot-goldenes Band im Haar trägt, singt laut mit: „Jetzt geht’s los!“.

„Ich bin selbst ein absoluter Fußballfan“, erzählt sie. Die Spiele der Nationalelf verpasse sie nie, auch die Bundesliga verfolge sie regelmäßig. Ihre Lieblingsspieler im deutschen Team sind Sami Khedira, ein „sehr, sehr guter Spieler“, und Toni Kroos, der „Ossi“ als gebürtiger Greifswalder, der es geschafft habe.

„Wer ist Manuel Neuer?“, fragt sie. „Der Torwart“, kommt als Antwort. „Und der Kapitän“, fügt die Erzieherin hinzu. Sie nimmt sich ein Fußballbuch zur Hand, blättert darin und zeigt den Kindern: Hier ist er! „Wir haben einen großartigen Torwart, mit dem kann uns gar nichts passieren“, ist sich Bischoff sicher.

„Wieso kommen nur zwei Mannschaften weiter?“, will Justus wissen. Ins Achtelfinale schaffen es nur die beiden  besten Teams jeder Gruppe, weil die WM sonst zu lange dauern würde, antwortet Bischoff. „Unsere Mannschaft soll nicht rausfallen“, wünscht sich Leon.

Für die Erzieherin ist die Weltmeisterschaft eine wahre Fundgrube zur Wissensvermittlung. „Da geht es um Mathe, Geografie und sogar um Physik“, erklärt sie. Warum ist beispielsweise der Fußballrasen gestreift? Weil die Rasenmäher in zwei verschiedene Richtungen über das Spielfeld fahren und deshalb das Licht von den Grashalmen unterschiedlich reflektiert wird. Auch solche Fragen bespricht sie mit den Kindern.

Geklärt ist bereits, wo Russland liegt. Auf dem Globus haben die Jungs und Mädchen das Land, das sich von Europa über Asien erstreckt, längst gefunden. Auch die Trachten und die Sprache werden thematisiert. „Welches Märchen kommt aus Russland?“, fragt die Erzieherin. Natürlich: Mascha und der Bär, eine beliebte Kinderserie bei Kika. Bischoff will auch versuchen, jemanden in die Gruppe einzuladen, der russisch spricht.

Die Ergebnisse der Gruppenspiele wollen die Kinder gemeinsam in Tabellen eintragen. „Dabei wird das Rechnen und das Vergleichen von Mengen geübt“, betont die Pädagogin. Neben Fangesängen lernen die Mädchen und Jungen auch die eigene Nationalhymne kennen. „Das finde ich wichtig“, so Bischoff.

Heute wird aber erst einmal gebastelt: bunte Fähnchen zum Schwenken für das erste Spiel des deutschen Teams am Sonntag. Gegen wen? Klar, gegen Mexiko. „Das Spiel wollen wir uns gemeinsam mit den Eltern ansehen“, kündigt die Erzieherin an.

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matroschka 4c FOTO: fotolia / mspoint