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| 02:38 Uhr

Funkmast sorgt für Ärger in Guben

Der Mobilfunkmast vom Hochhaus soll runter – der neue Standort aber sorgt für Ärger.
Der Mobilfunkmast vom Hochhaus soll runter – der neue Standort aber sorgt für Ärger. FOTO: dsf
Guben. Ein Mobilfunkmast gleich hinter dem neu gebauten Haus – die Pläne der Telekom sorgen bei Familie Henning für schlaflose Nächte. Per Petition wollen sie bei der Stadtverwaltung einen Alternativstandort durchsetzen. Daniel Schauff

Ein besseres Mobilfunknetz für Guben - eigentlich ein Grund zur Freude, wäre dafür nicht der Bau eines neuen Mastes durch die Telekom nötig. Dieser Neubau sorgt vor allem bei den Anwohnern Am Gehege für Ärger. Denn statt den vorhandenen Mast auf dem Gubener Hochaus - wie eigentlich geplant - auszubauen, will die Telekom nun einen neuen bauen. Und das gleich hinter dem Gartenzaun zweier neu gebauter Einfamilienhäuser.

"Wir sind keine bösartigen Bürger, die Stunk machen wollen", sagt Stefanie Henning, die eins der Häuser mit ihrem Mann als neues Familiendomizil hat bauen lassen. "Ich bin eine besorgte Mutter", sagt sie im jüngsten Hauptausschuss. Mit ihren Sorgen hatten sich die Hennings ein Forum gesucht, waren zur Vorsprache eingeladen worden.

Auch die Telekom saß mit am Ausschusstisch - in Person der Kommunalbeauftragten Elvira Wieczorek. Die stellte klar, dass der Mastneubau nun beschlossen sei - der ursprüngliche Plan, den Hochhausmast auszubauen, sei ad acta gelegt. Selbst wenn das Hochhaus noch eine Weile stehen würde, die Wartungsarbeiten würden zunehmend gefährlicher für ihre Kollegen. Bereits seit Langem steht der Bau leer, ist mit Bauzäunen abgesichert. Der Ort, an dem der Mast nun aufgebaut werden soll, sei der geeigneteste von allen im näheren Umfeld des Hochhauses, erklärt Elvira Wieczorek. Und verlässliche Untersuchungsergebnisse zur gesundheitlichen Beeinträchtigungen durch nahe Mobilfunkmasten gebe es nicht.

Tatsächlich gehen die Meinungen zur Auswirkung von nahen Mobilfunkmasten auf die Gesundheit auseinander. Grenzwerte sollen die Gefahr bannen, Zweifel aber darüber, ob dies ausreicht, gibt es vielerorts. Es fehlten Langzeitstudien, sagt Stefanie Henning. Sie will die Garantie dafür, dass die Trahlung des Mobilfunkmastes auf dem Nachbargrundstück ihre Familie und sie nicht schädigt.

Allerdings bleibt die Gesundheit nicht ihr einziges Anliegen. Ihr geht es - genauso wie dem Nachbarn - auch um eine mögliche Wertminderung ihres Hauses und Grundstücks. Hätten sie gewusst, dass der Mast kommt, hätten sie ihre Entscheidung, ein Haus zu bauen, überdacht und womöglich woanders gebaut, sagt sie und wirft der Stadt vor, sie nicht frühzeitig informiert zu haben. Das Grundstück hatten die Hennings von der Stadt gekauft. Damals allerdings sei ein Standort für den Mast noch gar nicht auserkoren gewesen, so Mahro. Erst im Juli habe festgestanden, wo der Mast gebaut werde, so Elvira Wieczorek. Den Kaufvertrag hatten die Hennings bereits zum Jahreswechsel unterschrieben.

Mit einem Wertverlust von rund der Hälfte des Ursprungswerts rechnet derweil Familie Henning, sobald der Mast steht. Zumindest in einer Umfrage unter Maklern im Ring Deutscher Makler (RDM) hatte Wertminderungshöhen von bis zu 50 Prozent ergeben - je nach Entfernung des Mastes vom jeweiligen Haus. Aber auch hier gehen die Meinungen auseinander. Unter den befragten Maklern sahen einige auch kein Risiko für eine Wertminderung. Auch Gerichte urteilen unterschiedlich.

"Für uns ist die Situation nicht lustig", betonte Stefanie Henning im Hauptausschuss. Sie stelle mittlerweile infrage, wofür sie überhaupt arbeite angesichts des befürchteten Wertverlusts.

Einen Mast nahezu im eigenen Garten wollen die Hennings nicht akzeptieren. Und sie wollen ihre mittelbaren Nachbarn mit ins Boot holen. Eine Petition soll die Stadtverordneten noch einmal dazu bringen, einen Alternativstandort zu suchen. Wie viele Unterschriften bereits gesammelt sind, könne sie nicht sagen, so Stefanie Henning. Die Unterstützung der Nachbarn sei aber groß. Bis die Stadtverordneten sich erneut mit dem Mast beschäftigen, wollen die Hennings weitersammeln.