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| 17:16 Uhr

Bürgerbewegung
„Für Guben“ will mehr mitreden

Uwe Tzscheppan, Udo Bukowski und Thomas Leopold (v.l.n.r.) sind der Vorstand der Bürgerbewegung „für Guben“. Mit den nächsten Kommunalwahlen 2019 wollen sie in die Stadtverordnetenversammlung einziehen.
Uwe Tzscheppan, Udo Bukowski und Thomas Leopold (v.l.n.r.) sind der Vorstand der Bürgerbewegung „für Guben“. Mit den nächsten Kommunalwahlen 2019 wollen sie in die Stadtverordnetenversammlung einziehen. FOTO: Michèle-Cathrin Zeidler
Guben. Die Bürgerbewegung feilt derzeit am Programm für die Kommunalwahl im Herbst 2019.

Imker Uwe Tzscheppan und die selbstständigen Unternehmer Thomas Leopold und Udo Bukowski sind die Köpfe hinter der Bürgerbewegung „für Guben“. Die Bürgerbewegung hat sich nach der Bürgermeisterwahl im Jahr 2016 gegründet und agierte seitdem unter verschiedenen Namen. „Interessensgemeinschaft für regionale Wirtschaft und intakte Natur Guben war einfach zu lang und passte nicht auf das Schaufenster“, erklärt Thomas Leopold, der bei der Bürgermeisterwahl 2016  als Einzelkandidat antrat, allerdings nur auf 3,6 Prozent der Stimmen kam. Trotz der Namensänderung, die Inhalte hätten sich nicht verändert. „Damals fühlten wir die Interessen der kleinen regionalen Wirtschaft in der Stadt nicht vertreten und das hat sich bis heute nicht geändert“, sagt Uwe Tzscheppan. „Wir stehen für Rechtsstaatlichkeit, Demokratie, soziale Gerechtigkeit, eine starke regionale Wirtschaft und eine intakte Natur.“

Seit einigen Wochen hat die Bürgerbewegung „für Guben“ ein Büro in der Kaltenborner Straße 1a in Guben und bietet jeden Donnerstag ab 18 Uhr Sprechstunden. Außerdem können Bürger rund um die Uhr ihre Sorgen und Anregungen schriftlich in einen „Kummerkasten“ mitteilen. „Die Gubener richten sich mit vielschichtigen Problemen an uns“, sagt Thomas Leopold. Von Sorgen zur Sicherheit und Ordnung, über Fragen zur Umwelt und Natur bis hin zu den Arbeitsplätzen in der Stadt. „Das Feedback zu unsere Bewegung ist durchweg positiv“, so auch Uwe Tzscheppan. Teilweise hat die Gruppe nach eigenen Angaben schon mit zehn bis 20 Gubenern in der Sprechstunde gesessen. Aber auch auf Nachfrage machen sie keine Angaben zur konkreten Zahl der Mitglieder. „Der Rückhalt im Mittelstand ist groß. Rund 100 Unternehmer stehen hinter uns“, so Bukowski.

Aktuell arbeitet der Vorstand an ihrem Programm für die nächste Kommunalwahl im Herbst 2019. „Viele Menschen fühlen sich von der aktuellen Politik ausgegrenzt“, so Uwe Tzscheppan. „Dieses Frustpotenzial soll nicht in der Wahl der AfD gipfeln.“ Einen eigenen Bürgermeisterkandidaten  wollten sie nicht ins Rennen schicken – noch nicht. „Unser Anspruch ist es erst einmal, ins Parlament einzuziehen. Einen Bürgermeister aus unseren Reihen stellen wir dann später“, erklärt der Umweltschützer und Imker.

Die Bürgerbewegung will sich für die Unternehmen in der Stadt stark machen. „Eine Stadt funktioniert nur, wenn die Wirtschaft funktioniert. Sie ist der Motor für alles“, sagt Udo Bukowski. Daher würde der Vorstand die Fördergelder anders verteilen.  „Das Geld sollte nicht weiter an Vereine, in die Fassaden und in Feste fließen, sondern die mittelständische Wirtschaft stärken“, legt Uwe Tzscheppan seine Idee dar. Erst wenn es der Wirtschaft gut gehe, könne auch in andere Bereiche investiert werden. Dabei ist ihnen die Einhaltung von Regeln und Gesetzen wichtig. „Das sind die Grundlagen unserer Zivilgesellschaft“, so Uwe Tzscheppan. Sie hätten Fälle beobachtet, wo die Stadt gegen geltendes Recht verstoßen habe. Als Beispiele nennen sie Baumfällungen innerhalb der Vegetationszeit. „Unsere Anfragen wurden von der Stadt nicht ernst genommen“, sagt Uwe Tzscheppan. „Aber wir wollen Verantwortung übernehmen und zusammen mit den Bürgern von Guben Politik für Guben machen – und das nicht nur als Floskel.“