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Verwaltung
Wie weiter in Schenkendöbern?

Bürgermeister Peter Jeschke setzt sich für eine Mitverwaltung durch Guben ein. Die Position des ehrenamtlichen Bürgermeisters möchte er allerdings nicht übernehmen, denn er geht im Dezember 2019 in den Ruhestand.
Bürgermeister Peter Jeschke setzt sich für eine Mitverwaltung durch Guben ein. Die Position des ehrenamtlichen Bürgermeisters möchte er allerdings nicht übernehmen, denn er geht im Dezember 2019 in den Ruhestand. FOTO: Michèle-Cathrin Zeidler
Schenkendöbern. Für Bürgermeister Peter Jeschke kommt nur die Mitverwaltung durch Guben infrage. Von Michéle-Cathrin Zeidler

3670 Einwohnern leben in Schenkendöbern – damit ist die Gemeinde nach Ansicht des Landes zu klein für ein eigenes Rathaus. „Die Verwaltungsreform verzögert sich zwar, aber sie wird kommen“, ist Peter Jeschke, Bürgermeister von Schenkendöbern, überzeugt. „Gemeinden im ländlichen Raum sollen dann nach den Wünschen der Landesregierung nicht kleiner als 8000 Einwohner sein.“ Laut Prognose wird Schenkendöbern 2030 noch rund 3100 Einwohner haben. „Bei uns muss also etwas passieren“, weiß das Gemeindeoberhaupt.

Er befürwortet eine Veränderung. „So wie es zurzeit läuft geht es nicht weiter“, räumt Peter Jeschke ein. „Die Aufgaben der Verwaltung werden immer mehr, die Bürokratie nimmt zu, und die Mitarbeiter in der Gemeindeverwaltung arbeiten hart am Limit.“ Aufgrund von Personal­engpässen musste er in diesem Jahr das Ordnungsamt für 14 Tage schließen. „Die Aufgaben der Zukunft lassen sich schwer durch eine so kleine Verwaltung stemmen, daher ist die Reform eine Form von Ehrlichkeit.“

Solange die gesetzliche Grundlage noch nicht vorliegen, will Peter Jeschke die Füße allerdings noch  still halten. „Wir befinden uns aber mit Guben in Gesprächen“, so der Bürgermeister von Schenkendöbern. Er rechnet Anfang 2018, spätestens aber Mitte 2018, mit einem Gesetzentwurf.

Bereits heute unterstützen sich Guben und Schenkendöbern. „Die Zusammenarbeit ist historisch gewachsen und umfasst viele Bereichen gut“, erzählt der 59-Jährige. So geben die Gemeinden zum Beispiel zusammen ein Amtsblatt raus. „Die Zusammenarbeit erfolgt stets auf Augenhöhe, daher ist es nur konsequent und logisch, sie weiter auszubauen“, findet Peter Jeschke. Für ihn kommt dabei nur ein Verwaltungsmodell infrage: die Mitverwaltung durch Guben. „Das hat den Vorteil, dass Schenkendöbern politisch selbstständig bleibt“, erklärt der Bürgermeister. „Wir hätten weiter eine eigene Gemeindevertretung, einen eigenen Haushalt und einen ehrenamtlichen Bürgermeister.“ Eine Mitverwaltung hätte folglich den Charme, dass keiner für die Schulden des anderen aufkommen muss. Nur die Verwaltungen würden fusionieren: „In Verwaltungsfragen hätte dann die Gubener Stadtverwaltung das Sagen, allerdings hätte Schenkendöbern in einem Mitverwaltungsausschuss weiterhin ein Mitspracherecht.“

Ob die Schenkendöbener eine Gemeindeverwaltung vor Ort behalten, ist unklar. „Ich wäre dafür, denn die Arbeit bleibt, und so gäbe es weiter eine Anlaufstelle in der Gemeinde für die Bürger“, findet Peter Jeschke. Sollte die Verwaltung allerdings geschlossen werden, wird er sich aber auch nicht wehren: „Die Mitarbeiter müssen in beiden Fällen erst einmal übernommen werden.“

Eine andere Variante wäre die Eingemeindung. „Dann würden wir zur Gemeinde Guben gehören und hätten nur noch ein oder zwei Vertreter in der Stadtverordnetenversammlung“, erklärt der Bürgermeister. „Die Belange von Schenkendöbern müssten dann immer hinten anstehen, und auf dem Dorf ticken die Uhren eben doch anders.“  Eine Eingemeindung könnte seiner Einschätzung nach nur durchgesetzt werden. „Eine Mitverwaltung findet hingegen die Akzeptanz und Zustimmung in der Gemeindeverwaltung und der Bevölkerung“, weiß Peter Jeschke aus zahlreichen Gesprächen.

Ob Schenkendöbern eine Verwaltung vor Ort behält, ist ungewiss.
Ob Schenkendöbern eine Verwaltung vor Ort behält, ist ungewiss. FOTO: Michèle-Cathrin Zeidler