Als Zweites wolle die KV versuchen, separate Lösungen für die Gubener Ärzte bei der Honorierung und Entbürokratisierung zu finden. "Die dritte Frage ist, wie es uns gelingt, gemeinsam mit der Stadt regionale Anreize zu schaffen, damit junge Ärzte hier ambulant tätig werden", so Herre. Dazu gehörten Jobangebote für Partner, Kita-Plätze, preisgünstige Räumlichkeiten und Hilfen beim Aus- und Umbau. Dazu solle so schnell wie möglich ein Termin beim Bürgermeister gemacht werden.

Der vierte Weg sei, die Krankenkassen ins Boot zu holen. "Die Entbürokratisierung der Abrechnung schaffen wir nicht allein", sagt Herre.

Als fünftes Rezept stellte das Gremium am Dienstagabend in Guben die Forderung nach zusätzlichen finanziellen Anreizen aus, um junge Ärzte in die Region zu holen. "Da ist auch die Landesregierung gefragt."

Die Situation in Guben nennt Herre extrem. Das Land Brandenburg weise im Bundesvergleich zwar schon die geringste Ärztedichte auf. Die Region Guben aber liege deutlich unter dem Landesdurchschnitt. Hier kommen auf jeden der acht Hausärzte mehr als 1700 Patienten. Zwei der Ärzte sind weit über 70. Wenn sie ihre Praxis schließen, würde das mehr als 2000 Patienten pro Hausarzt bedeuten.