Frauen im Alter zwischen 50 und 69 Jahren haben bereits eine Einladung zur Mammografie erhalten. In Guben und Umgebung sind das etwa 3400. Nach Angaben des Mammografie-Screening-Programms erkranken im Schnitt 26 von 10 000 Frauen in diesem Alter an Brustkrebs. "Es ist somit die Altersgruppe, in der statistisch gesehen die häufigsten Neuerkrankungen an Brustkrebs auftreten", erklärt Astrid Trostmann, Medizinisch-Technische Röntgenassistentin (MTR) beim Mammografie-Sreening Brandenburg-Süd. Durch eine Untersuchung der Brust soll Krebs möglichst früh erkannt und bekämpft werden. Allen Frauen zwischen 50 und 69 Jahren wird die Untersuchung empfohlen. Sie betont, dass diese Untersuchung vollkommen freiwillig sei. "Niemand wird gezwungen. Doch sollte jeder darüber nachdenken, dass die Mammografie unter Umständen Leben retten kann", so die MTR. Denn: "Wir sehen, was durch Ertasten nicht erkannt werden kann", erklärt Astrid Trostmann. Auch einen Millimeter kleine Knötchen können durch die Mammografie entdeckt werden.

Die weitverbreitete Angst vor Schmerzen bei der Untersuchung sei unbegründet. Sie dauert nur etwa drei Sekunden. Dabei werde die Brust auf einen Detektor gelegt und mit einer Kompressionsplatte zusammengepresst. "Das ist wichtig, denn je mehr das Brustdrüsengewebe auseinandergepresst wird, um so besser sind Veränderungen zu erkennen", weiß die Fachfrau. Es werde natürlich auch auf das persönliche Schmerzempfinden Rücksicht genommen. Wenn die Patientin den Schmerz nicht aushalten könne, würde der Druck gestoppt. "Eigentlich sei nach einmal kurz Luft anhalten alles schon wieder vorbei. Folgeschmerzen gibt es auch nicht", sagt Astrid Trostmann beruhigend.

Doch auch die Angst vor der Diagnose Krebs würde viele Frauen von der Mammografie fernhalten. Dabei ist gerade Brustkrebs bei rechtzeitiger Erkennung heilbar. Und gerade die Mammografie ist derzeit die Einzige für die Erkennung von Brustkrebsvorstufen oder frühen Tumorstadien als wirksam anerkannte Methode. Zwar könne die Untersuchung nicht vor einer Erkrankung schützen, die Chancen auf Heilung seien bei einer rechtzeitigen Erkennung sehr hoch.

Knoten und andere Veränderungen im Bindegewebe erzeugen meist keine Schmerzen, deshalb seien diese Untersuchungen oftmals überlebenswichtig. Die Auswertung der Bilder erfolgt durch zwei unabhängig von einander arbeitende Ärzte, die zudem eine Zusatzqualifikation erworben haben müssen. Weil im Falle einer Erkrankung schnell gehandelt werden muss, erhalten die Frauen innerhalb einer Woche das Ergebnis per Post. "Egal, ob wir eine Veränderung entdeckt haben oder nicht", so Trostmann. Doch keine Frau müsse in Panik geraten, wenn sie zum Termin bei Facharzt zitiert wird, denn nicht bei jedem Knoten handelt es sich um eine bösartige Krebserkrankung. "Wir kümmern uns um alles, was wir sehen", betont die Röntgenassistentin.

Alle zwei Jahre kommt das Mammobil nach Guben. Im Jahr 2013 waren 1850 Prozent aller Eingeladenen zur Untersuchung gekommen. "Das sind 69 Prozent und ein guter Durchschnitt", versichert Astrid Trostmann. Seit dem Jahr 2009 sind in Guben etwa 7000 Frauen untersucht worden. Für etwa 95 Prozent der Patientinnen war nach der Mammografie klar: Sie haben keinen Brustkrebs.

Alle Frauen im Alter von 50 bis 69, die nicht eingeladen worden sind oder die Einladung bisher nicht wahrnehmen konnten, können sich am Mammobil melden oder unter der kostenfreien Rufnummer 0800 500 23 45 einen Termin vereinbaren.