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| 18:15 Uhr

Dauer-Sorgenkind Friedensschule
Eltern wollen Neubau statt Anbau

Mehr als 60 Lehrer, Eltern, Erzieher und Schüler wollten am Mittwochabend mit der Stadtverwaltung ins Gespräch kommen. Die Elternkonferenz musste im Speisesaal in den Kellerräumen stattfinden, da die Schule keine Aula hat.
Mehr als 60 Lehrer, Eltern, Erzieher und Schüler wollten am Mittwochabend mit der Stadtverwaltung ins Gespräch kommen. Die Elternkonferenz musste im Speisesaal in den Kellerräumen stattfinden, da die Schule keine Aula hat. FOTO: Michèle-Cathrin Zeidler
Guben. Stadt bekommt Gegenwind zu den Lösung für das Platzproblem an der Friedensschule.

An der Friedensschule in Guben muss etwas passieren – darüber sind sich alle einig. Das Wie sorgte auf der Elternkonferenz am Mittwochabend hingegen erneut für Diskussionen mit Vertretern der Stadtverwaltung und dem amtierenden Bürgermeister Fred Mahro.

Das Problem: Die Sonderbetriebserlaubnis für den Hort läuft nur noch bis zum 31. August 2019 und auch die Doppelnutzung der Räumlichkeiten ist danach in der Schwebe. Dadurch fehlen nach aktuellen Berechnungen hier 88 Hortplätze.

Die Stadtverwaltung prüft mehrerer mögliche Varianten einer Machbarkeit:

Option eins wäre ein dritter Standort mit 100 Hortplätzen und 90 Kitaplätzen in der Villa Alte Poststraße 63. Hier sieht die Stadtverwaltung allerdings die finanzielle Unterstützung der Hortträger in Gefahr und auch die Elternvertreter sind gegen einen neuen Standort.

Als zweite Möglichkeit wird die Schulstraße 8/10 in Erwägung gezogen. „Allerdings dürfte die Freilenkung der Mieter hier schwer bis unmöglich werden“, räumt Mandy Große, Fachbereichsleiterin für Schulen, Kitas und Soziales, ein.

Die dritte Option ist ein Anbau an das bereits bestehende Schulgebäude und eine Erweiterung der Außenspielfläche. „So wie der Anbau aktuell geplant ist, hilft er keinem“, findet eine Elternsprecherin. „Es gibt keine räumliche Trennung, der Schulhof wird verdunkelt und der Lärm bleibt.“ Die Eltern sprechen sich daher mehrheitlich für einen Neubau aus. „Ich will mich einem Neubau gar nicht verweigern, aber es gibt kein Förderprogramm für einen Neubau“, betont der amtierende Bürgermeister Fred Mahro.  

Die Schulleitung beschäftigt sich bereits seit zwei Jahren mit dem Platzproblem. „Mit der Sanierung 2007 haben sich die Bedingungen innerhalb des Gebäudes nur verschönert, nicht verbessert“, kritisiert Schulleiter Frank Müller. Die Räume seien mit 38 bis 50 Quadratmetern noch immer zu klein und auch ein Schallschutz fehle. „Ein bisschen mehr Luft in den Klassenräumen wäre angebracht, um modernes Lernen zu ermöglichen und nicht nur Frontalunterricht zu machen“, so eine Lehrerin. „60 Quadratmeter wären ideal und sind eigentlich auch Standard.“ Die Größe des Schulhofes sei das nächste Problem und es fehle eine Aula. „Bei Veranstaltungen wie dieser müssen wir immer auf den Speisesaal im Keller zurückgreifen, aber das ist keine schöne Lösung“, sagt Frank Müller.

Seine Vision ist daher ebenfalls ein Neubau. Um diese Investition nachhaltig zu gestalten, wünscht sich die Schule einen Neubau mit mindestens zwölf Klassenräumen, neuen Verwaltungsräumen, zwei Fachkabinetten und einer Aula. „Dadurch könnte das alte Schulgebäude den Charakter eines Flex-Hauses erhalten, in dem die jahrgangsübergreifenden Klassen beschult und auf der unteren Etage am Nachmittag in separaten Räumen betreut werden“, erklärt Frank Müller nach der Konferenz. Ein Neubau wäre aus seiner Sicht auch für die Zukunft attraktiv: „Wenn die Schülerzahlen sinken sollten, dann wäre eine Umwidmung des alten Schulgebäudes in ein Hortgebäude sicher möglich und der Betrieb im modernen Neubau könnte dann als zweizügige Grundschule erfolgen.“ Als Plan B, falls der Neubau nicht realisierbar ist, sprechen sich die Elternvertreter für einen Anbau aus – allerdings hinter der Turmhalle.

Für die Erweiterung sollen 960 000 Euro Fördermittel aus dem Kommunalinvestitionsprogramm des Bundes genutzt werden. „Mit allen Varianten werden wir diesen Rahmen aber deutlich sprengen“, sagt Fred Mahro. „Das Geld steht aber erst einmal an zweiter Stelle. Wir müssen uns auf eine gute Variante für die Kinder einigen.“