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| 01:37 Uhr

Friedensgrenze wird zum Party-Ort

Guben. Am Osterwochenende soll wieder Leben in der „Friedensgrenze“ einziehen. Der Groß Gastroser Lutz Bulda ist seit Montag dabei, das Erdgeschoss des verwaisten Kinos für eine Party vorzubereiten. Von Jürgen Scholz

Als der Groß Gastroser in der Stadtverwaltung wegen eines Orts für die Club-Veranstaltung angefragt habe, sei vor kurzem die Sprache aufs Kino gekommen, erklärt der 27-Jährige, der regelmäßig mit der „Fetentour“ und „Einfach nur feiern“ die Ausgeh-Szene der Region bereichert.

Ostern und Weihnachten, wenn viele ehemalige Gubener wieder in der Stadt sind, soll das Kino zur Party-Zone werden. House- und Musik aus den 70er- und 80er-Jahren soll bei der „Studio 54-Party“ gespielt werden. „Kein dumpfes Techno-Gedröhn“, widerspricht Bulda Gerüchten, die in der Stadt kursieren. „Dafür ist das Kino zu schade.“



Mehrere hundert Besucher erwartet er bei der Party, für die seit Montag die Vorbereitungen laufen. Am Donnerstag habe er endgültig grünes Licht von Bürgermeister Klaus-Dieter Hübner erhalten, sagte er.

Von dem Bauordnungsbereich der Kreisverwaltung erhielt Bulda am Donnerstag das Okay. Eine solche Ausnahmegenehmigung reicht für bis zu drei Veranstaltungen. „Akkustisch gesehen ist der Saal optimal“, verweist Bulda auf den Schallschutz, den der zwischen zwei Gängen liegende Saal habe.

Die Toiletten sollen noch in Schuss gebracht werden, das Gestühl des Saals wurde bereits beseitigt. Mit diesen Arbeiten geht Bulda „hundert Prozent in Vorleistung“ und hofft, dass dies bei der Miete berücksichtigt wird. Eine provisorische Heizungsanlage besorgt er und ist sicher: „Das wird hier kochen!“ Ab 23 Uhr soll am Ostersamstag wieder Leben in dem m lange leer stehenden Kino herrschen.



Generell mehr Veranstaltungen zu machen, beispielsweise in der Fischfabrik, das kann sich Bulda durchaus vorstellen. Aber das Kino selbst herzurichten, wäre dann vielleicht doch eine Nummer zu groß. Alles andere „käme eben auf die Bedingungen an“.Sollte Bürgermeister Klaus-Dieter Hübner (FDP) das ehemalige Gubener Kino ohne Votum der Stadtverordneten kaufen, werde es Widerstand geben. Das kündigte Gunnar Geilich (CDU) in der Haushaltsausschusssitzung am Mittwoch an. Denn unabhängig vom Preis habe die Stadtverordnetenversammlung über Immobilienkäufe zu bestimmen, so der Vorsitzende des Haushaltsausschusses. Hübner hatte im Wirtschaftsausschuss vor knapp zwei Wochen angekündigt, dem Insolvenzverwalter das einstige Filmtheater „Friedensgrenze“ für 1990 Euro abkaufen zu wollen und darauf verwiesen, dass er die Ermächtigung habe, über die Summe verfügen zu können (die RUNDSCHAU berichtete).

Geilich verwies auf die Folgekosten. „Wir werden Weltmeister im sanierten Leerstand“, sagte er und nannte den Kauf der AOK-Villa durch die städtische Wohnungsgesellschaft Guwo sowie das Meyer-Haus als Beispiele.



Peter Wiepke („Wir Gubener Bürger“), der mit Hübner das Filmtheater besichtigt hatte, räumte ein: „Wir wissen, dass die Stadt es nicht stemmen kann. Es sei denn, es gibt ein Konzept.“ Was die Grundidee angehe „sind wir ausnahmsweise einmal einig mit dem Bürgermeister“, so Wiepke im Haushaltsausschuss.

Die Sanierungskosten für das leer stehende Haus wurden auf eine Summe von mehreren hunderttausend Euro bis hin zu 1,5 Millionen Euro beziffert. Nach Angaben der Stadtverwaltung von Mittwochabend wird an einem Vertragsentwurf gearbeitet.