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| 12:55 Uhr

Obstanbau profitiert von Wetter
Freude über üppige Apfelernte

Auch auf dem Dörry-Hof in Hornow wurde Apfelfest gefeiert. Liana und Andreas Dörry nutzten ihren Apfelmuser aus dem Jahr 1900 und eine Presse, die 250 bis 300 Kilogramm mit einem Blasebalk zerdrückt und aus den 70er-Jahren stammt. In einer kleinen Landtechnik-Ausstellung konnten sich die Besucher ähnliche Gerätschaften anschauen, die alle noch in Gebrauch sind. Im Hof boten Händler aus der Region ihre Produkte an.
Auch auf dem Dörry-Hof in Hornow wurde Apfelfest gefeiert. Liana und Andreas Dörry nutzten ihren Apfelmuser aus dem Jahr 1900 und eine Presse, die 250 bis 300 Kilogramm mit einem Blasebalk zerdrückt und aus den 70er-Jahren stammt. In einer kleinen Landtechnik-Ausstellung konnten sich die Besucher ähnliche Gerätschaften anschauen, die alle noch in Gebrauch sind. Im Hof boten Händler aus der Region ihre Produkte an. FOTO: Detlef Bogott
Guben. Hitze sorgt für Rekordjahr: Die Gubener Apfelwein Schüler GmbH startet Presse früher als üblich. Von Michèle-Cathrin Zeidler

Auf Rekordtief folgt Rekordhoch: Im vergangenen Jahr hatten schlechtes Wetter, späte Fröste und Schädlinge die Blüten der Apfelbäume zerstört. Die Ernte fiel karg aus. An so manchem Baum fand sich nicht ein Apfel. Doch in diesem Frühjahr blieben die gefürchteten Spätfröste aus, es gab viele warme sonnige Tage und so hingen die Bäume bereits früher als üblich voller reifer Äpfel.

„Die diesjährige Obsternte ist in den letzten zehn Jahren unübertroffen“, erzählt Irmgard Schneider, die Vorsitzende von „Pro Guben“. Der Verein für Energie und Umwelt organisiert in Guben traditionell die Apfelannahme. Bereits zum 21. Mal wurden seit Ende August jeden Freitag in der Gasstraße 8 das Gubener Obst – Äpfel, Birnen und Quitten – zur Lohnmost-Verwertung zusammengetragen. „Wir sind zurzeit bei 60 Tonnen Obst Annahme“, wirft Irmgard Schneider einen Blick auf ihre Zahlen. „Darauf werden 49 800 Flaschen Saft und Wein entstehen.“ Seit 2002 arbeitet Pro Guben dafür mit der Spreewald-Mosterei Jank in Burg zusammen. Hier entsteht aus den Äpfeln dann Nektar, Saft oder Wein.

„In der Mosterei wird aber nicht nur das Gubener Obstaufkommen verarbeitet“, erklärt die Vorsitzende. „Daher müssen wir ständig die hiesigen Kunden um Verständnis bitten, wenn sie ihren Saft durch uns nicht sofort ausgeliefert bekommen können.“  Die letzte Annahme von Äpfeln ist für den kommenden Freitag, 19. Oktober, geplant. Danach findet jeden Freitag bis zum 16. November von 12 Uhr bis 17 Uhr  die Saft- und Weinauslieferung statt.

Auch die Gubener Apfelwein Schüler GmbH ist sehr zufrieden mit ihrer Ausbeute. „In diesem Jahr haben wir rund 1000 Kilogramm Äpfel gesammelt“, verrät Julia Kleemann, die Geschäftsführerin der Gubener Apfelwein Schüler GmbH. „Sie kamen aus Kaltenborn, wo wir eine Streuobstwiese in den Kirschbergen betreuen, und von einem privaten Spender aus Guben.“ Die Schülerfirma hatte in Rekordzeit die für ihre Produktion benötigte Menge an Äpfeln zusammen: „Wir hätten von anderen Spendern sogar noch mehr bekommen können, aber aufgrund unsere Produktionskapazitäten mussten wir ablehnen.“

Jährlich produziert die Firma in Trägerschaft des Fördervereins des Gymnasiums 500 Liter Wein. Dafür werden 800 bis 1000 Kilogramm Äpfel benötigen. „Da das Wetter dieses Jahr die Reife verfrüht hat, mussten wir bereits Anfang September das Pressen durchführen“, erklärt Julia Kleemann. Doch die frühe Reife der Früchte sei nicht die einzige Auffälligkeit der diesjährigen Ernte. „Zum einen waren die Äpfel eher klein aufgrund der Masse an Früchten am Baum und wegen der Trockenheit“, erklärt Julia Kleemann. „Zum anderen hat ein sonst zuverlässig tragender Baum auf unserer Streuobstwiese dieses Jahr keinen einzigen Apfel getragen.“  Dies liege wohl allerdings daran, dass dieser Baum ein Massenträger sei, der alle paar Jahre eine Pause einlegt. „Diese muss er wohl in diesem Jahr gemacht haben. Sonst hätten wir unsere benötigte Tonne Äpfel allein von unserer Streuobstwiese nehmen können“, so Julia Kleemann weiter.

Grob gesagt folgt die Obsternte einem zweijährigen Zyklus: Auf einen hohen folgt meistens ein geringer Ertrag. Daher drückt auch Julia Kleemann die Daumen: „Hoffentlich gibt es im nächsten Jahr wieder genug Äpfel.“

Erst einmal können sich ihre Kunden aber auf den neuen Jahrgang 2018 freuen. Mit der Abfüllung wird traditionell im Dezember begonnen.