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Guben
Fred Mahro will in den Chefsessel

Schon als amtierender Bürgermeister stand Fred Mahro im Fokus der Öffentlichkeit.
Schon als amtierender Bürgermeister stand Fred Mahro im Fokus der Öffentlichkeit. FOTO: Halpick
Guben. Der Gubener CDU-Stadtverband nominiert den amtierenden Bürgermeister für die Wahl.

Der erste Kandidat zur Bürgermeisterwahl in Guben steht nun fest: Fred Mahro ist am Mittwochabend vom CDU-Stadtverband mit 100 Prozent der Stimmen nominiert worden. Mahro ist bereits seit sechs Jahren Rathauschef – auch ohne Wahl. Mit dieser will er sich nun auch den „Rückhalt aus der Bevölkerung“ sichern und vieles anders machen, wie er betont.

Die Nominierung des 57-Jährigen überrascht nicht. Einen Gegenkandidaten gibt es nicht. Von den insgesamt 39 wahlberechtigten Gubener Christdemokraten sind lediglich neun in der Pension An der Neiße, um abzustimmen.

Mahro bedankt sich im Anschluss für das Vertrauen und verspricht, „bedingungslos für diese Stadt zu arbeiten“. Christiane Fritzschka hofft auf einen großen Zuspruch bei der Bürgermeisterwahl und möglichst schon die absolute Mehrheit im ersten Wahlgang.

Nach nicht einmal zwei Jahren muss am 22. April 2018 schon wieder ein Bürgermeister in Guben gewählt werden. Der überraschende Tod des Amtsinhabers Klaus-Dieter Hübner macht dies unumgänglich. Der FDP-Mann war allerdings seit 2012 vom Bürgermeisterposten suspendiert. 2015 verurteilte ihn das Landgericht Cottbus wegen Untreue und Bestechlichkeit. Deshalb blieb ihm auch trotz Wahlsieg 2016 weiter der Zutritt ins Rathaus verwehrt.

Als sein Stellvertreter übernahm Fred Mahro die Geschäfte. Dass sich diese Übergangsregelung letztlich über einen Zeitraum von mehr als sechs Jahren erstreckt, hat damals niemand erwartet – und Mahro am allerwenigsten, wie er sagt. Für ihn war das eine „ausreichend lange Probezeit“. Auch den Bürgern sei „Zeit genug“ geblieben, seine Arbeit zu bewerten, betont der gebürtige Heinersbrücker.

Mahro gilt vor allem als ein Mann der Wirtschaft. Die ortsansässigen Unternehmen liegen ihm am Herzen, wie er selbst immer wieder gern betont. Megaflex und ATT Polymers haben in ihre Standorte im Industriegebiet investiert. Das sieht Mahro als Erfolg. Trotzdem ärgert ihn, dass die Neißestadt mit einer Arbeitslosenquote von 9,7 Prozent immer noch das Schlusslicht in der Lausitz ist. Hoffnung setzt der gelernte Elektromonteur, der nach der Wende ein Verwaltungsstudium absolvierte, in die Ansiedlung einer Hygienepapierfabrik mit 100 Arbeitsplätzen.

Der Ausbau der Kitas und Schulen in Guben sowie der Stadtumbau sind weitere wichtige Felder, die Mahro beackern will. Er selbst bezeichnet sich als „grundsätzlich konservativ“, was sich auch nach der Wahl nicht ändern werde. Noch Potenzial sieht er bei den kommunalen Unternehmen. Die Gubener Wohnungsgesellschaft (Guwo) und die Städtischen Werke Guben (SWG) könnten künftig mehr Aufgaben übernehmen, die heute noch die Verwaltung erledigt, sagt er.

Den Rathausbetrieb kennt der Kandidat wie kein zweiter. Schon unter seinen Vorgängern Gottfried Hain (SPD) und Klaus-Dieter Hübner war Mahro für den Innenbereich zuständig. Strukturveränderungen sind ihm nicht unbekannt. Auch für die Zukunft schließt er diese nicht aus, auch wenn die Verwaltung bereits jetzt mit einem niedrigen Personalbestand arbeite. „Weniger Häuptlinge, mehr Indianer“, lautet seine Devise.

Mahro hofft auf einen fairen Wahlkampf ohne „Schlammschlachten“. Der 57-Jährige ist geschieden, hat zwei Kinder und drei Enkel. Im vergangenen Jahr hat er ein Eigenheim erworben, in dem er den „Rest seines Lebens“ verbringen will. Warum er sich nicht schon 2016 zur Wahl stellte, begründet er heute mit dem Grundsatz der „Loyalität“. Niemand solle ihm vorwerfen können, „am Stuhl des Chefs gesägt“ zu haben.