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Frauenwoche mit Blick in die Geschichte

ReginaBellack
ReginaBellack FOTO: LR
Guben. "Gemeinsam, lebendig, widerständig" unter diesem Motto steht die diesjährige Brandenburger Frauenwoche. Der Fokus liegt auf Frauengeschichte(n) von 1914 bis 2014. In Guben kommen beispielsweise die Politikwissenschaftlerin Claudia von Gelieu und Adelheid Hahn, Oberin a. D. am Gubener Diakonissenmutterhaus zu Wort. Silke Halpick

"Das Thema der Frauenwoche wird landesweit festgelegt und wir füllen es dann mit verschiedenen Veranstaltungen", erzählt Regina Bellack, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Guben. Mehr als 17 Einrichtungen der Stadt, gemeinnützige Vereine und Privatpersonen helfen dabei.

Beliebt ist das Frauenfrühstück bei der Heilsarmee. Am 6. März steht von 9 bis 12 Uhr das Thema Menschenhandel auf dem Programm.

Die Rolle der Frauen in der Gesellschaft wird bei der Ausstellung "100 Jahre Frauentag" des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) beleuchtet. Eröffnet wird die Ausstellung am 6. März, um 10 Uhr in der DRK-Geschäftsstelle in der Kaltenborner Straße. Die Gubenerin Jana Wilke zeigt im Stadt- und Industriemuseum ihre Arbeiten unter dem Titel "Die Natur im Kaleidoskop". Die Sonderausstellung ist vom 7. bis 23. März zu sehen. Mit Volldampf in den Frühling unterwegs sind die Original Fahrenden Musikanten Monika & Wolfgang. Der musikalische Nachmittag in der Alten Färberei ist am 7. März, um 14 Uhr geplant.

Eingebettet in die Frauenwoche ist der Weltgebetstag am 7. März. Im Mittelpunkt der ökumenischen Veranstaltung im Gemeindehaus der Evangelischen Kirchengemeinde der Region Guben steht das Thema Wasser. Beginn ist um 18 Uhr.

Episoden aus dem Leben bedeutender Frauen werden am 9. März, ab 15 Uhr, im Heuhotel Lauschütz vorgetragen.

Der Frauenwiderstand in der DDR der 1980er Jahre ist Thema einer Ausstellung in der Gubener Stadtverwaltung, die am 10. März, um 11 Uhr eröffnet wird.

Zum neuen Rentenrecht referieren Experten am 10. März, um 16 Uhr, im großen Ausstellungsraum der Stadtverwaltung.

"Gesund durch Bewegung" ist Thema des Frauenfrühstücks am 11. März, um 9 Uhr im Begegnungszentrum der Volkssolidarität.

Das Leben von Corona Schröter wird am 12. März, ab 14 Uhr, im "Treff am Schillerplatz" beleuchtet.

Lieder über "Starke Frauen oder was der Rest von Brandenburg von der Lausitz lernen kann" singt der sorbischer Liederpoet Bernd Pittkunings am 12. März, um 16 Uhr in der Gaststätte "City-Treff".

Adelheid Hahn, Oberin a. D. am Gubener Diakonissenmutterhaus, erzählt über den Aufbau der Einrichtung vor 130 Jahren. Die Veranstaltung findet am 12. März, ab 10 Uhr, im Lesecafé des Wilke-Stiftes statt.

"Großmütter, Töchter, Enkelinnen" ist das Thema einer Gesprächsrunde mit der Politikwissenschaftlerin Claudia von Gelieu. Deren Fachgebiete sind die Alltags- und Sozialgeschichte der Frauen des 19. und 20. Jahrhunderts. Die Veranstaltung findet am 13. März, um 18 Uhr, in der Stadtbibliothek Guben statt.

Die drei Gubenerinnen Elke Wetzel, Bettina Pfeiffer und Jana Wilke stellen in der "Herberge zur Heimat" ihre Arbeiten unter dem Titel "Weibsbilder - die Ausstellung von einem Gubener Frauentrio" aus. Eröffnet wird die Schau am 21. März, um 16 Uhr.

Frau Bellack, was beschäftigt Sie momentan als Gleichstellungsbeauftrage der Stadt Guben? Die Frauenquote?
Auch wissen Sie, ursprünglich ist das Ziel der Quotenregelung, die Benachteiligung der Frauen auf dem Arbeitsmarkt zu kompensieren. Mittlerweile ist der Begriff jedoch in der öffentlichen Meinung stark negativ belegt. Frauen wird das Gefühl vermittelt, dass sie es nur als Quoten-Frauen auf bestimmte Posten in Politik und Wirtschaft schaffen. Und wer will das schon? Von der Männerquote, die in Deutschland aktuell bei mehr als 70 Prozent liegt, spricht hingegen niemand.

Wie sieht eigentlich das Frauen-Männer-Verhältnis im Gubener Rathaus aus?
Historisch bedingt arbeiten in der Gubener Verwaltung mehr Frauen als Männer. In den Führungspositionen sind die Männer jedoch in der Überzahl.

Das bedeutet, die Frauen verdienen immer noch weniger Geld als die Männer?
Ja, dieses Ungleichgewicht besteht nach wie vor. Verstärkt wird der Effekt zudem dadurch, dass Frauen häufig in sozialen Berufen tätig sind, die schlechter als die männerdominierten technischen Berufe bezahlt werden.

Frauen sind auch häufiger in Teilzeitjobs beschäftigt, um Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen. . .
Natürlich. Vielen Frauen ist gar nicht bewusst, wie sich das auf ihre spätere Rente auswirken kann. Im Rahmen der Frauenwoche bieten wir auch eine Veranstaltung zum neuen Rentenrecht an - übrigens auch für Männer.

Mit Regina Bellack sprach

SILKE HALPICK