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Frauen kämpfen für ihre Rechte

Sonja Sage und Gisela Malenky waren eine der ersten, die sich die Ausstellung in der DRK-Geschäftsstelle anschauten.
Sonja Sage und Gisela Malenky waren eine der ersten, die sich die Ausstellung in der DRK-Geschäftsstelle anschauten. FOTO: Jana Pozar/zar1
Guben. Unter dem Titel "100 Jahre Frauentag" ist am gestrigen Donnerstag in der DRK-Geschäftsstelle in Guben eine Ausstellung eröffnet worden. Auf 22 Plakaten ist die Rolle der Frauen in der Gesellschaft in den zurückliegenden 100 Jahren dokumentiert. Jana Pozar / zar1

Am 19. März 1911 wurde erstmals der Internationale Frauentag gefeiert, ursprünglich, um die Einführung des Frauenwahlrechts zu beschleunigen. Doch die erste Welle der Frauenbewegung gab es bereits im 18. Jahrhundert. Damals forderten die Frauen unter anderem die Möglichkeit eines Hochschulstudiums. Und schon damals wollten die Frauen gleichen Lohn für gleiche Arbeit. Zumindest einen Erfolg konnten die Damen dieser Zeit verbuchen: Den Abbau der Geschlechtervormundschaft.

In der Bundesrepublik Deutschland wurden zu Beginn der 1960er-Jahre Frauengruppen gegründet, die unter anderem ein aktives Mitspracherecht in der Politik, das Recht zur Selbstbestimmung und uneingeschränkten Zugang zu qualifizierten Tätigkeiten forderten. Als Folge wurde im Jahr 1977 die Hausfrauenehe abgeschafft und 1980 das Gesetz zur Gleichbehandlung von Frauen und Männern am Arbeitsplatz verabschiedet.

"Wir wollen mit der Ausstellung das Engagement der Frauen darstellen und zeigen, dass Frauen auch heute noch aktiv sind", erklärte Susan Brose, Sozialarbeiterin im Bereich häusliche Gewalt beim Gubener DRK. Frauen müssten sich bemerkbar machen, ihre Leistungen, Schwierigkeiten und Probleme dürften nicht vergessen werden. "Wir in Deutschland sind schon recht weit mit den Frauenrechten, trotzdem gibt es heute immer noch Beeinträchtigungen. Sei es in der eigenen Familie - wir haben schließlich als Frauen immer noch eine Doppelbelastung - oder sei es im Beruf", sagte Brigitte Kröger, Kreisgeschäftsführerin der DRK-Geschäftsstelle Niederlausitz. Führungsposten in Wirtschaft und Politik seien immer noch die Domäne der Männer. Deshalb sei es wichtig, dass Themen wie Gewalt gegen Frauen und berufliche Qualifizierungs- und Aufstiegsmöglichkeiten von Frauen- beziehungsweise Gleichstellungsbeauftragten erfasst und an politische Ebenen herangetragen werden.

Die Ausstellung zeigt nicht nur die Rolle der Frauen in der Gesellschaft der vergangenen 100 Jahre. Sie zeugt auch von den Erfolgen, die Proteste und Demonstrationen der Frauen erreichten und erzählt auch über die Schwierigkeiten und die starken Frauen im Hintergrund. Albert Einstein beispielsweise hätte ohne seine Frau Mileva die Relativitätstheorie kaum erforschen können. Die hochbegabte Wissenschaftlerin war bis zuletzt Stütze und Beraterin ihres Mannes. Weitere Erfolge der Frauenbewegung war die Eröffnung des ersten "Hauses für geschlagene Frauen" im Jahr 1976 sowie die Abschaffung des Paragrafen 218. Und bereits vor drei Jahren protestierten Frauen in der Ukraine gegen die autoritäre Politik von Wiktor Janukowitsch. "Frauen haben sich und werden sich weiter engagieren", versicherte Susan Brose.