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| 02:44 Uhr

Fördermittel sind zu eng an Abriss gebunden

Bernd Warmuth aus Guben äußert sich zum Beitrag "Mut zur Lücke bei Guwo und Stadt" über geplanten Wohnungsabriss bei der Gubener Wohnungsgesellschaft (RUNDSCHAU vom 18. Januar): Ich glaube, alle teilnehmenden Mieter haben diese Veranstaltung am Ende unbefriedigt verlassen.

So wurde die entscheidende Frage, warum man zwei Blöcke mit 2,5-Zimmerwohnungen abreißt, die Guwo aber keine Ersatzwohnungen hat, nicht beantwortet. Nicht nur mir, sondern auch anderen Mietern wurde bei persönlichen Gesprächen gesagt: Wir haben keine entsprechende Wohnungen! Daraus leitet sich auch meine Schlussfolgerung ab, dass man uns in die Arme der GWG treiben will und die Guwo so immer mehr Mieter verliert.

Es war für uns Mieter enttäuschend, zu erleben, dass die Stadtverordneten überhaupt nicht nachfragten, obwohl der Guwo-Chef anwesend war. Wir hatten geglaubt, dass die Stadtverordneten eine tiefgreifende Diskussion zu den aufgeworfenen Fragen führen, den Bürgermeister, den Guwo-Chef und uns Mieter eingehend befragen, damit sie sich ein fundiertes Urteil bilden können. Schließlich müssen diese einen Beschluss zum Abriss fassen. Aber von ihnen kam keine einzige Wortmeldung. Auch auf den Redebeitrag des Mieters Schulz, den ich persönlich infolge mangelnder Fachkenntnisse nicht verstanden habe, über Rohrquerschnitte, Fließgeschwindigkeit usw. und die daraus resultierende Unmöglichkeit des Abrisses zweier von fünf Wohnblöcken kam keine Reaktion. Ich glaube aber nicht, dass alle Abgeordneten die entsprechenden Fachkenntnisse besitzen. Also hätte auch hier Fragen an den Guwo-Chef erfolgen müssen. Aber Fehlanzeige! Es war in der gesamten Sitzung nur der Bürgermeister, der aus Sicht der Stadt seine Argumente des beschlossenen Stadtumbaus von außen nach innen und die Notwendigkeit des Abrisses unserer Blöcke darlegte. Da sich die GWG aber an diesen Beschluss der Stadt nicht halte muss, ergibt sich für ich eine Ungleichbehandlung für die Mieter der Guwo. Ich glaube, dass ein Gericht auch so urteilen würde.

Ich habe inzwischen in einem Brief an den Bürgermeister um eine baldige Versammlung mit uns Mietern, dem dann hoffentlich nicht wieder stummen Guwo-Chef und möglichst auch Stadtverordneten gebeten und hoffe, dass dann über viele der offenen Fragen diskutiert werden kann.

Fördermittel sind zu eng an Abriss gebunden

Werner Schulz aus Guben schreibt zum gleichen Thema:

Der Artikel ist nur die halbe Wahrheit. Durch eine leider etwas missverständlich abgefasste Einladung wären die "in überraschend großer Zahl den Zuschauerraum des Rathaus-Sitzungssaales füllenden" interessierten Bewohner der Blöcke Leonhard-Frank-Straße 11-19 und 31-39 gar nicht dazu gekommen, ihrem Ärger Luft zu machen; denn mit Hinweis auf Formalien der Tagesordnung sollte die Diskussion abgewürgt werden. Glücklicherweise erkannte ein Mitglied des Hauptausschusses die missliche Lage und brachte den Antrag ein, auch "nicht angemeldete" Diskussionsredner zuzulassen; ein Antrag, der die Versammlungsleiterin sichtlich verärgerte.

Wir als Betroffene können nicht verstehen, dass die Fördermittel so eng gebunden sind, dass nur und nur der Abriss der Wohnblöcke infrage kommt und nicht andere kreative, zweckentsprechende Maßnahmen, auch wenn diese etwas teurer sind. Dass dies möglich ist, beweisen zurückgebaute Wohnblöcke in der Kaltenborner Straße, der Klaus-Hermann-Straße und der Kastanienstraße. Gerade auf diese Kreativität wies unser amtierender Bürgermeister Fred Mahro hin.

Viele der Betroffenen waren in den letzten Monaten bereits unterwegs, um sich über die Angebote der Guwo kundig zu machen und mussten enttäuscht feststellen, dass die Guwo nicht in der Lage ist, gleichwertigen Ersatzwohnraum im erforderlichen Umfang zu bieten. Benötigt werden Zweieinhalb-Zimmer-Wohnungen in EG-Lage oder höchstes im 1. OG zu vertretbaren Mieten. Enttäuscht waren die Zuhörer des Hauptausschusses auch, dass die Guwo sich in Schweigen hüllte, obwohl gerade von dieser Seite Aufklärung erwartet wurde.

Nun erwarten die vom Rückbau betroffenen Mieter, dass die (…) für die Mitte des Jahres 2017 angekündigte "präzisierte und terminisierte Vorlage zum Stadtumbau" zu diesem Thema genaue Aussagen bringt.

Bei allen ökonomisch begründbaren Maßnahmen sollte man aber eins nicht vergessen: Im Mittelpunkt steht der Mensch!