Die Erie-Drewitz-International GmbH (EDI) wird am 1. Januar 2005 alle Rechte und Pflichten des bisherigen Flugplatzbetreibers übernehmen - inklusive des Personals. Die Flugplatz Cottbus-Südbrandenburg GmbH, deren Mitglieder zu 90 Prozent Kommunen sind, beschäftigt derzeit neun Mitarbeiter. Gleichzeitig wird vereinbart, dass sich EDI und die bisherigen Flugplatzbetreiber in den kommenden beiden Jahren die Betriebskostenzuschüsse teilen. Das ist kein Pappenstiel. In diesem Jahr benötigt der Flugplatz Cottbus-Drewitz voraussichtlich 380 000 Euro Zuschuss - allein für den laufenden Betrieb. Sollte das Geschäft bis zur kompletten Übernahme durch die Amerikaner Gewinne abwerfen, würden die Gesellschafter der jetzigen Betreibergesellschaft - der Landkreis, Guben, Peitz, Jänschwalde, Schenkendöbern und die Peitzer FFK GmbH - mit fünf Prozent am Netto-Erlös beteiligt, erläuterte Friese. Der Aufbau des „multimodularen Logistikzentrums“ soll so bald wie möglich beginnen.
Gleichzeitig soll EDI die Weichen für die weitere Entwicklung stellen. Dazu gehören die Anträge auf eine Verlängerung der Start- und Landebahn um 1000 Meter und der Antrag für den regelmäßigen Frachtflugverkehr, der zunächst innereuropäisch ausgerichtet sein soll.
Bereits in den ersten Januartagen soll beim Bundesfinanzministerium der Antrag zur Schaffung einer Freizone eingereicht werden. Wobei eine solche Zone am Flugplatz-Gelände nur ergänzendes Sahnehäubchen, nicht aber Voraussetzung für das Gesamtprojekt sei, wie Friese gestern während einer Pressekonferenz erklärte. Die Kosten für den Freizonen-Antrag - etwa 1,2 Millionen US-Dollar - übernehmen die Amerikaner, so Friese. Ein Teilbereich am Flugplatz würde einen Status erhalten, wie beispielsweise die Freihandelszonen der Häfen Hamburg oder Duisburg. Damit wäre ein relativ rascher Fracht-Umschlag möglich.
Wenn die Anträge genehmigt werden, will die EDI auch den Flugplatz als Eigentümer übernehmen, erklärte Friese. In Drewitz werde der „kostengünstigste und sicherste Frachtflughafen Deutschlands“ entstehen, ist der Landrat überzeugt, der nach einem persönlichen Treffen auf die Unterstützung von Tom Ridge zählt. Der Chef der US-Heimatschutzbehörde ist verantwortlich für die Sicherheit innerhalb der Vereinigten Staaten. Wegen seiner Verdienst um den Flugplatz Erie trägt dieser den Namen des ehemaligen Gouverneurs.
Absolutes Stillschweigen sei zwischen allen Beteiligten vereinbart worden, was Ansiedlungsgespräche und Verhandlungen mit Fluggesellschaften angehe. Erst wenn die Verträge unterschrieben seien, werde man an die Öffentlichkeit gehen, so Friese.