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Flüchtlinge proben U-18-Wahl in Guben

Seine Stimme abgegeben hat auch Adi aus dem Iran. Er lebt seit eineinhalb Jahren in Deutschland.
Seine Stimme abgegeben hat auch Adi aus dem Iran. Er lebt seit eineinhalb Jahren in Deutschland. FOTO: S. Halpick
Guben. (sha) "Angela Merkel kennen alle", sagt Heike Clodius. Die Sozialarbeiterin betreut das Wahllokal zur U-18-Wahl beim Gemeinnützigen Berufsbildungsverein in der Deulowitzer Straße.

Hier konnten am Freitag Kinder und Jugendliche ihre Stimme probehalber abgeben. Gekommen sind vorwiegend Flüchtlinge, die auch im Wohnheim leben.

Zu ihnen gehört Adi aus dem Iran, der seit eineinhalb Jahren in Deutschland lebt und eine Schule in Forst besucht. Auf Initiative des Wohnheimes sei er zur Wahl gekommen, sagt er. "Wir wollen die Bundestagswahl ins Bewusstsein der Jugendlichen rücken", sagt Clodius. Mit einigen Flüchtlingen war sie auch schon auf der Stadtverordnetenversammlung, um zu zeigen, wie Demokratie funktioniert.

Rund 30 Stimmzettel liegen bereits in der Wahlurne. Mit viel mehr rechnet Clodius auch nicht. Kinder und Jugendliche aus umliegenden Gubener Schulen seien ausgeblieben. Das bedauert die Sozialarbeiterin. "Wir hatten uns sehr kurzfristig entschlossen, ein Wahllokal aufzumachen", sagt sie. Die Ergebnisse werden an die Initiatoren der bundesweiten U-18-Wahl übermittelt und im Internet nach Bundesländern und Wahlbezirken veröffentlich. Die Ergebnisse einzelner Wahllokale sind nicht einsehbar.