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| 18:57 Uhr

Guben
Flucht und Vertreibung als aktuelle Themen

Eberhard Wittchen (vorn) war einer von knapp 100 geladenen Gästen beim Festakt anlässlich des Tages Flucht und Vertreibung in Berlin.
Eberhard Wittchen (vorn) war einer von knapp 100 geladenen Gästen beim Festakt anlässlich des Tages Flucht und Vertreibung in Berlin. FOTO: zvg / privat
Guben. Der Gubener Ebernhard Wittchen wurde zum Gedenktag nach Berlin eingeladen.

An einem Festempfang anlässlich des Tages von Flucht und Vertreibung in Berlin hat kürzlich Eberhard Wittchen aus Guben teilgenommen. Christa Sturm, Vorstandsmitglied des Gubener Heimatbundes, hatte ihn wegen seines unermüdlichen Wirkens bei  der Aufarbeitung der Vor- und Nachkriegsereignisse vorgeschlagen. Wittchen hatte  vor etwa 15 Jahren angefangen, eine Sammlung von Zeitzeugenberichten zu erstellen. Weil sich niemand fand, der das umfangreiche Werk finanzieren wollte, schickte er die Aufzeichnungen an ein Museum in Bonn. Begleitet wurde der Gubener von Kathrin Zeptner als Vertreterin des Gubener Heimatbundes.

Bei der Gedenkstunde im Schlüterhof des Deutschen Historischen Museums in Berlin sprachen unter anderem Innenminister Horst Seehofer (CSU) als Gastgeber und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Den Zweiten Weltkrieg mit dem Holocaust und den Verbrechen der Nationalsozialisten, aber auch Flucht und Vertreibung der Deutschen stellte die Bundeskanzlerin als prägend für das moderne Deutschland in ihrer Rede heraus. Die Erfahrungen und Lehren dieser Katastrophen hätten die Grundlagen der Bundesrepublik gelegt. „Sie verpflichten und verändern auch das heutige Deutschland auf seinem weiteren Weg in Europa und in der Weltgemeinschaft“, so die Bundeskanzlerin. Mit dem Blick auf die Opfer sei auch der Gedenktag entstanden. Welche Tragweite dieser Begriff entfalten könne, wüssten vor allem die deutschen Heimatvertriebenen und ihre Angehörigen. „Die Heimatvertriebenen waren Opfer, die bitteres Unrecht erlitten haben“, so die Kanzlerin in ihrer Rede.

Für Eberhard Wittchen war es eine große Ehre, an diesem Festakt teilzunehmen. „Es war beeindruckend, wie viele Menschen aus dem Fernsehen, Politiker und andere Prominente, dort zugegen waren.“ Über die Reden von Seehofer und Merkel sagt er, dass er sie als sehr ehrlich und sachlich empfand.

Ganz besonders im Gedächtnis ist ihm der Bericht eines Mannes aus Bangladesch geblieben. „Flucht und Vertreibung gab es nicht nur damals. Es ist auch ganz aktuell“, so Eberhard Wittchen.