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Fisch auf jeden Lübbenauer Tisch

Lübbenau. Aus den Fischwochen wird die Fischzeit: Die Tourist-Information in Lübbenau hat den traditionellen Fisch-Herbst in eigene Regie übernommen und startet am 1. Oktober. Heimische Arten sollen dabei nicht nur auf dem Teller zum Erlebnis werden. Jan Gloßmann

Herbstzeit ist Fischzeit, und das soll sich künftig nicht ausschließlich in den Gasthäusern zwischen Lübbenau, Lehde und Leipe widerspiegeln. Die Tourist-Information hat die bislang als "Spreewälder Fischwochen" bekannten Angebote unter ihre Fittiche genommen. "Wir wollen da eine neue Qualität reinbringen", sagt die Vorsitzende des Tourismusvereins Lübbenau, Christina Balke.

Das kulinarische Erlebnis werde in der neu aufgelegten "Fischzeit im Spreewald" kombiniert mit den Traditionen der Gegend - bis hin zur Kahnfahrt. "Wir wollen nach und nach ein qualitativ hochwertiges Programm erstellen, das in Zusammenarbeit mit Gastronomen, Fischern und anderen touristischen Leistungsträgern den ganzen Facettenreichtum rund um den Spreewälder Fisch präsentiert", sagt Nicole Müller, die Geschäftsführerin der Tourist-Information. Die Angebote werden breit gemischt, vom geheimnisumwitterten Rezept aus Großmutters Küche über Touren mit Fischern und einem Frisch-Fischemarkt. Das Konzept, so Veranstaltungsmanager Daniel Schmidgunst, soll in den kommenden Jahren ständig erweitert und angepasst werden, auch mit den Erfahrungen aus der diesjährigen Premieren-Saison. So werden Traditionen wie der Fischkasten aufgegriffen, in dem die Spreewälder ihren Fisch in natürlicher Umgebung aufbewahren. Weitere Ideen sollen laut Schmidgunst gesammelt werden, um ein "gut aufeinander abgestimmtes Angebot rund um den Fisch" auflegen zu können.

Die Tiere rücken damit wieder stärker ins Bewusstsein der Gäste. Das scheint nötig, denn die Fischerei-Genossenschaft warnt schon seit längerem vor den "Riesenproblemen durch Verschlammung und Verkrautung der Fließe". So müssen die Fischer im Spreewald immer mehr Geld aufwenden für den Fischbesatz, sagt Genossenschaftsvorsitzender Karl-Heinz Starick, der mit seinen Lehdschen Restaurants auch an der "Fischzeit" beteiligt ist. Die Fischer fordern ein insgesamt bessere Unterhaltung der Gewässer. Sonst seien beispielsweise Laichgebiete für die Quappe gefährdet. Starick würde gern einen alten Bekannten in den Fließen wiedersehen: den Graskarpfen. Der habe zu DDR-Zeiten mit "entkrautet". Doch der Garskarpfen zählt nicht zu den im Spreewald heimischen Arten, er wurde, so Starick, "verboten".

Zum Thema:
Die "Fischzeit im Spreewald" löst die "Spreewälder Fischwochen" ab. Die neu konzipierte Fischzeit findet statt vom 1. Oktober bis 11. November in Lübbenau und Umgebung. Damit werden bereits die Ferien genutzt für das Angebot an Veranstaltungen, Ausflügen und Gastronomie. Das Programm und spezielle Arrangements sind zu finden unter www.fischzeit-im-spreewald.de.