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Feuerwehrtechnik in Mädchenhand

Hanna Fahrentz (l.) und Lea Prüfer (r., hockend) zeigen, wie die Feuerwehrtechnik funktioniert.
Hanna Fahrentz (l.) und Lea Prüfer (r., hockend) zeigen, wie die Feuerwehrtechnik funktioniert. FOTO: S. Halpick
Guben. Beim Schnuppertag im BRKZ in Guben erklären zwei 16-Jährige das Know-how. Bisher gab es 110 Einsätze in diesem Jahr mit nur geringen Schäden. Silke Halpick

Mädchen und Feuerwehr - das muss sich nicht zwangsläufig ausschließen, wie der Schnuppertag im Gubener Brand-, Rettungs- und Katastrophenschutzzentrum (BRKZ) in Guben am Freitag zeigte. Hier haben Hanna Fahrentz und Lea Prüfer den interessierten Kindern die Technik erklärt.

"Wir haben beide zusammen angefangen", erzählt Hanna Fahrentz. Das ist nun schon neun Jahre her. Aber auch jetzt mit 16 Jahren sind sie immer noch mit Begeisterung dabei. "Weil es Spaß macht", sagt Lea Prüfer. Allerdings sind die beiden Gubenerinnen damit eine Ausnahme und zwei von insgesamt nur drei Mädchen im Jugend-Feuerwehrtrupp.

"Was denkt ihr, was hier drin steckt?", fragt Hanna Fahrentz in der Fahrzeughalle. Sie zeigt auf einen Rucksack, der im Einsatzwagen gleich neben den Schläuchen steckt. Ratlose Gesichter bei den fünf Kindern im Alter von drei bis zwölf Jahren. "Die Sanitätsausrüstung", stellt sie klar.

"Wir wissen im Vorfeld nie, wie viele Kinder das Ferienangebot wahrnehmen", sagt Sebastian Schwitzke, im Rathaus für den Brandschutz zuständig und Mitglied der freiwilligen Feuerwehr. Er steht mit dem Ortswehrführer Rico Nowka etwas abseits und beobachtet das Geschehen.

"Wenn mehr gekommen wären, hätten wir die Kinder in Gruppen aufgeteilt", sagt Schwitzke. Dann hätte er auch einen Raum mit künstlichem Rauch vernebelt und die Kinder testen lassen, wie man sich darin orientiert. Stattdessen können die Mädchen und Jungen nun selbst zum Schlauch greifen und ihre Zielgenauigkeit testen. Hanna Fahrentz und Lea Prüfer helfen dabei. Später geht es auch noch auf den Turm des BRKZ hoch, von dem man einen fantastischen Blick über die Stadt hat.

Für die Feuerwehr sind Aktionen dieser Art immer auch eine gute Möglichkeit, um Nachwuchs zu gewinnen. 40 Mitglieder haben die Jugendfeuerwehren in Guben und Bresinchen. Problematisch sei nach wie vor die Zeit nach der Schule. "Wenn die Jugendlichen eine Ausbildung beginnen, verlassen sie Guben und fehlen uns dann", sagt Schwitzke. Deshalb freut er sich, dass in diesem Jahr gleich drei Mitglieder in den "aktiven Dienst" eintreten werden. Die Freiwillige Feuerwehr Guben hat insgesamt 83 aktive Mitglieder, darunter auch Frauen.

110-mal musste die Feuerwehr 2017 bereits ausrücken. "Das ist ein gutes Jahr ohne wirklich große Schäden", sagt Ortswehrführer Rico Nowka. Meist waren es kleinere Feuer, zu denen die Kameraden gerufen wurden. Nowka nennt als Beispiele brennende Mülltonnen, Dixi-Häuschen oder Pkw.

Zugenommen haben im zweiten Halbjahr wieder die technischen Hilfeleistungen. Dahinter verbergen sich Einsätze wie das Notöffnen von Türen oder Tragehilfen für den Rettungsdienst. Im Januar 2017 hatte der Kreisbrandmeister Wolfhard Kätzmer die stetig steigende Zahl dieser Einsätze kritisiert, weil es nicht immer Notfälle waren, für die die Ehrenamtler ihren Arbeitsplatz verlassen haben.