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Sicherheit
Feuerwehr sucht neue Kameraden

Wehrführer Rico Nowka sucht dringend Verstärkung für die Freiwillige Feuerwehr Guben. Wer Interesse hat, kann Freitag ab 18 Uhr im Gerätehaus vorbeischauen. Im vergangenen Jahr hatten die Gubener Kameraden 196 Einsätze. Die Freiwillige Feuerwehr Schenkendöbern musste 95 Mal ausrücken. 
Wehrführer Rico Nowka sucht dringend Verstärkung für die Freiwillige Feuerwehr Guben. Wer Interesse hat, kann Freitag ab 18 Uhr im Gerätehaus vorbeischauen. Im vergangenen Jahr hatten die Gubener Kameraden 196 Einsätze. Die Freiwillige Feuerwehr Schenkendöbern musste 95 Mal ausrücken.  FOTO: Michèle-Cathrin Zeidler
Guben/Schenkendöbern. Lust einzusteigen? Die Ausstattung ist in Guben zwar modern, aber die Mitglieder schwinden.

Erst in dieser Woche musste die Freiwillige Feuerwehr Guben wieder mehrfach ausrücken. Ein Großbrand in einer Halle forderte von mehr als sechs Stunden ihren vollen Einsatz. Dabei hat die Feuerwehr ein Problem. „Seit Mitte der 90er-Jahre bewegt sich unserer Mitgliederzahl konstant nach unten“, weist Wehrführer Rico Nowka hin. Während es im Jahr 1995 noch 143 aktive Mitglieder gab, geht heute bei einem Brand nur noch bei 80 Kameraden der Pieper los. „Nicht im aktiven Dienst sind außerdem 20 Kameraden der Alters- und Ehrenabteilung sowie 41 Mitglieder der Jugendabteilung“, sagt Rico Nowka. „Es gab Jahre, da haben wir bis zu acht aktive Kameraden verloren.“

Diesen starken Rückgang führt er auf den demografischen Wandel zurück. „In den nächsten ein bis zwei Jahren fallen fünf Kameraden altersbedingt weg“, so der langjährige Feuerwehrmann. Obwohl sich die Gubener Feuerwehr stark um die Jugend bemüht, könne Nowka die Ruheständler nicht durch die Nachwuchsfeuerwehr auffüllen. „Viele Jugendliche ziehen  zum Studium oder für die Lehre weg und nur wenige kommen wieder“, weiß der Lebensretter.

Noch können die Gubener Kameraden ihre Einsätze abdecken. „Tagsüber ist es schwerer, aber zum Glück sind einige Kameraden bei kommunalen Unternehmen angestellt“, erzählt Rico Nowka. „Mit ihnen bekommen wir die erforderliche Gruppenstärke von mindestens neun Mann zusammen.“

Besonders bei den Brandserien wie im vergangenen Jahr habe sich die dünne Personaldecke bemerkbar gemacht. „Von Einsatz zu Einsatz waren weniger Kameraden vor Ort“, erinnert sich Rico Nowka. „Aber im Zweifelsfall können wir die benachbarten Wehren alarmieren.“ Die Zusammenarbeit mit Schenkendöbern funktioniere dabei seit Jahren gut.

Gerne würde Rico Nowka auch mehr mit die Kameraden aus Gubin zusammenarbeiten. „Technisch wäre das kein Problem, aber eine Unterstützung muss über das Innenministerium angefordert werden“, erklärt er. „Das verkompliziert die Angelegenheit.“ Sein letzter Einsatz in Polen war 2005.

„Die Mitgliederzahl ist unser Hauptproblem. Bei der Ausstattung sind wir gut aufgestellt“, betont Rico Nowka. „Alle Mitglieder haben eine einheitliche Schutzkleidung, und wir verfügen über moderne Technik.“ 2017 wurden 28 000 Euro in Ausstattung und Fahrzeuge investiert. Für dieses Jahr hat die Gubener Feuerwehr 22 000 Euro für Investitionen zur Verfügung. „Wir trainieren jeden Freitag ab 18 Uhr im Gerätehaus für den Ernstfall. Neue mögliche Mitglieder können gerne vorbeischauen“, so Nowka.

In der Gemeinde Schenkendöbern bewegt sich die Mitgliederzahl auf einem relativ konstanten Niveau. „Aber im Vergleich zu vor fünf Jahren, sind heute deutlich mehr Mitglieder in der Ehrenabteilung“, sagt Jörg Fischer. Er ist der Hauptbrandmeister für die Feuerwehren Taubendorf, Groß Gastrose, Kerkwitz, Atterwasch und Grabko. Insgesamt verfügt die Gemeinde über 488 Kameraden: 226 im aktiven Dienst, 46 in der Jugendabteilung und 216 in der Ehrenabteilung. „Durch unser Rendezvous-Prinzip, bei dem mehrere Ortsteile alarmiert werden, sind wir am Einsatzort einsatzfähig“, so Fischer.

Neue Mitglieder werden auch in Schenkendöbern gebraucht. „Die meisten Kameraden arbeiten außerhalb, daher hilft jeder Feuerwehrmann mehr, die Einsätze besser abzudecken“, so Fischer. Die Trainingszeiten der Ortsgruppen sind unter www.feuerwehr-schenkendoebern.de einsehbar. „Unsere Ausstattung ist den Umständen entsprechend gut. Lediglich bei der Ausgehuniform sparen wir“, erzählt Fischer. „Die Gemeinde plant Investitionen, da einige alte Fahrzeuge ausrangiert werden müssen.“

(Zeidler)