Mit einer Festwoche begehen die Gubener Sozialwerke (GSW) den 60. Geburtstag des Rosa-Thälmann-Heimes. Der Festempfang findet am Dienstag, 11. Juni, im Volkshaus statt, die große Feier für alle Gubener folgt dann am Freitag, 14. Juni, mit dem Hoffest und dem Tag der offenen Tür. Am Festempfang werden neben Vertretern des Landes Brandenburg, des Landkreises Spree-Neiße, der Stadt Guben und der zahlreichen Partner der GSW auch der Bewohnerschaftsrat und ehemalige Heim- sowie Pflegedienstleiter der Einrichtung teilnehmen.

Eine Chronik zum 60. Jubiläum des Gubener Altenpflegeheims

Auch eine Chronik soll zum Jubiläum entstehen. „Sie wird allerdings erst nach der Festwoche fertiggestellt, damit die Feierlichkeiten darin auch noch ihren Platz finden können“, sagt Pflegedienstleiterin Sylke Krüger. Schon jetzt steht aber fest, dass die Leser dieser Chronik viele interessante Fakten erfahren werden, die auch eine Menge über die Entwicklung der Seniorenbetreuung in den vergangenen sechs Jahrzehnten hierzulande erzählen.

Eröffnet wurde das Heim am 10. Juni 1959. Damals verfügte die Einrichtung über 81 Zwei-Bett- und 30 Ein-Bett-Zimmer, bot also insgesamt Platz für bis zu 192 Bewohner. Zum Vergleich: Heute gibt es im stationären Bereich 50 Einzel- und 13 Zwei-Bett-Zimmer, also 76 Dauerwohnplätze. Dazu kommen noch vier Plätze für die Kurzzeitpflege.

Interessant ist auch ein anderer Zahlenvergleich: 1959 kostete der Aufenthalt im Monat 69 Ost-Mark, heute 1407 Euro. „Natürlich muss man bedenken, was die Leute damals verdienten beziehungsweise als Rente bekamen“, gibt Anne-Katrin Schultze, die für den ambulanten Pflegedienst zuständig ist, zu bedenken.

Umfang der Pflege hat auch in Guben zugenommen

Grundsätzlich verändert hat sich auch das Verhältnis der Gesellschaft zum Thema Betreuung im Heim. Trug die Einrichtung früher den Beinamen Feierabendheim, in das Senioren teilweise direkt nach Antritt ihrer Rente einzogen, so kommen die Bewohner heutzutage erst ins Heim, wenn die ambulante Betreuung in den heimischen vier Wänden nicht mehr ausreicht. Das hat zur Folge, dass der Umfang der medizinischen Leistungen und der Pflege deutlich zugenommen hat. Andererseits ist die Zeit, die ein Senior im Rosa-Thälmann-Heim lebt, deutlich zurückgegangen. Sie beträgt heutzutage durchschnittlich nur noch acht Monate. Es gibt freilich Ausnahmen: Der Bewohner, der am längsten im Heim wohnt, ist dort seit 1982 zu Hause. Und noch zwei Zahlen: Der jüngste Bewohner ist aktuell 65 Jahre alt, die älteste ist gleichzeitig die älteste Gubenerin überhaupt, die 105-jährige Erna Kärgel.

Thälmanns Tochter bei Namensvergabe in Guben dabei

Und noch ein paar Zahlen und Fakten: Am 6. Mai 1965 erhielt das Heim im Beisein von Irma Gabel-Thälmann, der Tochter von Ernst und Rosa Thälmann, seinen Namen. Nach der Wende mussten die vom Gesetz vorgeschriebenen Mindestnormen umgesetzt werden. Und so wurden zwischen 1999 und 2002 zahlreiche Umbauten realisiert. Hinzu kam der Anbau für das betreute Wohnen, in dem Platz für bis zu 25 Personen ist. Insgesamt zwölf Millionen D-Mark wurde dafür investiert.

Insgesamt 95 Mitarbeiter sind bei den GSW angestellt. Neben der stationären Betreuung und dem betreuten Wohnen realisieren sie noch die Tagespflege für bis zu 15 Senioren und den ambulanten Dienst für etwa 70 Menschen.

Im Rahmen der Festwoche gibt es übrigens weitere Veranstaltungen, zum Beispiel ein Festessen für Bewohner und Mieter des betreuten Wohnens am Mittwoch und einen Auftritt von Musikschülern am Donnerstag.