ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:38 Uhr

Feinschmecker genießen Weinbergfest

Lothar Müller gab den zahlreichen Besuchern in mehreren Führungen Einblicke in die Arbeit der Granoer Hobby-Winzer.
Lothar Müller gab den zahlreichen Besuchern in mehreren Führungen Einblicke in die Arbeit der Granoer Hobby-Winzer. FOTO: Richter
Grano. Zum traditionellen Weinbergfest hatte am Samstag der Gubener Weinbauverein auf den "Langen Rücken" in Grano eingeladen. Bei schönstem Sonnenschein flossen Federweißer und Federroter. Großes Interesse gab es an den Führungen durch den Weinberg. Ute Richter / utr1

Das Weinbergfest ist stets der Saisonhöhepunkt für den Gubener Weinbauverein. Seit zehn Jahren pilgern die Menschen in Massen nach Grano, um sich zu informieren und zu probieren. Im Mittelpunkt des Festes steht die Verkostung des Federweißen des vorangegangenen Jahres. "Federweißer ist angegorener Wein mit vier Prozent Alkoholgehalt", erklärt Dietmar Heinze. Vier Tage lang habe der Wein gegärt, der den Gästen beim Fest angeboten wird. "Bis der richtige Wein aus der diesjährigen Ernte fertig ist, vergeht dagegen noch eine Weile", ergänzt der Vorsitzende. Erst im März oder April des kommenden Jahres wird es soweit sein. In der vereinseigenen Schaukellerei in der Granoer Weinscheune werden die Früchte verarbeitet.

Ab Montag geht sie los, die Traubenernte auf dem Granoer Weinberg. "Es wird auf alle Fälle mehr sein als im vorigen Jahr", sagt Dietmar Heinze angesichts der voll hängenden Weinstöcke. Auf einer Fläche von rund einem Hektar wachsen an diesem Ort 4500 Rebstöcke. Als erster Wein wird der Goldriesling gelesen, dann folgt der Phoenix. Das Wetter war gut in diesem Jahr. Die Weinstöcke sind tief verwurzelt im feuchten Lehmboden, das hilft, auch Trockenperioden wie in diesem Sommer zu überstehen.

Auf mehreren Führungen erfuhren zahlreiche Interessierte am Samstag, dass sich der Weinbauverein Guben im Jahr 2003 gegründet hatte. Nach Recherchen fanden die Vereinsmitglieder damals heraus, dass genau an der Stelle, wo sich auch heute der Weinberg befindet, schon früher erfolgreich Wein angebaut wurde.

Mit den Jahren sind die Granoer Winzer echte Fachleute geworden. Der Granoer Wein darf seit dem Jahr 2008 laut Deutschem Weingesetz das Prädikat "Landwein" tragen. Von Fachleuten wird ihm aber immer wieder eine wesentlich bessere Qualität bescheinigt.

Doch jetzt haben die Winzer noch ein bisschen Arbeit. "Man muss immer bedenken, dass wir fast alles in Handarbeit machen, mit ganz minimalem Maschineneinsatz. Wo hat man das heute noch?", erläutert Dietmar Heinze. Fast alle Mitglieder des Weinbauvereins sind Vorruheständler oder Rentner. "Aber bei der Lese helfen uns viele", freut sich der Vorsitzende. Darunter auch eine Gruppe Männer und Frauen der ehemaligen Feinseide des Chemiefaserwerkes, die sich als Radfahrgruppe treffen und auf dem Weinberg mit anpacken. Aber auch Hilfe von jungen Leuten gibt es. Eine Arbeitsgemeinschaft Weinbau des Pestalozzi-Gymnasiums Guben verschafft dem Verein zumindest vorübergehend jugendlichen Nachwuchs.

Familie Siegert aus Frankfurt/Oder war das erste Mal in Grano und ganz überrascht von der Professionalität. Ihr Fazit lautete einhellig: Man sieht richtig, dass die Betreiber das hier mit Liebe machen. Für die kulturelle Unterhaltung sorgten beim Weinbergfest der Gemischte Chor Grano sowie Gunther Herrmann mit seinem Akkordeon.