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| 17:55 Uhr

725. Geburtstag
Feierstimmung in Atterwasch

 Viel zu entdecken gab es in der kleinen Ausstellung mit Fotos aus den letzten mehr als 100 Jahren Atterwascher Dorfgeschichte.
Viel zu entdecken gab es in der kleinen Ausstellung mit Fotos aus den letzten mehr als 100 Jahren Atterwascher Dorfgeschichte. FOTO: lr / Engelhardt
Atterwasch. Zum 725. Geburtstag ist die Unbeschwertheit im Ort geradezu greifbar. Von Thomas Engelhardt

Seinen 725. Geburtstag hat am Samstag der Schenkendöberner Ortsteil Atterwasch gefeiert. Nach einem Gottesdienst, dessen Motto der bekannte Puhdys-Hit „Alt wie ein Baum“ war und bei dem es als Höhepunkt eine Taufe gab, spielte sich das Geschehen auf dem Gelände am Feuerwehrgerätehaus ab. Dort übergab Schenkendöberns Bürgermeister Peter Jeschke Ortsvorsteher Falko Höpfner die Chronik des Dorfes. Diese stammt aus dem Jahr 1998, wurde seitdem aber immer wieder fortgeschrieben.

Historiker konnte nicht mitfeiern

Auch der Historiker Dr. Hartmut Schatte wurde in die Arbeit an der Chronik einbezogen. Am Samstag konnte Schatte zwar nicht in Atterwasch mitfeiern. Er hat allerdings angekündigt, noch in diesem Jahr zu einer Lesung ins Dorf zu kommen.

Die Organisatoren des Festes vom Heimat- und Feuerwehrverein hatten auf den ganz großen Trubel, beispielsweise einen Festumzug, bewusst verzichtet. Ihnen war es wichtiger, dass die rund 200 Bewohner überhaupt zu einer solchen Feier zusammenkommen konnten. Denn erst seit anderthalb Jahren steht fest, dass Atterwasch nicht dem geplanten Tagebau Jänschwalde-Nord weichen muss. Monika Schulz-Höpfner, die Vorsitzende des Vereins, hat festgestellt, dass es seitdem eine andere Grundstimmung im Dorf gibt: „Vor der Tagebauentscheidung hatte sich durchaus so ein bisschen eine Schwermut breit gemacht. Jetzt ist die Fröhlichkeit, die Unbeschwertheit wieder da. Es gibt auch wieder mehr junge Leute und solche, die zurückgekehrt sind.“

Zähes Ringen um den Erhalt des Dorfes

Einen Rückblick auf den Kampf gegen den Tagebau bot eine kleine Ausstellung, die auf dem Festgelände zu sehen war. Zahlreiche Fotos und Ausschnitte von Zeitungsartikeln dokumentierten das zähe Ringen um den Erhalt des Dorfes. In einem weiteren Ausstellungsbereich waren Fotos aus den letzten 100 Jahren Dorfgeschichte und sogar darüber hinaus zu sehen. Da war die „Wiedersehensfreude“ groß, wenn auf den Bildern einstige, aber auch der eine oder andere heutige Atterwascher entdeckt wurden.

Ortsvorsteher Falko Höpfner hofft jedenfalls, dass weitere Dorffeste folgen: „Vielleicht wird das ja wieder eine Tradition.“