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| 02:38 Uhr

Fachfragen werden schriftlich beantwortet

Großes Interesse: Etwa 150 Personen kamen zur Informationsveranstaltung in Guben, wo auch der polnische Energiekonzern PGE seine Pläne für den Tagebau Gubin-Brody vorstellte.
Großes Interesse: Etwa 150 Personen kamen zur Informationsveranstaltung in Guben, wo auch der polnische Energiekonzern PGE seine Pläne für den Tagebau Gubin-Brody vorstellte. FOTO: Anne Nicolay-Guckland
Guben. Bis zum Jahr 2078 soll in unmittelbarer Mähe der Neiße der Tagebau Gubin-Brody laufen. Bereits im kommenden Jahr will der polnische Energiekonzern PGE dafür eine Konzession beantragen. Das erklärte das Unternehmen bei der Informationsveranstaltung über den Tagebau in Guben. Anne Nicolay-Guckland

Gespannte Stimmung, viele Fragen, deutsche und polnische Stimmen: Der amtierende Bürgermeister von Guben, Fred Mahro, freut sich über das große Interesse an der Informationsveranstaltung über den Tagebau Gubin-Brody am Dienstagabend. Etwa 150 Interessierte füllten die Alte Färberei in Guben. "Die Entscheidung über den polnischen Tagebau in unmittelbarer Grenznähe ist eine der wichtigsten Entscheidungen für die kommende Generation in dieser Region", fast Fred Mahro zusammen.

Neben den Bürgermeistern aus Gubin und der Gemeinde Schenkendöbern sind auch Vertreter der Grünen Liga zu der Informationsveranstaltung gekommen. Auch zwölf Vertreter des polnischen Energiekonzerns PGE sind anwesend, inklusive des Geschäftsführers der für Braun- und Steinkohle verantwortlichen Tochtergesellschaft PGE GiEK, Cezary Bujak. Die PGE-Vertreter stellten die Pläne für polnischen Tagebau vor. Außerdem gab Cezary Bujak bekannt: "2017 wollen wir die Konzession für den Tagebau Gubin-Brody beantragen."

In den Fachvorträgen wurde deutlich, dass es geteilte Meinungen über die zu erwartenden Auswirkungen auf die deutsche Seite gibt. "Die grenzübergreifenden Umweltauswirkungen sind im Umweltverträglichkeitsgutachten nur unzureichend dargestellt", stellt Andreas Stahlberg in seinem Vortrag fest. Stahlberg ist in der Gemeindeverwaltung Schenkendöbern für bergbaubedingte Sonderaufgaben zuständig und verfasst die Stellungnahme der Gemeinde Schenkendöbern, die am kommenden Montag an die zuständige Behörde in Gorzów Wielkopolski übergeben werden soll.

Vor allem, dass die Reichweite des Trichters der Grundwasserabsenkung genau an der Neiße und damit der deutsch-polnischen Grenze ende, befremdet Stahlberg. Janusz Fiszer, Hydrogeologe an der Technischen Universität Breslau, stellt dar, dass die Reichweite nach wissenschaftlichen Maßstäben modelliert worden ist und fachlichen Maßstäben genüge.

Weiter ins Detail wollten die polnischen PGE-Vertreter bei der Beantwortung von Fachfragen nicht gehen. Detaillierte und fundierte Antworten wolle man wegen der notwenigen Übersetzung lieber schriftlich formulieren, die deutsche Seite solle deswegen die bestehenden Einspruchsmöglichkeiten nutzen.

Neben detaillierten Fragen und Diskussionen machten sich auf der Gubener Informationsveranstaltung aber auch Bürger ihrem Ärger Luft. "Ich bin wütend. Ich glaube nicht, dass die Auswirkungen des Tagebaus an der Grenze halt machen, da machen Sie es sich zu leicht", sagt Christian Huschga aus Atterwasch. "Noch ist Polen nicht verloren", warb Anna Dziadek von der polnischen Bürgerinitiative gegen den Tagebau unter großem Applaus für die Unterstützung der polnischen Bürger.

Fred Mahro wies noch einmal darauf hin, wie wichtig die Beteiligung der Bürger ist. 82 Einwendungen seien bereits bei der Stadtverwaltung eingegangen. "Wir haben jetzt die Chance und die Pflicht die Zukunft zu gestalten. Jeder kann sich beteiligen", sagte Fred Mahro. Die Stadtverwaltung Guben unterstützt Bürger, die noch schriftliche Einwendungen gegen den Tagebau erstellen möchten. Die Unterlagen können bei der Stadtverwaltung eingesehen werden, schriftliche Einwendungen nimmt die Stadt ebenfalls entgegen und übergibt sie der zuständigen Regionaldirektion im polnischen Gorzów Wielkopolski.

Unterlagen im Internet, auf deutsch und polnisch: bit.ly/1QbELFX